Hämoptyse

Bluthusten: Was steckt dahinter?

Unter Bluthusten (Hämoptyse) wird das Abhusten von Blut oder blutig gefärbtem Auswurf verstanden. Von massiver Hämoptoe spricht man, wenn die ausgehustete Menge reinen Blutes mehr als hundert bis 300 Milliliter täglich erreicht. 300 Milliliter entsprechen etwa dem Inhalt von etwa zwei Tassen.

mann mit husten
Blutig gefärbter Auswurf oder das Abhusten von Blut werden als Bluthusten bezeichnet.
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Es ist schockierend, wenn plötzlich Blut auf einem weißen Taschentuch zu sehen ist. Zunächst lässt sich zwischen Blutungen aus dem Nasen- und Rachenraum oder dem Magen-Darm-Trakt sowie von einer Blutung aus der Lunge kaum unterscheiden. Auch bei starkem Nasenbluten oder Blutungen aus dem Magen kann verschlucktes Blut anschließend abgehustet werden. Dieser scheinbaren Bluthusten heißt auch Pseudohämoptyse. Daher müssen Betroffene nicht sofort vom Worstcase eines Lungenkrebses ausgehen, dennoch ist eine sofortige Abklärung beim Arzt erforderlich. Meistens aber sind die Auslöser eines Bluthustens weitaus weniger bedrohlich und lassen sich gut therapieren.

Bluthusten ist ein Symptom für eine Erkrankung

Bluthusten ist keine eigenständige Erkrankung. Hinter dem Symptom Bluthusten verbirgt sich immer eine auslösende Erkrankung. Daher sind die Krankheitszeichen beim Bluthusten in erster Linie von der Menge des Blutes und der zugrunde liegenden Erkrankung abhängig.

Bluthusten, im Medizinerjargon als Hämoptyse bezeichnet, löst bei Betroffenen meist sehr große Angst aus, selbst wenn nur geringe Mengen von Blut ausgehustet werden. Große Aufregung und Angst sind daher häufig typische weitere Symptome bei Bluthusten.

Gefahr durch Einblutung in weitere Lungenabschnitte

Die Blutung gefährdet den Patienten in der Regel nicht durch den Blutverlust an sich. Zwar können die ausgehusteten Blutmengen bei massivem Bluthusten erheblich sein, aber sie werden leicht überschätzt, weil das Blut oft mit Schleim vermengt ist. Die Gefährdung entsteht dadurch, dass Blut in andere, von der Blutung nicht betroffene Lungenabschnitte läuft und dadurch die Atmung beeinträchtigt werden kann. Wie sehr die Atmung beeinträchtigt wird, hängt von der Stärke der Blutung ab.

Bei einer leichten Blutung (weniger als 100 Milliliter täglich) wird der Betroffene zwar beunruhigt sein, aber durch die Blutung an sich keine Verschlechterung der Leistungsfähigkeit seiner Lunge erfahren.

Dies gilt vor allem dann, wenn keine chronische Lungenerkrankung vorliegt. Bei einer chronischen Lungenerkrankung, beispielsweise bei schwerer chronischer Bronchitis, können jedoch schon geringe Blutmengen die Atmung merklich beeinträchtigen und damit zu einer Gefährdung führen.

Blutung verschlechtert Atemfunktion

Stärkere Blutungen führen zu einer Verkleinerung des funktionsfähigen Lungengewebes, einer Restriktion (verkleinertes Lungenvolumen). Die Atemfunktion der Lunge, der Gasaustausch, wird verschlechtert: Die Lunge kann die Aufnahme von Sauerstoff und die Abgabe von Kohlendioxyd (CO2) nicht mehr in vollem Umfang leisten. Massive Blutungen können die Atmung derart behindern, dass sie tödlich verlaufen.

Bei massiven Blutungen beträgt die Menge reinen Blutes, das ausgehustet wird, täglich mehr als 100 bis 300 Milliliter (entspricht etwa dem Inhalt von zwei Tassen).

