Fußschmerzen: Hilfe bei häufigen Fußproblemen

Fußschmerzen äußern sich meist durch Stechen oder Brennen beim Auftreten, Laufen oder auch in völliger Ruhe. Manchmal ist der ganze Fuß betroffen, oft aber auch nur Teile davon, etwa Ballen, Ferse oder Zehen. Was hinter Fußschmerzen stecken kann und mit welchen Maßnahmen man sie wieder los wird.

Frau hat hohe Schuhe ausgezogen
Hinter Fußschmerzen stecken oft falsche, also zu enge oder zu hohe, Schuhe.
Getty Images/Pixland

Fußschmerzen können unter Belastung, beim Auftreten, Laufen oder Abrollen (zum Beispiel nach Verletzungen), aber auch in Ruhe (etwa bei Entzündungen oder Diabetes mellitus) auftreten. Sie betreffen den ganzen Fuß oder einzelne Zehen, Fußballen, Mittelfuß, Ferse oder Sprunggelenk.

Die Schmerzen schießen je nach Ursache entweder plötzlich ein oder werden über einen längeren Zeitraum allmählich stärker. Manchmal treten Fußbeschwerden in Verbindung mit weiteren Symptomen auf, wie Schwellung, Rötung und Überwärmung (beispielsweise bei einer Entzündung infolge einer Erkrankung oder Bandverletzung des Fußes), Empfindungsstörungen oder Lähmungen (durch Schädigung von Nerven oder Muskeln).

Die sieben häufigsten Fußbeschwerden

Fußschmerzen: Ursache oft falsche Schuhe

Zahlreiche Ursachen können sich hinter Fußschmerzen verbergen. "Der überwiegende Teil aller Fußerkrankungen ist nicht anlagebedingt, sondern selbstverschuldet durch schlechtes Schuhwerk, falsches Gehen oder übertriebene sportliche Aktivitäten", sagt Thomas Schneider, leitender Orthopäde und Fußspezialist der Gelenk-Klinik Gundelfingen. Nicht nur einengende Schuhe verursachten kranke Füße: "Sind sie zu groß, hat der Fuß keinen Halt beim Abrollen und rutscht im Schuh hin und her. Das Resultat: Die Zehen werden bei jedem Schritt genauso gestaucht wie im zu engen Schuh", erklärt Schneider.

Falsches Schuhwerk kann neben schmerzhaften Druckstellen, Blasen, Druckgeschwüren und Aufschürfungen weitreichende Folgen haben wie die Fehlbelastung der verschiedenen Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder, aber auch dauerhafte Verformungen des Fußes.

Weitere mögliche Ursachen für Fußschmerzen sind:

Diagnose von Fußschmerzen

Erste Adresse bei Fußschmerzen ist in der Regel der Orthopäde. Er kann schon im Gespräch mit dem Patienten (Anamnese) anhand des Beschwerdebilds erste Rückschlüsse auf die zugrundeliegende Ursache ziehen.

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So erfragt er, seit wann die Beschwerden bestehen, ob ihnen ein Unfall oder eine Verletzung vorausgegangen ist, wann sie besonders stark sind und welchen beruflichen und sonstigen Belastungen die Füße ausgesetzt sind. Anschließend untersucht er die Füße auf äußere Anzeichen einer Erkrankung und testet ihre Beweglichkeit.

Weitere Untersuchungen – gegebenenfalls bei einem Arzt einer anderen Fachrichtung – können sich je nach vermuteter Ursache anschließen, wie eine Röntgenuntersuchung des Fußes, eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie), neurologische und elektrophysiologische Untersuchungen wie EMG (Elektromyographie), sowie eine Magnetresonanztomographie (MRT).

Besteht der Verdacht auf entzündliche Veränderungen, eine Infektion oder eine rheumatische Erkrankung, werden verschiedene Blutuntersuchungen (Entzündungszeichen, Test auf Krankheitserreger, Rheumafaktoren) durchgeführt.

Therapie: So wird man Fußschmerzen los

Wie Fußschmerzen behandelt werden, hängt von der Ursache ab. Besteht eine Überlastung aufgrund von zu engen, unbequemen oder hohen Schuhen, kann schon der Wechsel zu orthopädisch geeignetem Schuhwerk die Beschwerden abklingen lassen.

Tipps für das richtige Schuhwerk

  • Besonders für Menschen, die beruflich viel auf den Beinen sind, empfehlen sich flache Schuhe. Sie sollten am besten aus Leder oder anderen atmungsaktiven Materialien sein.

