Lernen, Konzentrieren und Denken bei ADHS

Strukturen schaffen fürs Lernen und Konzentrieren bei ADHS

Mutter hilft Kind bei Hausaufgaben
Wichtig für Schulkinder ist einen eigenen, ruhigen Arbeitsplatz, um Aufgaben konzentriert und ungestört erledigen zu können.
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Ein gut organisierter Arbeitsplatz, ein fester Tagesablauf und auch bewusst eingeplante Ruhepausen – die richtigen Strukturen im Alltag sind für die geistige Leistungsfähigkeit unserer Kinder unverzichtbar.

Feste Essenszeiten sind ein Fremdwort? Die Hausaufgaben werden auf dem Couchtisch gemacht, während nebenbei der Fernseher läuft? Es gibt genügend Faktoren, die die geistige Leistungsfähigkeit von Kids deutlich beeinträchtigen können. Und genau aus diesem Grund ist es so wichtig einen klaren Rahmen zu schaffen, der Ihren Kindern Orientierung bietet. Feste Essens- und Hausaufgabenzeiten, ein gut organisierter, aufgeräumter Arbeitsplatz im Kinderzimmer, kleine Anerkennungen oder Bonus-Punkte für Ihr Kind - all das sind Punkte, die das Lernen, Konzentrieren und Denken dem Kind ein wenig leichter machen können. Wir haben für Sie einige Tipps und Tricks zusammengestellt, wie Sie in den eigenen vier Wänden ein optimales Lern- und Denkumfeld für Ihr Kind schaffen können.

Tipp 1: Arbeitsplatz mit Köpfchen

Hausaufgaben zwischen Fernbedienung, Fernsehzeitschriften und Chips-Tüte? Nicht gerade optimal. Wichtig für Schulkinder ist, dass sie einen eigenen, ruhigen Arbeitsplatz haben, in einem Raum, in dem sie möglichst die Türe schließen können, um Aufgaben konzentriert und ungestört erledigen zu können. Ideal sind ein höhenverstellbarer Tisch sowie ein ebenfalls in der Höhe verstellbarer Stuhl, der der Größe des Kindes gerecht wird. Weitere Tipps, um den Arbeitsplatz für Schulkinder richtig zu gestalten:

  • Kein Fernseher oder Telefon im Zimmer mit Arbeitsplatz
  • Gute Ablagemöglichkeiten und Stauraum
  • Bücher etc. in einem Bücherregal in Griffnähe
  • Alle benötigten Utensilien (Stifte, Schere, Taschenrechner etc.) als Grund-Ausstattung
  • Ausreichend Tageslicht bzw. gute Beleuchtung mit entsprechenden Leuchten

Tipp 2: Tagesplan verfassen

Nach Schule und Mittagessen hat kaum ein Kind wirklich Lust, sich direkt an die Schulaufgaben zu machen. Aber umso schwerer ist es auch, nach dem Spielen ein Ende zu finden und sich erneut zum Lernen aufzuraffen. Hier hilft ein strukturierter Tagesablaufplan. Versuchen Sie, feste Essenszeiten zu etablieren, möglicherweise gibt es nach den Mahlzeiten erst einmal eine Stunde Spiel-Zeit. Darauf folgt im festgelegten Plan aber wiederum eine fest eingeplante Zeit für Hausaufgaben und am Abend darf dann wieder das Lieblings-Computerspiel gespielt werden. Planen Sie mit Ihrem Kind den Tag und machen Sie sich immer wieder ein Bild davon, welche Aufgaben für die Schule erledigt werden müssen bzw. welche der Aufgaben Priorität haben. So können Sie dem Kind besser vorgeben, was als nächstes auf der Tagesordnung steht.

Tipp 3: Pausen einplanen & Bewegung nicht vergessen

8 Stunden oder mehr konzentrieren- das ist für Kids mit ihrem Bewegungs- und Spieldrang natürlich doppelt schwer. Insofern sind Pausen unverzichtbar – und wenn es nur 10-20 Minuten sind. Ein bisschen raus in den Garten oder ab auf die Schaukel am Spielplatz neben an. Frische Luft und Bewegung sorgen für einen neuen Energie-Kick für´s Gehirn.

Tipp 4: Loben & belohnen

Natürlich wollen Kinder gelobt werden. Egal ob es eine gute Note gegeben hat oder gewisse vereinbarte Aufgaben – wie z.B. die Spülmaschine einzuräumen oder den Müll runtertragen - erledigt wurden. Schließlich darf auch der Anreiz nicht fehlen, sich auf eine Sache zu konzentrieren bzw. Anforderungen zu erfüllen. Ein mündliches Lob kann hier ebenso effektiv sein wie zum Beispiel der lang ersehnte Besuch im Freizeit-Park oder im Hallenbad. Natürlich gilt hier wie in so vielen Fällen: Maß halten! Schließlich muss eine Belohnung immer auch etwas Besonderes bleiben.