Eitriger Auswurf bei entzündlichen Erkrankungen

Bei Infekten kann der Auswurf zusätzlich eitrig sein, es kann Fieber auftreten und die Patienten können unter allgemeinem Krankheitsgefühl und Schwäche leiden.

Gewichtsverlust als weiteres Symptom von Tumoren

Bösartige Erkrankungen machen sich häufig durch einen Gewichtsverlust bemerkbar, daneben können Fieber und Nachtschweiß das Krankheitsbild begleiten. Ist der Bluthusten durch Tochtergeschwülste (Metastasen) anderer Tumoren bedingt, ist in manchen Fällen schon eine Krebserkrankung bekannt.

Atemnot begleitet oft Herz-Kreislauf-Erkrankungen

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Wenn Herz-Kreislauf-Erkrankungen ursächlich für die Blutung in der Lunge sind (zum Beispiel Lungenembolie, Herzschwäche), eine chronische Lungenerkrankung bereits besteht oder die Blutung so stark ist, dass andere Lungenabschnitte dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden, kann Atemnot als zusätzliches Krankheitszeichen bei Bluthusten auftreten.

Bei Herzerkrankungen drückt sich die Herzschwäche eventuell durch Wassereinlagerungen in den Beinen (Ödeme) aus. Eine einseitige Beinschwellung, wie sie für eine Thrombose typisch ist, lenkt den Verdacht auf eine Lungenembolie, denn die Beinvenenthrombose ist eine häufige Ursache der Lungenembolie: Der Thrombus (Blutgerinnsel) in der Beinvene kann sich lösen und passiv mit dem Blutstrom bis in die Lungengefäße transportiert werden, wo es dann zum Verschluss eines Gefäßes kommt (Embolie).

Weitere Blutungen typisch für Blutgerinnungsstörungen

Liegt dem Bluthusten eine Störung der Blutgerinnung zu Grunde, treten als zusätzliche Symptome möglicherweise noch weitere Blutungen auf wie beispielsweise Zahnfleischbluten, Nasenbluten oder Blutungen aus dem Darm.

Bluthusten: nicht nur Tumoren als mögliche Ursache

Die Ursachen für Bluthusten lassen sich in verschiedene Gruppen einordnen: Tumoren, entzündliche Erkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nur selten sind andere Erkrankungen die Ursache.

Es gibt vielfältige Erkrankungen, die zum Aushusten von Blut führen können. Allerdings kommen bestimmte Erkrankungen wesentlich häufiger als andere vor. Grundsätzlich können die Ursachen in vier verschiedene Gruppen eingeordnet werden:

  • entzündliche Erkrankungen
  • Tumoren, sogenannte Neubildungen (gut- und bösartig)
  • Herz- Kreislauf-Erkrankungen
  • andere (seltene) Ursachen

Wie entsteht Bluthusten?

Im Prinzip entsteht Bluthusten (Hämoptyse) durch folgende Mechanismen: erhöhte Verletzlichkeit der Bronchialschleimhaut bei Entzündungen, Einwachsen von Tumoren in Gefäße, Druckerhöhung in den Lungengefäßen (zum Beispiel bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen), Blutgerinnungsstörungen und direkte Verletzungen beispielsweise durch einen Autounfall.

Entzündliche Erkrankungen

Zu den entzündlichen Erkrankungen, die zu Bluthusten führen können, gehören unter anderem die akute und chronische Bronchitis. Auch die Lungenentzündung (Pneumonie), ein Eiterherd in der Lunge (Lungenabszess) und die Tuberkulose können Bluthusten verursachen. Neben den durch infektiöse Erreger bedingten entzündlichen Lungenerkrankungen sind als seltene Ursache für Bluthusten die Autoimmunerkrankungen zu nennen, bei denen sich das Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe richtet, was ebenfalls zu einer Entzündungsreaktion führt.

