Augen und Sehkraft
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Augenerkrankungen

Trockene Augen (Sicca-Syndrom) - was ist das?

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Regelmäßiges Trinken schützt vor dem Sicca-Syndrom
(c) Stockbyte

Ein Beschwerdebild, mit dem man im Alltag oft konfrontiert wird, sind zu trockene Augen, das sogenannte Sicca-Syndrom. Vor allem Frauen zwischen 50 und 70 klagen über die lästigen Begleitsymptome wie Fremdkörper- und Druckgefühle, brennende Schmerzen, rot-geschwollene Lider und reichlich Tränenfluss.

Ursachen und Formen des Sicca-Syndroms

Zu seinem Schutz überzieht das Auge ein dünner Tränenfilm*, der sich aus Lipiden, wässrigen und mukösen Komponenten zusammensetzt. Kontinuierliche Lidschläge sorgen dafür, dass die in verschiedenen Drüsen des Auges produzierte Tränenflüssigkeit gleichmäßig über den vorderen Bereich von Augenhorn- und Bindehaut verteilt wird und der Schutzfilm nicht reißt. Benetzungsstörungen der Augenoberfläche und die darauf folgende mangelnde Befeuchtung stecken hinter dem Sicca-Syndrom.

Oft lassen sich keine eindeutigen Auslöser finden. Trockene Büro- und Heizungsluft fördern die Verdunstung des Tränenfilms. Auch Bildschirmarbeit, Umweltschadstoffe, Wind und Sonne belasten die Augen. Mit zunehmendem Alter sinkt die Tränenproduktion der Augen; bei Frauen zusätzlich verstärkt durch die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren. Nicht selten treten die Benetzungsstörungen als Begleitsymptom von Diabetes mellitus, Schilddrüsenfunktionsstörungen und rheumatischen Erkrankungen auf. Auch die Einnahme von Antidepressiva, Betablockern, Kontrazeptiva ("Antibabypille") oder Abkömmlingen der Vitamin-A-Säure- lässt das Auge trocken werden.

Therapeutisches Vorgehen

Künstliche Tränen in Form von Tropfen für die Augen und Gelen unterschiedlicher Viskosität ("Zähflüssigkeit") stehen für die Therapie beim Sicca-Syndrom zur Verfügung. Bei leichten Symptomen sind wässrige Lösungen synthetischer Polymere wie Polyvinylpyrrolidon meist ausreichend. Filmbildner mit Cellulosederivaten wie Hypromellose und Carbomer, eignen sich für stärkere Beschwerden. In schweren Fällen ist Hyaluronsäure die richtige Wahl. Auch Dexpanthenol- und Vitamin A-Zusätze lindern die Austrocknungserscheinungen. Mittelkettige Triglyceride bringen die beim trockenen Auge häufig gestörte Lipidschicht wieder ins Lot. Auch Soja-Lecithin-Liposome üben auf diese einen stabilisierenden Effekt aus.

Was sonst noch beim Sicca-Syndrom hilft

Oft lässt sich bereits mit einfachen Schutzmaßnahmen viel zum Erhalt der eigenen Augengesundheit beitragen. Betroffene mit Sicca-Syndrom sollten zum Beispiel Zugluft und verrauchte Räume meiden. Zum Schutz vor Wind empfiehlt sich das Tragen einer Sonnen- oder Fahrradbrille. Auch ein feuchtes Raumklima und reichlich über den Tag verteilt getrunkene Flüssigkeit (mind. 2,5 l) lindern die Symptome. Computerarbeitern helfen regelmäßige Pausen und bewusstes Zwinkern, Augenproblemen vorzubeugen.

Glossar

Tränenfilm: Es handelt sich um drei verschiedene Flüssigkeitsschichten (Lipidschicht, wässrige Schicht, Muzinschicht), die eng miteinander verbunden sind. Gemeinsam dienen sie z.B. dem Schutz des Auges vor Fremdkörpern oder Infektionen und der Ernährung der vorderen Hornhautschichten. Die außen gelegene Lipidschicht („Fettschicht“) bildet dabei nicht nur eine optisch wirksame Grenzschicht zur Luft, sie verhindert auch ein zu schnelles Verdunsten der wässrigen (mittleren) Schicht. Damit sie diese Aufgaben erfüllen kann, setzt sie sich gleich aus mehreren verschiedenen Fetten (u.a. Cholesterin und Triglyceride) zusammen.

Autor: Stefanie Fastnacht
Letzte Aktualisierung: 15. Oktober 2010
Quellen: DAS PTA MAGAZIN 11/2009 / Von der Lifeline-Redaktion für Patienten überarbeitet

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