  • Auf High Heels muss nicht verzichtet werden. Doch generell ist es ratsam, mehrmals am Tag die Schuhe zu wechseln. Druckstellen und Fußschweiß können sich so gar nicht erst bilden.

  • Besonders spitze Schuhe sollten lieber eine Nummer größer gekauft und vorne mit Watte ausgestopft werden. Das schont die Fußknochen und kann Fußbeschwerden verhindern.

  • Ein ehrlicher Blick ins eigene Schuhregal hilft den Füßen: Am besten jedes Paar, das drückt, reibt oder unbequem ist, sofort ausrangieren.

  • Spezielle orthopädische Einlagen verschaffen zusätzliche Erleichterung. Liegt ein ärztliches Rezept vor, werden die Kosten bis auf eine Zuzahlung von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

  • Werden Kinderfüße in zu kleine Schuhe gepresst, sind die Folgen oft erst im Erwachsenenalter spürbar: Knick-, Senk- und Spreizfüße, Krallen- und Hammerzehen, die meist ein Leben lang bleiben. 

Eltern sollten deshalb Kinderschuhe immer ausreichend groß mit Zehenzugabe und der richtigen Weite kaufen.

Fußgymnastik gegen Fußprobleme

Sind die Füße nach langem Stehen oder bei großer Hitze dick und geschwollen, hilft Fußgymnastik, um weiteren Fußbeschwerden entgegenzuwirken:

  • Mit nackten Füßen einfach Gegenstände vom Boden aufheben oder mit den Sohlen über etwas Raues rollen

  • Massagen muntern müde und schwere Füße wieder auf. Am besten den Fuß mit beiden Händen sanft strecken, beugen, kreisen. Diese passive Bewegung entspannt. Jeden einzelnen Zeh im Gelenk drehen und dehnen, Fußsohlen mit den Fingerknöcheln von den Zehen zu den Fersen mit Nachdruck ausstreichen. Das bringt die Blutzirkulation in Schwung.

  • Ärzte und Fußpfleger raten, so oft wie möglich barfuß zu laufen. Das beugt vielen Ursachen von Fußschmerzen vor. "Füße müssen gefordert werden, damit sie sich richtig entwickeln und ihre Form behalten können", sagt Fußspezialist Schneider. "Schon Kinder laufen heutzutage immer seltener barfuß. Das hemmt die Fußreifung und die Entwicklung der kindlichen Fußgewölbe."

Hilfe bei starken Fußschmerzen

Bei ausgeprägten Beschwerden kann es erforderlich sein, den Fuß mit einer Schiene oder einem Gipsverband eine Zeit lang ruhigzustellen. Liegt eine Entzündung vor, verschaffen entzündungshemmende Medikamente Linderung. Sie werden als Tabletten eingenommen oder als Spritzen verabreicht. Physiotherapeutische Maßnahmen mit Wärme- und Kälteanwendungen, Stoßwellentherapie, muskelkräftigende Übungen sowie Elektro- und Ultraschalltherapie (wie Iontopherese) können unterstützend eingesetzt werden.

In manchen Fällen, etwa bei einer Fußfehlstellung oder selten auch bei einem Fersensporn, kann eine Operation zur Korrektur notwendig sein. Ist das Fußgelenk erkrankt oder besteht eine Bänder- oder Sehnenverletzung, wird versucht, die verletzten Strukturen bei einer Gelenkspiegelung wiederherzustellen.

Fersensporn: So wird man ihn los

Autor:
Letzte Aktualisierung: 04. Juli 2016
Durch:
Quellen: Thomas Schneider, leitender Orthopäde sowie Fuß- und Sprunggelenksspezialist der Gelenk-Klinik Gundelfingen; Management der frühen rheumatoiden Arthritis. S3-Patienteninformation. Hrsg. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. AWMF-Register-Nr. 060/002 (Stand: August 2011) http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/060-002p_S3_Management_frühe_rheumatoide_Arthritis_2011-10.pdf Niethard, F. & Pfeil, J.: Orthopädie. Hippokrates Verlag Stuttgart 1992 Typ-2-Diabetes Prävention und Behandlungsstrategien für Fußkomplikationen. Patientenleitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie der Bundesärztekammer, Bundesärztlichen Vereinigung und Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Version 01.01 (Stand: April 2008) http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-001cp_S3_Typ-2-Diabetes_Fusskomplikationen_Patientenversion.pdf

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