Entzündliche Erkrankungen können bleibende Erweiterungen oder Aussackungen der Bronchien verursachen (Bronchiektasen), die ebenfalls häufig zu Bluthusten führen. In den Bronchiektasen sammelt sich Bronchialschleim an, der einen besonders guten Nährboden für infektiöse Erreger bildet: Bronchiektasen führen also immer wieder zu Entzündungen durch Infektionen.

Die Entzündungsreaktion bewirkt, dass die Bronchialschleimhaut besonders aufgelockert, gut durchblutet und besonders empfindlich ist: Es kann bei starkem Husten, aber auch spontan, zu Verletzungen der Schleimhaut kommen, aus denen es blutet.

Tumoren

Bei den zu Bluthusten (Hämoptyse) führenden Tumoren oder Neubildungen überwiegen die bösartigen Erkrankungen. An erster Stelle ist hier der Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) zu nennen. Aber auch Lungenmetastasen, also Tochtergeschwülste von Krebserkrankungen anderer Organe und andere bösartige Tumoren können Bluthusten auslösen. Als Beispiele für mögliche Tumoren in der Lunge seien hier genannt:

  • Bronchuskarzinoid: Sonderform eines bösartigen Tumors in der Lunge.

  • Kaposi-Sarkom: Es tritt meist bei Immunschwäche (HIV-Erkrankung, AIDS) auf und ist gekennzeichnet durch knötchenartige, bläulich-violette Tumoren in der Haut oder Schleimhaut (Mund, Darm, Bronchien).

  • Lymphome: Erkrankungen, die zu vergrößerten Lymphknoten führen. Obwohl es auch gutartige Lymphknotenvergrößerungen gibt, werden meistens mehr oder weniger bösartige Erkrankungen des lymphatischen Systems (Lymphozyten, Lymphknoten, Milz, Knochenmark) Lymphome bezeichnet. Sind dabei die Lymphknoten der Lunge beteiligt, kann Bluthusten auftreten.

  • Eine seltene Ursache für Bluthusten ist das Bronchusadenom, ein gutartiger Tumor der Atemwege.

Bei den Tumoren und bösartigen Erkrankungen kann Tumorgewebe in Blutgefäße einwachsen. Wenn die so verletzten Blutgefäße auf diese Weise Verbindung zu den Bronchien erhalten, kommt es zu Bluthusten.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommen unter anderem folgende Krankheitsbilder als Ursache von Bluthusten (Hämoptyse) in Betracht: Lungenembolie, Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Herzklappenfehler (insbesondere die Mitralstenose = Verengung der Herzklappe zwischen dem linken Vorhof und der linken Herzkammer) und Bluthochdruck der Lunge (pulmonale Hypertonie).

Gemeinsamer Mechanismus all dieser Erkrankungen ist ein Rückstau von Blut in den Lungengefäßen. Der Rückstau führt zu einer Druckerhöhung in den Gefäßen der Lunge. Die Druckerhöhung kann an kleineren Blutgefäßen zu Undichtigkeiten führen, durch die Blut in die Lunge austreten kann, das dann zu Bluthusten führt.

Blutgerinnungsstörungen

Auch Störungen der Blutgerinnung können Bluthusten auslösen. Diese Störungen können angeboren sein, wie zum Beispiel bei der Bluterkrankheit (Hämophilie), aber auch – gewollt oder ungewollt – durch Medikamente hervorgerufen werden. So ist bei Gabe von Heparin oder sogenannten Cumarinen die Hemmung der Blutgerinnung beabsichtigt. Hier kommt es häufig zu Bluthusten vor allem, wenn zusätzlich ein Infekt der Atemwege mit erhöhter Verletzlichkeit der Schleimhaut besteht. Acetylsalicylsäure (ASS) kann die Blutgerinnung in geringem aber klinisch bedeutsamem Umfang beeinträchtigen.

