Asthma bei Kindern

Sportunterricht auch für Kinder mit Asthma?

Sportunterricht auch für Kinder mit Asthma?
Asthma ist kein Hindernis für den Sportunterricht, eine angemessene sportliche Aktivität ist wichtig.
(c) Robert O. Brown Photography

Eltern von kranken Kindern wissen: Körperliche Anstrengung führt oft zu einer asthmatischen Reaktion. Viele Eltern schrecken deshalb davor zurück, ihrem Kind die Beteiligung an sportlichen Aktivitäten zu erlauben. Einer großen Umfrage zur Folge wird jedes dritte Kind vom Sportunterricht befreit. Doch eine dauerhafte körperliche Schonung bewirkt, dass die Schwelle, ab der ein Belastungsasthma auftritt, immer niedriger wird.

Über die Hälfte aller Patienten leidet unter Anstrengungsasthma. Bei körperlicher Anstrengung verengen sich die Atemwege und es kann zu Atemnot kommen: Die mit der Anstrengung verbundene Mehratmung führt zu eine relativen Abkühlung und Austrocknung der Atemwege, was bei Asthmatikern das Zusammenziehen und die Verengung der Bronchien verursacht. Während Atemnot bei gesunden Menschen von selbst aufhört, sobald die körperliche Aktivität abgebrochen wird, kann der Kranke diese nur schwer unter Kontrolle bekommen.

Kein Sport für Asthmatiker?

Als Konsequenz daraus auf den Sport zu verzichten, ist jedoch genau der falsche Weg. Denn zu viel Schonung bewirkt das Gegenteil: Durch die körperliche Inaktivität wird die Schwelle, ab der eine asthmatische Reaktion auftritt, noch weiter gesenkt. Untrainierte Asthmatiker bekommen somit bereits bei immer geringeren Belastungen Atembeschwerden. In Folge dessen versucht sich der Betroffene noch stärker zu schonen, was die Schwelle weiter erniedrigt. Durch diesen Teufelskreis entwickeln besonders Kinder oft eine regelrechte Angst vor Sport und Bewegung, die das Belastungsasthma verstärken kann.

Sportliches Aufbautraining verbessert psychosoziale Lage des Kindes

Eine angemessene sportliche Aktivität kann hingegen insbesondere für Schulkinder eine wichtige Rolle spielen. Sowohl die körperliche als auch die seelische und soziale Entwicklung von Kindern wird durch Sport gefördert. Zum einen kann die Anfallshäufigkeit und eventuell sogar die Dosis der Dauermedikamente gesenkt werden. Darüber hinaus werden jedoch auch der Schulerfolg sowie die psychosoziale Lage des Kindes positiv beeinflusst. Nicht selten leiden asthmakranke Kinder unter sozialer Isolation, die nicht zuletzt mit der mangelnden Teilnahme an sportlichen Aktivitäten in Zusammenhang steht. Umfragen haben ergeben, dass die betroffenen Kinder in Bezug auf ihre Krankheit vor allem die eingeschränkte sportliche Leistungsfähigkeit bedauern. Mit Hilfe eines angemessenen sportlichen Aufbautrainings könnte diese Einschränkung überwunden werden. Zudem könnten auch die durch die Krankheit bedingten Fehlzeiten reduziert werden.

Teilnahme am Schulsport

Grundsätzlich ist zu empfehlen, auch asthmakranke Kinder am Sportunterricht in der Schule teilnehmen zu lassen. In bestimmten Situationen ist jedoch eine vorübergehende Befreiung vom Sport erforderlich:

  • während und kurz nach Infektionskrankheiten
  • bei absehbarem Allergenkontakt (zum Beispiel in der Pollenflugzeit)
  • nach einem Asthmaanfall, bis die gewohnten Peak-Flow-Werte wieder erreicht sind Des Weiteren sollte der Sportlehrer über die gesundheitliche Situation des Kindes informiert sein und der betroffene Schüler nie ohne seine Bedarfsmedikamente zum Sport kommen.Als zusätzliche körperliche Aktivitäten in der Freizeit sind besonders das Schwimmen, Joggen, Radfahren und Walken zu empfehlen. Für die Motivation und den Trainingseffekt ist allerdings auch der Spaßfaktor entscheidend.
  • Vor der Aufnahme eines sportlichen Trainings sollte eine ärztliche Untersuchung abklären, ob weitere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden müssen.

Des Weiteren sollte der Sportlehrer über die gesundheitliche Situation des Kindes informiert sein und der betroffene Schüler nie ohne seine Bedarfsmedikamente zum Sport kommen.

Als zusätzliche körperliche Aktivitäten in der Freizeit sind besonders das Schwimmen, Joggen, Radfahren und Walken zu empfehlen. Für die Motivation und den Trainingseffekt ist allerdings auch der Spaßfaktor entscheidend.

Autor: Springer Medizin / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 27. Januar 2012
Quellen: Nach Informationen der Ärzte Zeitung und der DAK; 24.03.05

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