Grüner Star

Glaukom: Vorsorge verhindert Erblindung

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Das Glaukom ist in den Industrieländern einer der häufigsten Gründe für Erblindung

Der grüne Star, auch Glaukom genannt, ist eine Erkrankung des Sehnervs, die unbehandelt zur Erblindung führen kann. Eingetretene Schäden können nicht mehr rückgängig gemacht werden. Aber eine frühzeitige Behandlung durch rechtzeitige Vorsorge ist möglich.

Das Glaukom, im Volksmund auch grüner Star genannt, ist die Sammelbezeichnung für eine Reihe von Erkrankungen, denen ein Absterben von Nervenfasern des Sehnervenkopfes im Zentrum der Netzhaut (sogenannte Papille) zugrunde liegt. Sehstörungen und ein langsamer Verlust des Sehvermögens sind die Folge. Ursächlich ist in den meisten Fällen ein Ungleichgewicht der Druckverhältnisse innerhalb der Augeninnenkammer. An der Durchtrittsstelle des Sehnervens aus dem Augeninneren wird die Durchblutung der Nervenfasern gestört und sie sterben ab. Häufig ist dabei insgesamt eine Erhöhung des Augeninnendrucks feststellbar, aber auch genetische Faktoren spielen eine Rolle.

Betroffen von der Erkrankung sind in Deutschland etwa ein Prozent der über 40-Jährigen. Weil aber die Betroffenen häufig erst dann zum Arzt gehen, wenn bereits beträchtliche Schädigungen des Nervens vorliegen, hat die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) in ihren Empfehlungen die Wichtigkeit vollständiger und rechtzeitiger Vorsorgeuntersuchungen hervorgehoben.

Ab dem 40. Lebensjahr sollten alle drei, nach dem 65. besser alle ein bis zwei Jahre der Augeninnendruck gemessen, die Vollständigkeit des Gesichtsfeldes und das Aussehen der Papille am Augenhintergrund beurteilt werden. Dabei muss sowohl die Frage beantwortet werden, ob ein erhöhter Augeninnendruck vorliegt, als auch die nach bestehenden Sehfeldausfällen, also Stellen im Blickfeld, an denen Gegenstände nicht wahrgenommen werden.

Nicht immer geht eines - die Erhöhung des Augeninnendruckes - automatisch mit dem anderen - Ausfällen im Gesichtsfeld - einher. So kann es zum Beispiel auch bei normalem Augeninnendruck zur fortschreitenden Sehnervenschädigung kommen. Und umgekehrt führt nicht jede Erhöhung des Augeninnendrucks zum grünen Star.

Umso wichtiger, so DOG-Experte Professor Norbert Pfeiffer, Direktor der Augenklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz, sei es, in der Vorsorge eine qualifizierte Kombinationsuntersuchung durchzuführen. Diese sollte - wie beschrieben - sowohl den Augeninnendruck berücksichtigen als auch das Aussehen und die Funktion des Sehnervens. Nur so ließe sich zuverlässig die Frage entscheiden, ob und wann mit einer Therapie begonnen werden solle.

Prinzipiell stehen hierfür je nach zugrunde liegenden Mechanismus und Schweregrad eine Reihe von Medikamenten sowie verschiedene Laser- oder Operationstechniken zur Verfügung.

Von einer vorbeugenden Behandlung aller Personen mit erhöhtem Augeninnendruck rät die DOG allerdings ab. Denn die Medikamente verursachen nicht nur Kosten - sie haben auch Nebenwirkungen auf Herz, Kreislauf und Lunge. Nur bei sehr hohen Druckwerten ist die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung eines Glaukoms im Verlauf so hoch, dass laut Professor Pfeiffer eine vorbeugende medikamentöse Therapie gerechtfertigt sein kann.

Andere Faktoren, die das individuelle Risiko für jeden Patienten mit beeinflussen, haben Washingtoner Forscher in einem Risikorechner zusammengetragen, der auf Daten von zwei großen europäischen und amerikanischen Studien aufbaut.

Der Wermutstropfen bei der ganzen Sache: Krankenkassen bezahlen die regelmäßigen Kontrollen bislang erst, wenn schon Schäden eingetreten und sicher diagnostiziert sind. Das ist allerdings recht spät, denn dann ist ein Teil des Sehvermögens bereits unwiderruflich verloren.

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Grüner und Grauer Star sind als typische Alterskrankheiten bekannt, aber auch Kinder können betroffen sein. Für eine erfolgreiche Therapie ist Früherkennung wichtig.

NeoDoc

Autor: Anna Stretz / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 22. Februar 2012
Quellen: Deutsche Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG)

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