Unterstützung für Eltern

Mein Kind hat ADHS

Wenn die Diagnose ADHS das eigene Kind betrifft, geraten viele Eltern an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Häufig kann dann professionelle Unterstützung von außen helfen, um den Alltag mit ADHS zu meistern.

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Häufig kann professionelle Unterstützung Eltern helfen, den Alltag mit ADHS zu meistern.
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Wenn der eigene Nachwuchs ADHS hat, dann bedeutet das für die Eltern neben der Sorge um das Kind vor allem auch eines: eine nervliche Zerreißprobe. Egal ob es um Zähneputzen, Hausaufgabenmachen oder das Zubettgehen geht – jeder noch so alltägliche Vorgang wird dann häufig zum Kampf. Kein Wunder, dass viele Eltern hier an ihre Grenzen stoßen.

Hinzu kommen dann häufig auch noch die bohrenden Blicke der anderen, wenn sich das Kind in der Öffentlichkeit auffällig verhält und das Gefühl, selbst etwas falsch zu machen. Wenn also mal wieder der schreiende Sprössling in den Gängen des Supermarkts Alarm schlägt, sprechen die Blicke der Menschen oft Bände: "Schaffen Sie es denn nicht, ihr Kind richtig zu erziehen"?

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Was zu tun ist, wenn die Diagnose ADHS feststeht

Häufig ist zumindest die manifestierte Diagnose ADHS ein erster Schritt, um den Eltern eine gewisse Belastung zu nehmen. Nicht ich alleine habe Schuld – mein Kind leidet unter einer Krankheit! Quälende Selbstzweifel können so häufig nach Jahren endlich abgeschüttelt werden. Und dennoch ist die aktive Mitarbeit der Eltern jetzt besonders gefordert: Sie müssen den Rahmen dafür schaffen, dass sie und natürlich ihr Kind mit der Diagnose ADHS umgehen und leben können.

Optimale ADHS-Behandlung als Basis

Die Basis für das Leben mit einem an ADHS erkrankten Kind ist natürlich die individuell angemessene Therapie. Verhaltenstrainings, psychotherapeutische Maßnahmen aber auch Medikamente spielen hier als Therapie-Bausteine eine wichtige Rolle.

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Auch eine angepasste Ernährung und unter Umständen die ergänzende Gabe von hochwertigen Omega-3-Fettsäuren wie DHA und EPA zur Unterstützung des Gehirnstoffwechsels hat sich in Zusammenhang mit leichten Formen der ADHS bewährt. All diese Möglichkeiten bilden in ihrer individuellen Kombination die Basis, auf der die von ADHS Betroffenenaufbauen können und die dabei helfen, den Alltag trotz ADHS zu meistern.

Professionelle Unterstützung für Eltern bei ADHS

Die Eltern bilden für Kinder mit ADHS eine ganz wesentliche Stütze. Doch wie kann man selbst eine Stütze sein, wenn einen der durch die Krankheit ADHS ausgelöste Stress und die vielen täglichen Konfliktsituationen immer wieder an die Grenze der eigenen Belastbarkeit bringen? Was, wenn man selbst nicht weiter weiß und mal wieder einfach die Geduld verliert?

Auch Eltern von ADHS-Kindern brauchen in der Regel professionelle Unterstützung von Sozialpädagogen oder anderen Experten. Bewährt haben sich sogenannte Elterntrainings – so kann man beispielsweise einmal wöchentlich selbst an einem Elterntraining gemeinsam mit anderen Eltern teilnehmen und unter Anleitung eines Coachs lernen, typische Konfliktsituationen zu meistern. In solchen Elterntrainings geht es nicht zuletzt darum zu lernen, wieder die guten Seiten an seinem kleinen "Störenfried" in den Mittelpunkt zu rücken.

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Im Alltag mit ADHS zurechtkommen

Andere Eltern wünschen sich lieber einen qualifizierten Elterntrainer, der nach Hause kommt und die individuelle Situation entsprechend beurteilt und praktische Tipps gibt. Egal wofür Sie sich entscheiden – nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch, wenn Sie sich diese Unterstützung wünschen.

Es gibt einige grundregelnde Regeln und Tipps, die Eltern von an ADHS erkrankten Kindern berücksichtigen können, um den Alltag besser zu gestalten. Klare Strukturen aber auch Liebe und Zuwendung, Verständnis und das richtige Maß an Lob spielen hier eine wichtige Rolle. Die besten Tipps bei ADHS haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Die eigenen Bedürfnisse nicht vergessen

Ein ganz wichtiger Punkt am Schluss: Denken Sie auch an sich selbst! Nicht selten geraten Eltern von ADHS-Kindern in die Burn Out Falle und können so am Ende eben nicht der Fels in der Brandung sein, der so dringend benötigt wird. Insofern gilt: Gönnen Sie sich Auszeiten, machen Sie auch das, was Ihnen Spaß macht. Hobbys, Freunde treffen – erlaubt ist, was gefällt.

Wichtig ist natürlich, dass Sie sich entsprechende Unterstützung holen. Vielleicht ist Ihre Mutter, die Schwiegermutter oder auch die beste Freundin bereit, sich ein paar Stunden um den Nachwuchs zu kümmern? Versuchen Sie es und sprechen Sie Ihren Wunsch offen an. Natürlich ist es dann wichtig, auch die Aufsichtsperson umfassend über das Krankheitsbild ADHS sowie einige grundlegende Regeln zu informieren.

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