Kurzsichtige sehen in die Ferne schlecht

Kurzsichtigkeit: Lässt sich eine Myopie verbessern?

Kurzsichtigkeit (Myopie) ist eine Sehstörung, bei der Objekte in größerer Entfernung ohne Sehhilfe nicht mehr scharf wahrgenommen werden. Im Nahbereich hingegen kann die Sehkraft vollständig erhalten oder sogar überdurchschnittlich sein. Zwar lässt sich eine Kurzsichtigkeit nicht verhindern, wohl aber verbessern.

Frau trägt Brille
Jeder vierte ist kurzsichtig und braucht eine Brille.
Getty Images/iStockphoto

Kurzsichtige bemerken ihre Sehschwäche oft erst dann, wenn sie Straßenschilder nicht mehr entziffern können, während nahe gelegene Objekte in der Regel noch klar erkannt werden. Weil der Augapfel zu lang ist, vereinigen sich die eintreffenden Lichtstrahlen von weiter entfernten Objekten schon vor der Netzhaut, während der Brennpunkt von Normalsichtigen direkt auf der Netzhaut liegt.

Objekte in relativer Nähe vermag das Auge hingegen weiterhin scharf auf der Netzhaut abzubilden. In den meisten Fällen ist das Auge zu lang (Achsenmyopie), nur in seltenen Fällen ist die Brechkraft des Auges zu stark (Brechungsmyopie).

Die Abweichung der Brechkraft des Auges wird in Dioptrien angegeben. Eine Dioptrie (1 dpt) entspricht der Brechkraft einer Sammellinse, deren Brennpunkt einen Meter von der Linse entfernt liegt (Brennweite).

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Eine leichte Kurzsichtigkeit (bis 3 dpt) kann bei der sogenannten Altersweitsichtigkeit (Presbyopie) ab etwa 40 Jahren von Vorteil sein: Unter Umständen ist dann eine Lesebrille erst später erforderlich als bei Normalsichtigen.

Ursachen der Kurzsichtigkeit

Kurzsichtigkeit ist in den meisten Fällen erblich bedingt. Dann besteht die Myopie bereits bei der Geburt (kongenitale Myopie) oder entwickelt sich während der Kindheit im Alter von meist zehn bis zwölf Jahren. Von Myopia simplex oder "Schulmyopie" wird gesprochen, wenn sich die Fehlsichtigkeit etwa um das 20. Lebensjahr stabilisiert und nicht mehr als 5 dpt beträgt. Stabilisiert sich die Kurzsichtigkeit erst um das 30. Lebensjahr mit bis zu 12 dpt, so wird sie als benigne (gutartige) progressive Myopie bezeichnet.

Dem gegenüber ist die maligne Myopie (Myopia maligna, progressiva) von einer unbegrenzten Zunahme der Kurzsichtigkeit mit starker Überdehnung des Augapfels und sehr starker Fehlsichtigkeit gekennzeichnet. Dabei kann es zur Schädigung oder Ablösung der Netzhaut kommen, die unbehandelt die Gefahr der Erblindung mit sich bringen.

Tritt Kurzsichtigkeit als Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung auf, so stehen naturgemäß häufig die Beschwerden der Grunderkrankung im Vordergrund. Es ist jedoch auch möglich, dass die Krankheit erst durch zunehmende Kurzsichtigkeit bemerkt wird.

Zu den Erkrankungen, die zur Entstehung von Kurzsichtigkeit beitragen, gehören:

Umwelteinflüsse könnten Kurzsichtigkeit begünstigen

Aufgrund der starken Zunahme von Kurzsichtigkeit in asiatischen Städten ist es denkbar, dass auch Umwelteinflüsse die Entstehung von Kurzsichtigkeit begünstigen könnten. Genaueres ist darüber jedoch noch nicht bekannt.

Weder schlechte Lichtverhältnisse (Lesen bei Kerzenlicht und Ähnliches) noch häufiges und anhaltendes Nahsehen, wie es bei verschiedenen Berufen erforderlich sein kann, führen zu Kurzsichtigkeit. Auch eine bereits bestehende Kurzsichtigkeit wird durch sie nicht verstärkt.

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Kurzsichtigkeit: So stellt der Arzt die Diagnose

Bei der augenärztlichen Untersuchung der Kurzsichtigkeit misst der Arzt zunächst die Brechkraft des Auges. Sie allein lässt jedoch keinen Rückschluss auf das tatsächliche Sehvermögen der Patienten zu. Deshalb prüft der Arzt mit verschiedenen Testlinsen, wann der Patient am besten sehen kann.

