Pollenallergie und Asthma

Etagenwechsel: Wie aus Heuschnupfen Asthma wird

Wird ein Heuschnupfen nicht behandelt, kommt es oft zu Asthma

Heuschnupfen ist der größte Risikofaktor für Asthma. Fast jeder zweite Pollenallergiker erkrankt früher oder später auch an Asthma. Was die Ursachen für den Etagenwechsel sind.

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Ein Heuschnupfen sollte behandelt werden, sonst droht Asthma.
Getty Images/iStockphoto

Alle Jahre wieder ist mit den Blütenpollen der Heuschnupfen im Anflug. Fast jeder vierte Deutsche im mittleren Lebensalter leidet unter einer Pollenallergie. Nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) werden aber nur ein Drittel der Heuschnupfenpatienten ärztlich betreut. Dabei kann die Behandlung der Allergie unter Umständen vor einer schwereren Erkrankung bewahren: Asthma. Denn ungefähr 50 Prozent der Heuschnupfenpatienten erkranken früher oder später an Asthma. Ärzte sprechen von einem Etagenwechsel der Erkrankung.

Auslöser des Etagenwechsels oder: vom Heuschnupfen zum Asthma

Eine einfache Erklärung: Wird Heuschnupfen nicht ausreichend behandelt und ist die Nase deswegen zu, wird automatisch nicht durch die Nase, sondern durch den Mund eingeatmet. Die Allergie auslösenden Pollen gelangen dadurch sofort in Bronchien und Lunge. Sie verursachen dort Asthma. Eine weitere Rolle spielen Entzündungsprozesse.

Beim Heuschnupfen sind beispielsweise die Nasenschleimhäute und Augen entzündet. Werden diese Entzündungen nicht behandelt, können sie sich ausbreiten: vom Mittelohr über den Rachen bis hin zur Lunge.

Sobald auch das Atmungsorgan betroffen ist, leiden Heuschnupfen-Patienten unter typischen Asthma-Symptomen:

Sie reagieren dann auf die lästigen Pollen nicht nur mit einer

  • triefenden Nase und
  • geröteten Augen, sondern auch mit
  • Husten oder sogar
  • Atemnot.

Bei solchen Symptomen ist der Heuschnupfen sprichwörtlich "ein Stockwerk tiefer" gerutscht - dann ist von einem Etagenwechsel die Rede, der zu Asthma führte.

Es besteht die Möglichkeit, dass sich daraus ein chronisches Asthma entwickelt. Laut dem ARIA-Projekt (Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist der Heuschnupfen einer der größten Risikofaktoren für Asthma. Die Rede ist in diesem Zusammenhang vom „one-airway-one-disease”-Konzept ("ein Atemweg, eine Krankheit").

Wie Sie den Etagenwechsel stoppen

Heuschnupfen sollte also auf jeden Fall behandelt werden. Lassen Sie sich dabei von eine Arzt beraten. Jede Behandlung der Pollenallergie ist dabei auch eine Form der Asthmaprävention.

Mehr über die typischen Symptome von Heuschnupfen lesen Sie hier!.

13 Heuschnupfen-Mythen: wahr oder falsch?

Autor:
Letzte Aktualisierung: 07. Mai 2014

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