Augen und Sehkraft
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Augenerkrankungen

Grüner Star (Glaukom) - Diagnose

Um ein Glaukom (Grüner Star) zu erkennen, stehen dem Arzt eine ganze Reihe von Tests zur Verfügung. Die Augeninnendruckmessung allein reicht nicht aus.

Gerade bei der häufigsten Form des grünen Stars (primäres Offenwinkelglaukom) ist diese Frage schwierig zu beantworten. Die Diagnose Glaukom ist für den Augenarzt Detektivarbeit - er muss bei jedem Patienten individuell nach mehreren Faktoren fahnden. Dazu kommt, dass bestimmte Routineuntersuchungen, wie beispielsweise der Sehtest, erst im Spätstadium auf das Glaukom hinweisen.

Aus diesem Dilemma ergibt sich die Notwendigkeit für eine Reihe von Untersuchungen. Dazu gehören neben der Augenuntersuchung an der Spaltlampe die Druckmessung, das Gesichtsfeld und gegebenenfalls eine automatisierte Papillenausmessung. Eventuell wird der Augenarzt ein Tagesdruckprofil mit mehreren Messungen über den Tag verteilt veranlassen.

Glaukom-Untersuchungen tun nicht weh

Die Untersuchungen zur Glaukomdiagnostik sind allesamt nicht schmerzhaft. Wenn die Augen weit getropft werden, sollten Sie daran denken, eine Begleitperson mitzunehmen, beziehungsweise sich um jemand zu kümmern, der Sie abholt. Die Pupillen werden bei der Erstuntersuchung meist weit getropft - bei einer Kontrolluntersuchung, die nur zur Druckmessung dient, ist dies nicht notwendig.

Augeninnendruck prüfen reicht nicht aus

Der Augeninnendruck allein reicht nicht, um zu der Diagnose Glaukom zu führen. Zum einen kann der Druck zum Zeitpunkt der Untersuchung gerade normal sein, zu anderen Zeiten aber Spitzen aufweisen, die den Sehnerv schädigen. Andererseits gibt es das Normaldruckglaukom, bei dem nie Werte über 22 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule; normal sind Werte zwischen zehn und 21 mmHg) gemessen werden, aber dennoch ein ständiger Nervenfaserverlust auftritt. Daneben gibt es noch Menschen, die trotz erhöhter Druckwerte nie ein Glaukom bekommen.

Sehtest ist bei Glaukom ungeeignet

Ein Sehtest ist kein geeignetes Mittel, um ein Glaukom frühzeitig zu erkennen, denn die Sehkraft lässt erst nach, wenn der Sehnerv bereits fast vollständig zerstört ist.

Gesichtsfeldmessungen sind für die Früherkennung wichtig

Gesichtsfeldmessungen können ein Glaukom früher erkennen lassen. Sie sind aber ebenfalls bereits Ausdruck einer irreversiblen Schädigung. Die Gesichtsfelddefekte spiegeln nur den Untergang von Nervenfasern wieder.

Wie funktioniert die Messung des Gesichtsfelds?

Einen Gegenstand sieht man deutlich, wenn man ihn fixiert, das heißt ihn direkt ansieht, ohne das Auge zu bewegen. Um den Gegenstand herum registriert man aber noch mehr, ohne die Augen direkt darauf zu richten. Dieses gesamte Feld der Wahrnehmung bezeichnet man als Gesichtsfeld. Die Messung des Gesichtsfeldes erfolgt mit einem so genannten Perimeter. Der Patient sitzt vor einem Computer und fixiert mit einem Auge eine Markierung. Von den Seiten erscheint dann ein Lichtpunkt, der sich zur fixierten Markierung hin bewegt. Die Lichtpunkte kommen nacheinander aus verschiedenen Richtungen. Sobald der Patient den Lichtpunkt sieht, drückt er einen Schalter. Die Untersuchungsauswertung hält für jede Richtung fest, an welcher Stelle der Patient den Schalter gedrückt hat - daraus ergibt sich das Gesichtsfeld. Mithilfe dieses Perimeters lassen sich somit Gesichtsfeldausfälle exakt erfassen und in ihrem Umfang einschätzen.

Größe der Excavation, der Sehnervaustrittsstelle

Die Größe der Sehnervaustrittsstelle in der Netzhautmitte (Excavation) ist lediglich ein Anhaltspunkt bei der Glaukomdiagnose. Die Größe, das heißt Tiefe und Durchmesser der Excavation sind von Mensch zu Mensch äußerst unterschiedlich, das heißt es gibt keinen Normwert, anhand dessen man ein gesundes Auge von einem kranken Auge unterscheiden kann. Zum anderen spiegelt eine glaukombedingt vergrößerte Excavation bereits den Verlust von Nervenfasern wieder, der sich nicht mehr rückgängig machen lässt. Die Excavationsgröße ist allerdings hilfreich bei der Verlaufsbeobachtung des Glaukoms. In letzter Zeit sind Geräte auf den Markt gekommen, die die Excavationsgrösse mit dem Computer ausmessen können. Der Augenarzt muss die Excavation also nicht mehr abschätzen, sondern kann sie genau messen.

Früherkennung von Glaukom

Bis heute gibt es keinen Befund, der es erlaubt, ein frühes Glaukom eindeutig zu erkennen oder auszuschließen. Deshalb muss der Augenarzt alle Befunde zusammen beurteilen und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Glaukom besteht, richtig einschätzen.

Warum ist es so wichtig, das Glaukom möglichst früh zu erkennen? Ist die Sehnervenfaser einmal geschädigt, ist dieser Vorgang irreversibel, das heißt er kann durch keine Behandlung wieder rückgängig gemacht werden. Alle Glaukombehandlungen haben daher nur das Ziel, einen weiteren Verlust an Nervenfasern und ein Fortschreiten des Glaukoms aufzuhalten. Logischerweise ist es also am wirkungsvollsten, ein Glaukom so früh wie möglich zu behandeln.

Vorsorgeuntersuchung wichtig, aber keine Kassenleistung

Grundsätzlich sind Vorsorgeuntersuchungen des Auges ab dem 40. Lebensjahr auch bei Beschwerdefreiheit sinnvoll. Die Kostenerstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen ist nicht vollständig geklärt, das heißt Sie sollten diesen Punkt vorher mit Ihrem Augenarzt besprechen.

Wenn ein Verdacht auf ein Glaukom besteht, so wird sich der Augenarzt womöglich dazu entschließen, den Patienten noch nicht zu behandeln, aber regelmäßig zu kontrollieren. Im Zeitverlauf lässt sich dann häufig die Entscheidung leichter treffen, ob ein Glaukom vorliegt. Um bei unserem Beispiel zu bleiben: Wenn ein Patient normalen Augendruck hat, aber eine große Papillenexcavation, und diese Excavation bei Kontrolluntersuchungen noch größer wird, ist ein Glaukom viel wahrscheinlicher. Wenn die Excavation gleich groß bleibt, kann man es bei weiteren Kontrollen belassen.

Wie häufig die Kontrolluntersuchungen stattfinden müssen, hängt von der Krankengeschichte und den Untersuchungsergebnissen des jeweiligen Patienten ab (zum Beispiel vom Vorkommen der Erkrankung in der Familie, von den Veränderungen des Augendrucks oder Einschränkungen des Gesichtsfeldes). Auf jeden Fall gibt der Verlauf dem Augenarzt sehr wichtige Informationen.

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