Tipp 5: Auf die richtige Ernährung achten

Fettes Essen liegt schwer im Magen und erschwert die Konzentration. Was für Arbeitnehmer und den Gang in die Kantine gilt, trifft auch für Kinder zu. Auch hier sollte leichte, ausgewogene Kost auf dem Programm stehen. Achten Sie auf die richtigen Nährstoffe. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente dürfen hier für eine gesunde Basis-Versorgung nicht fehlen. Übrigens kann man die Hirnleistung mit bestimmten Nährstoffen wie zum Beispiel Omega-3-Fettsäuren auch ganz gezielt unterstützen. Also gilt grundsätzlich: Bringen Sie öfter mal Fisch auf den Tisch! Seefischarten wie Hering, Makrele oder auch Sardinen liefern wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Mit Fischstäbchen alleine ist es also leider nicht getan.

Mehr über die Rolle von Omega-3-Fettsäuren für das Denk- und Lernvermögen lesen Sie hier.

Konzentration bei Schulkindern fördern
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    Wegbeschreibung aus dem Gedächtnis

    Nach den täglichen Besorgungen oder dem Besuch bei Oma und Opa zu Hause angekommen, bitten Sie Ihr Kind den eben zurückgelegten Weg aus dem Gedächtnis aufzuzeichnen. Am besten malt es noch einige markante Stellen wie zum Beispiel Spielplätze, große Bäume oder einen Spielzeugladen mit auf. Das stärkt sein Gedächtnis und Erinnerungsvermögen beträchtlich. Wichtig: Überfordern Sie Ihr Kind bei den Aufgaben nicht, denn auch hierbei sollte der Spaß nicht verloren gehen.

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    Spielend die Konzentration fördern

    Die Fähigkeit sich zu konzentrieren, ist kein Zauberwerk! Man kann sie üben und trainieren, wie zum Beispiel Fahrradfahren oder Schnürsenkelbinden. Die meisten Kinder spielen gerne Denkspiele wie Memory, Puzzles oder den Klassiker Stadt, Land, Fluss und lösen Knobel- und Rätselaufgaben. So wird das Gedächtnis der Kleinen mit hohem Spaßfaktor spielend leicht trainiert und zudem ihr Ehrgeiz, die Aufgaben zu lösen, angeregt.

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    Aufmerksamkeit schenken

    Für Kinder ist es sehr wichtig, dass Sie ihnen und ihren Leistungen Beachtung schenken. Lob und Zuspruch für die Erfolge und Anstrengungen der Kleinen sind unerlässlich – auch wenn sie etwas nicht geschafft haben. Während Kinder ihre Aufgaben erledigen, sollten Sie sie im Blick haben und Ablenkungen fernhalten, sie aber keines falls dabei stören. Vermitteln Sie Ihren Kindern Ruhe und Gelassenheit, um sie durch Ihre eigene Unruhe nicht zusätzlich zu verunsichern.

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    Teamsport

    Grundsätzlich gilt: Körperliche Aktivität und Training fördern die Konzentrationsfähigkeit. Und welches Kind liebt es nicht, sich mit Geschwistern, Freunden und anderen gleichaltrigen Kindern gemeinsam zu bewegen? Sportliche Aktivitäten in der Gruppe oder im Verein haben nicht nur den Vorteil, dass sie den Teamgeist stärken – das gemeinsame Streben einer Mannschaft erhöht zudem das Durchhaltevermögen und das Verantwortungsbewusstsein der Kinder.

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    Im Gleichschritt marsch

    Ob beim Spazierengehen, auf dem Weg in den Kindergarten oder den Supermarkt: Gehen Sie mit Ihrem Kind im Gleichtakt - werden Sie dabei manchmal etwas schneller oder langsamer und bauen Sie unvermittelt kleine Hüpfer und Taktveränderungen ein. Das fördert die Konzentration Ihrer Kinder und macht ihnen einen Riesenspaß. Also auf geht’s, im Gleichschritt – marsch!

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    Reise ins Traumland

    Sorgen Sie dafür, dass sich Ihr Kind bequem und entspannt hinsetzt oder legt und die Augen schließt. Dann erzählen Sie ihm eine Geschichte von einer Reise ins Traumland. Bauen Sie fantasievolle Welten auf und schildern Sie Eindrücke, Farben, Geräusche, Gerüche und Geschmäcker, um möglichst viele Sinne Ihres Kindes einzubinden. Ihr Kind soll sich für diese kurze Zeit völlig entspannen. Anschließend, nach kurzem Strecken, um den Kreislauf anzuregen, ist die Konzentrationsfähigkeit Ihres Kindes wieder auf höchstem Niveau.

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    Trampolinspringen

    Durch Bewegung wird das Gehirn besser durchblutet. Für Kinder ab etwa 4 Jahren ist beispielsweise ein Trampolin als Trainingsgerät besonders geeignet. Spielend leicht werden hier die Koordinations- und Konzentrationsfähigkeit geschult, gleichzeitig die Muskulatur gestärkt und die Gelenke geschont. Und das Beste daran: Ihre Kinder werden begeistert sein und sich ums Trampolinspringen nur so reißen!

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Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 24. November 2011

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