Die Bestimmung der Sehkraft erfolgt zum Beispiel mittels einer Tafel, auf der Buchstaben in unterschiedlicher Größe abgebildet sind. Die Sehkraft ist höher, wenn auch kleinere Buchstaben noch korrekt erkannt werden. Sowohl Kurzsichtige als auch Normal- und Weitsichtige können eine gute oder schlechte Sehkraft haben. Die Sehkraft verbessert sich jedoch, wenn eine vorhandene Fehlsichtigkeit ausgeglichen wird.

Behandlung: Nur eine OP kann Kurzsichtigkeit dauerhaft heilen

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Einfach und zuverlässig kann die Kurzsichtigkeit durch eine Brille oder durch Kontaktlinsen ausgeglichen werden. Verwendet werden Zerstreuungslinsen, deren Brechkraft für jedes Auge einzeln angepasst wird. Sie gleichen die zu starke Brechkraft des Auges aus, sodass auf der Netzhaut wieder ein scharfes Bild entsteht.

Vertragen Patienten mit Myopie weder Brille noch Kontaktlinsen, kann die refraktive Chirurgie die Brechkraft des Auges korrigieren. Hier gibt es verschiedene Verfahren.

Mit dem Laser gegen Kurzsichtigkeit

Die photorefraktive Keratektomie (PRK) ist wissenschaftlich anerkannt für die Korrektur von Kurzsichtigkeit bis -6 Dioptrien. Sie erfolgt mittels eines computergesteuerten Lasers, der einen Teil der Hornhaut abschleift, nachdem zuvor die vordere Grenzschicht (Epithel) der Hornhaut entfernt worden ist. Das Epithel wächst nach dem Eingriff binnen weniger Tage nach. Weiterentwicklungen dieses Verfahrens sind die sogenannte LASIK und EPILASIK.

Bei der LASIK (Laser-in-situ-Keratomileusis) wird das schmerzempfindliche Hornhautepithel nicht entfernt. Die Patienten können deshalb sofort nach der Operation scharf sehen und haben kaum Schmerzen. Das Verfahren erfordert jedoch tiefere Einschnitte in die Hornhaut, die zu Heilungsstörungen führen können, etwa wenn sich die Schnitte nicht wieder schließen. Weiterhin ist eine Mindestdicke der Hornhaut von einem halben Millimeter erforderlich. Mit der LASIK kann eine Kurzsichtigkeit bis -10 Dioptrien und eine Weitsichtigkeit bis 4 Dioptrien korrigiert werden.

Operationen, um Kurzsichtigkeit zu verbessern, sind nicht ohne Risiko und garantieren zudem nicht, dass nach dem Eingriff keine Sehhilfe mehr benötigt wird. Von wenigen, medizinisch begründeten Fällen abgesehen, müssen Patienten die Kosten der Operation (etwa 500 bis 2.000 Euro pro Auge) selbst tragen.

Augentraining kann Kurzsichtigkeit nicht stoppen oder heilen

Es gibt keine Möglichkeit, einer veranlagungsbedingten Myopie vorzubeugen. Das Ausmaß der Kurzsichtigkeit könnte jedoch eventuell durch eine frühzeitige und vollständige Korrektur der Fehlsichtigkeit günstig beeinflusst werden. Es sollte versucht werden, Kurzsichtigkeit als Folge einer anderen Erkrankung durch Behandlung der Grunderkrankung zu vermeiden.

Die recht häufig anzutreffende Vorstellung, Kurzsichtigkeit könne durch bestimmte Übungen vermieden oder geheilt werden, ist in zahlreichen Studien widerlegt worden. Weder Entspannungsübungen noch ein spezielles Training der Augenmuskulatur haben Einfluss auf die Entstehung oder die weitere Entwicklung einer Kurzsichtigkeit.

Andererseits ist jedoch auch die Sorge, Lesen bei knapper Beleuchtung oder Arbeiten, die dicht vor den Augen ausgeführt werden, würden die Kurzsichtigkeit fördern, unbegründet.

Optische Täuschungen

Autor:
Letzte Aktualisierung: 30. September 2016
Durch: sist
Quellen: http://www.augeninfo.de/patinfo/myopie.htm Grehn F, Leydhecker W. Augenheilkunde. Berlin, Heidelberg, New York, Barcelona, Budapest, Hong Kong, London, Mailand, Paris, Tokyo Clin Exp Optom.