Darmkrebs

Der Darmkrebs ist in Deutschland die zweithäufigste Krebserkrankung. Mit zunehmendem Alter steigt auch das Erkrankungsrisiko an.

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Die Darmspiegelung entdeckt Darmkrebs meist schon in einem so frühen Stadium, dass er noch heilbar ist. Oftmals werden auch Darmpolypen entdeckt, die zwar gutartig sind, später jedoch entarten können.
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In Deutschland ist Darmkrebs eine der häufigsten Krebsarten nach Brustkrebs bei Frauen und Prostatakrebs bei den Männern. Nach Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg betrifft inzwischen jede siebte Krebserkrankung den Darm. Pro Jahr werden – mit steigender Tendenz – rund 70.000 neue Fälle von Darmkrebs diagnostiziert.

Während die Zahl der Neuerkrankungen in den vergangenen Jahren leicht zugenommen hat, sind die Sterberaten gesunken. Trotzdem versterben von den Patienten noch immer rund 40 Prozent. Am häufigsten kommen bei Darmkrebs Tumore des Dickdarms und des Mastdarms vor.

Risiko für Darmkrebs steigt mit zunehmendem Alter

Darmkrebs tritt bei Frauen und Männern etwa gleich häufig auf. Unter 40 Jahren ist das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, sehr gering, nimmt aber mit steigendem Alter zu. Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Frauen bei 69 Jahren und für Männer bei 75 Jahren. Hochrisikogruppe sind Patienten mit einer chronischen, entzündlichen Darmerkrankung. 25 Prozent der Darmkrebsfälle treten in dieser Gruppe auf. Im Gegensatz zu den Industrienationen wird Darmkrebs in ärmeren Ländern vergleichsweise selten registriert.

Übergewicht und Fleischverzehr begünstigen Darmkrebs

Deshalb vermuteten Mediziner schon lange einen Zusammenhang zwischen der Ernährung sowie damit verbundenem Übergewicht mit der Entstehung von Krebs. Studien haben diese Hypothese bestätigt. Eine groß angelegte Untersuchung der Harvard School of Public Health in Boston etwa zeigt eindeutig, dass Übergewicht das Darmkrebsrisiko verdoppelt.

Vor allem der Verzehr von Fleisch und Wurst sowie regelmäßiger Alkoholkonsum spielen für die Entstehung von Darmkrebs eine Rolle. Allein das strikte Reduzieren von Fleischwaren in der Ernährung könnte die Zahl der Darmkrebs-Neuerkrankungen jährlich um 10.000 senken.

Darmkrebs und -polypen werden durch Darmspiegelung entdeckt

Und eine weitere gute Nachricht: Die Heilungschancen bei frühzeitig entdecktem Darmkrebs sind so gut wie nie zuvor. Die Überlebenszeit hat sich in den vergangenen zehn Jahren stark erhöht. Ursache dafür sind nach Expertenmeinung einerseits moderne, neu entwickelte Therapiemöglichkeiten, andererseits die Vorsorgeuntersuchungen, die immer mehr Deutsche nutzen, wie Darmspiegelung und Stuhltest.

Bei der Darmspiegelung werden bei etwa jedem fünften Patienten Darmpolypen entdeckt. Diese gutartigen Neubildungen können sich jedoch im Laufe der Jahre zu Krebs, also bösartigen Tumoren, entwickeln. Deshalb werden Polypen sicherheitshalber meist gleich im Rahmen der Darmspiegelung entfernt. Experten gehen davon aus, dass es oftmals bis zu zehn Jahre dauert, bis sich Darmkrebs entwickelt. 

Therapie von Darmkrebs: In Zukunft gezielt gegen Krebs impfen?

Neben Operation, Chemo- und Strahlentherapie setzen Forscher große Hoffnungen auf neue Behandlungsmöglichkeiten, etwa die individualisierte Impfung gegen Krebs. Dabei wird nicht vorbeugend geimpft, wie das etwa bei HPV zutrifft. Die HPV-Impfung soll eine Infektion mit Humanen Papilloma-Viren (HPV) verhindern, die wiederum Wegbereiter für Gebärmutterhalskrebs sind beziehungsweise beim Mann Peniskrebs.

Bei dem neuen Verfahren wird ein individueller Impfstoff hergestellt, der genau auf das Genprofil des vorhandenen Krebsgewebes abgestimmt ist. Das maßgeschneiderte Serum soll das Immunsystem gezielt gegen diese Krebszellen aktivieren. Erste Tests an der Universität Mainz zeigen eine hohe Erfolgsquote bei Patienten, bei denen andere Therapien versagt haben. Allerdings ist die Immuntherapie gegen Krebs noch im Entwicklungsstadium. Falls sie sich in größeren Studien beweisen kann, würde das einen wichtigen Schritt im Kampf gegen Darmkrebs und andere Tumorarten bedeuten.

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Autor: Dipl. Biol. Tanja Rojewski / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 01. Juli 2015
Durch:
Quellen: Online-Informationen der Deutschen Krebshilfe: http://www.krebshilfe.de Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert-Koch-Institut, http://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Darmkrebs/darmkrebs_node.html, abgerufen 02/2014 S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG): Kolorektales Karzinom. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 021 - 007OL

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