Früherkennung als Chance

Warum die Darmkrebsvorsorge so wichtig ist

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Darmspiegelungen sind deutlich risikoärmer als viele Menschen denken.
Getty Images/iStockphoto

Darmkrebs verursacht im Frühstadium keinerlei Beschwerden. Genau das macht ihn aber so gefährlich. Nur durch regelmäßige Vorsorge können Sie sich daher vor dieser heimtückischen Erkrankung schützen.

In Deutschland sterben jedes Jahr rund 27.000 Menschen an Darmkrebs. Die Sterblichkeitsrate, also die Wahrscheinlichkeit an dieser Krankheit zu sterben, ist die zweithöchste von allen Krebserkrankungen bei beiden Geschlechtern. Bei Männern ist Lungenkrebs, bei Frauen Brustkrebs jeweils die geschlechtsspezifisch häufigste Krebstodesursache.

Jährlich werden rund 73.000 Menschen in Deutschland neu mit der Diagnose Darmkrebs konfrontiert - das ist alle 7 Minuten einer! Damit ist Darmkrebs die zweithäufigste Krebsneuerkrankung bei Männern (hinter Prostatakrebs) und Frauen (hinter Brustkrebs).

Darmkrebs entsteht in der Regel aus Polypen. Viele dieser zunächst gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut entarten im Laufe von sechs bis zehn Jahren zu bösartigen Tumoren. Jahre, in denen der Körper keine Alarmsignale aussendet. Wenn sich der Krebs durch krampfartige Schmerzen, Müdigkeit oder Gewichtsverlust bemerkbar macht, ist er meist schon so weit fortgeschritten, dass Heilung nicht mehr oder nur sehr schwer möglich ist. Was die Gründe für die Entstehung von Darmkrebs sind, ist noch immer nicht hinreichend geklärt. Eine ganz wesentliche Rolle bei der Entstehung spielt aber die familiäre Disposition. Etwa drei von zehn Betroffenen haben demnach ihre Krankheit "geerbt". Wenn eine solche familiäre Vorgeschichte hinsichtlich Darmkrebs besteht, haben auch schon sehr junge Menschen ein stark erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken und sollten regelmäßig zur Vorsorge gehen.

Leider haben viele Menschen immer noch eine falsche Vorstellung von der Darmspiegelung. Sie ist außerordentlich risikoarm und nicht schmerzhaft. Die Patienten bekommen Dank einer Kurzschlafspritze von der Untersuchung nichts mit. Auch die Vorbereitung auf die Darmspiegelung ist seit kurzem wesentlich erleichtert, da die Trinklösung zur Darmreinigung vor der Spiegelung bei neuesten Präparaten sehr verbessert und die nötige Trinkmenge erheblichgesunken ist.

Darmkrebs ist kein Schicksal sondern die einzige Krebserkrankung, die sich durch Vorsorge nahezu vollständig verhindern oder in einem so frühen Stadium entdecken lässt, dass der Krebs heilbar ist. Bei keiner anderen Krebsart bietet die Früherkennung derart große Chancen. Wird Darmkrebs frühzeitig entdeckt, kann die Erkrankung bei den meisten Menschen zu 100 Prozent geheilt werden. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können also Leben retten!

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 27. Februar 2009
Durch: Andreas Gill/Lifeline
Quellen: Felix Burda Stiftung (http://www.felix-burda-stiftung.de), 2009

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