Notfallplan und erste Zeichen

Asthmaanfall: Was tun im Notfall?

Auf einen akuten Asthmaanfall sollte jeder Asthmatiker gut vorbereitet sein. In einer solchen Extremsituation ist es wichtig, dass der Betroffene selbst – aber auch sein Umfeld – wissen, was zu tun ist. Eltern von asthmakranken Kindern sollten unbedingt nahestehende Personen, andere Eltern oder auch Ansprechpartner in der Schule über die richtigen Maßnahmen im Notfall informieren.

Asthmaanfall: Was tun im Notfall?
Jeder Asthmatiker sollte wissen, was im Notfall zu tun ist, und darauf entsprechend vorbereitet sein.
(c) Getty Images/iStockphoto

Darüber hinaus sollten Asthmapatienten unbedingt die ersten Zeichen eines Asthmaanfalls erkennen, denn meistens kündigt er sich schon im Vorfeld an. Dann muss schnell gehandelt werden.

Innerhalb von wenigen Minuten kann sich aus einem zunächst harmlos erscheinenden Engegefühl in der Brust ein akuter Asthmaanfall entwickeln. Nicht bei jedem Patienten treten solche Notfallsituationen ein, dennoch sollten die Betroffenen wissen, was dann zu tun ist. Bitten Sie Ihren Arzt, mit Ihnen einen individuellen Notfallplan aufzustellen.

Asthmaanfall bei Kindern

Erleidet ein Kind unter zwölf Jahren einen Asthmaanfall mit starker Atemnot, muss sofort der Notarzt gerufen werden. Dabei ist der Hinweis „akute Atemnot“ für das Notfallteam wichtig und hilfreich und sollte deshalb im Rahmen des Anrufs gegeben werden.

Wann steigt die Gefahr für einen Asthmaanfall?

Ein Asthmaanfall kommt meist nicht aus „heiterem Himmel“. Er kündigt sich in der Regel an – wer also die Zeichen kennt, die auf eine bevorstehende Asthmaattacke hindeuten, kann schneller gegensteuern. Das Gerät, mit dem Asthmapatienten ihre Lungenfunktion regelmäßig testen ist nicht nur im Rahmen der Therapieanpassung wichtig, sondern kann auch als Frühwarnsystem genutzt werden: Sinken die gemessenen Lungenfunktionswerte, genauer gesagt der so genannte Peak-flow-Wert, über mehrere Tag ab, bessern sich die Werte nur unzureichend nach der Anwendung eines bronchialerweiternden Medikamentes Reliever oder schwanken sie ungewöhnlich, kann eine Attacke bevorstehen. Außerdem erhöhen ein Schnupfen oder eine Erkältung das Risiko, dass es innerhalb weniger Tage zu Atembeschwerden kommt. Zu den weiteren Warnhinweisen gehören z.B. auch nächtlicher Husten, ein gestörter Schlaf und gemindertes Allgemeinbefinden sowie Atembeschwerden beim Sport, etwa Rasseln, Engegefühl oder Schmerzen im Brustbereich. Treten derartige Warnhinweise auf, ist - nach Rücksprache mit dem Arzt - ein Beginn oder eine Intensivierung der Therapie erforderlich.

Woran erkennt man eine akute Attacke?

Die akute Attacke geht bei mit typischen Zeichen einher: Die Atmung ist schneller und von typischen Geräuschen (Giemen, Pfeifen, Rasseln) begleitet. Der Effekt eines bronchialerweiternden Sprays mit Sofortwirkung (Beta-Mimetikum) hält weniger als zwei bis vier Stunden an. Der Betroffene ist oft auch ängstlich und vermeidet körperliche Belastung. Seine Muskulatur zwischen und unter den Rippen kann eingezogen sowie der Brustkorb überbläht sein. In diesem Fall sollte die Therapie intensiviert und ein Arzt aufgesucht werden.

Sind die Zeichen ausgeprägter, ist unverzüglich ein Arzt zu konsultieren. Das gilt beispielsweise, wenn deutliche Schwierigkeiten beim Ausatmen auftreten und der Betroffene zu kurzatmig ist, um zu laufen oder zu sprechen. Auch eine schnelle, angestrengte Atmung, ein stark angehobener Brustkorb, ein deutlich beschleunigter Herzschlag, Angst und eine bläuliche Lippenfarbe weisen auf den Ernst der Lage hin.

Steigern sich die Symptome weiter, besteht ein Notfall, bei dem der Betroffene so schnell wie möglich in ein Krankenhaus muss. Typischerweise sind dann der Brustkorb stark gebläht oder kaum beweglich, die Lippen oder Finger blau gefärbt und die Blutgefäße im Halsbereich stark gefüllt.

Asthmaanfall - was tun?

Um im Krisenfall richtig und schnell handeln zu können, ist es sinnvoll, derartige Situationen vorab in Ruhe mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Zudem sollte man die Adresse und Telefonnummer des Arztes oder von Spezialsprechstunden an Kliniken griffbereit haben. Erkundigen Sie sich auch nach Ansprechpartnern, die Sie im Notfall auch am Wochenende oder an Feiertagen rufen können.

Tritt ein akuter Anfall auf, ist das erste Mittel ein bronchialerweiterndes Medikament mit Sofortwirkung zum Inhalieren (Beta-Mimetikum). Außerdem sollte eine kontrollierte Atemtechnik – z.B. „Lippenbremse“ und „Kutschersitz“ –  angewendet werden, um die Atemnot zu reduzieren. Tritt nach diesen Maßnahmen eine Besserung ein, kann die Therapie wie üblich fortgeführt werden. Gleichzeitig sollte der Arzt zumindest telefonisch über den Anfall informiert werden.

Sprechen das Beta-Mimetikum und die Atemtechnik nicht schnell an, sollte die Inhalation ggf. fortgeführt werden, und zusätzlich eine Kortisontablette eingenommen werden. Außerdem muss unverzüglich ein Arzt oder eine Klinik aufgesucht werden.

In der "Patientenleitlinie Asthma" werden folgende Empfehlungen für den Notfall gegeben:

  1. Ruhe bewahren
  2. Atemtechniken anwenden: Lippenbremse und atemerleichternde Körperhaltung (z. B. Kutschersitz, Wandstellung) anwenden
  3. Zwei bis vier Hübe des Bedarfsmedikamentes (je nach Schwere des Asthmaanfalls, ggf. wiederholen)
  4. Kortisontablette gemäß individuellem Notfallplan einnehmen
  5. Notarzt anrufen, folgende Informationen angegeben: Kind oder Erwachsener, „akute Atemnot“
  6. Betroffener muss im Sitzen transportiert werden

Autor:
Letzte Aktualisierung: 30. Januar 2012
Quellen: Nach Informationen von Karl P. Paul (Asthma bei Kindern, Hilfen für Eltern und Kind, Springer Verlag, Berlin, 2004)

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