Egal, ob die Blutgerinnungsstörungen angeboren oder durch Medikamente verursacht sind, können sie über den gleichen Mechanismus zu Bluthusten führen: Täglich kommt es besonders an den Schleimhäuten zu kleineren Verletzungen, bei denen auch kleine Blutgefäße betroffen sind. Wir bemerken die Verletzungen aber nicht, weil die Blutgerinnung diese Verletzungen umgehend abgedichtet, sodass gar kein Blut in sichtbaren Mengen austreten kann. Entzündungen, zum Beispiel durch Infektionen, erhöhen noch die Wahrscheinlichkeit solcher winzigen Verletzungen, weil die Empfindlichkeit des entzündeten Gewebes größer ist. Bei Störungen der Blutgerinnung findet das Abdichten der Verletzungen verzögert oder gar nicht statt: So kann es auch zu Blutungen aus der Bronchialschleimhaut kommen, die mit Bluthusten einhergehen.

Weitere Ursachen für Bluthusten (Hämoptyse)

Auch ärztliche Eingriffe zum Beispiel zur Entnahme von Proben können zu Bluthusten führen. Hier sind vor allem zwei Verfahren zu nennen: Einmal gibt es die direkte Punktion von begrenzten, krankhaften Veränderungen (Herde) in der Lunge durch die Wand des Brustkorbs mit einer langen Nadel. Stärkere oder bedrohliche Blutungen aus einer Probeentnahmestelle sind dabei sehr selten. Kleinere Blutungen sind jedoch häufiger und können zu Bluthusten führen. Beim zweiten Verfahren handelt es sich um die Lungenspiegelung (Bronchoskopie): Im Anschluss an eine Lungenspiegelung kommt es häufig zu feinen Blutspuren im Auswurf. Dies ist dadurch bedingt, dass der Schlauch, der bei der Bronchoskopie in die Bronchien eingeführt wird, kleinere Verletzungen der Bronchialschleimhaut verursacht.

Weitere Ursachen sind Traumen (Verletzungen) des Brustkorbs, etwa bei Autounfällen mit Aufprall auf das Lenkrad oder Messerstichverletzungen. Auch das Verschlucken von Fremdkörpern (Nadeln, Münzen, Zahnkronen und anderen) kann zu Bluthusten führen. In allen Fällen können Gefäße in der Lunge oder Bronchialschleimhaut verletzt werden und Bluthusten verursachen.

Andere, seltenere Ursachen für Bluthusten sind Gefäßmissbildungen in der Lunge. Aus solchen Gefäßmissbildungen kann es jederzeit spontan bluten, was möglicherweise mit Bluthusten einhergeht.

Bluthusten: Untersuchungen beim Arzt

Bei Bluthusten wird der Patient vom Arzt zur Krankengeschichte befragt (Anamnese). Je nach den vorhandenen Krankheitszeichen und der Verdachtsdiagnose werden außerdem verschiedene Untersuchungen durchgeführt.

Der Arzt wird den Patienten bei Bluthusten (Hämoptyse) genau zum Husten selbst sowie zu Vorerkrankungen und Begleiterscheinungen befragen. Die körperliche Untersuchung gibt weitere Hinweise auf die mögliche Erkrankung. Wesentlich ist zunächst, dass der Patient dem Arzt die Krankheitsgeschichte schildert (Anamnese). Sie ist der Ausgangspunkt für die nachfolgenden Untersuchungen. Hierzu erfragt der Arzt unter welchen Umständen der Bluthusten auftritt, seit wann der Bluthusten besteht und wie viel Blut abgehustet wird. Daneben kommt folgenden Angaben eine besondere Bedeutung zu:

  • Welche Vorerkrankungen und Begleitbeschwerden bestehen? Hier sind Symptome einer Infektion (zum Beispiel Fieber, Luftnot, Gewichtsverlust) wichtige Anhaltspunkte für die Diagnose.

  • Welche Risikofaktoren wie beispielsweise Rauchgewohnheiten gibt es?

  • Welche Medikamente werden eingenommen?

Die körperliche Untersuchung vermag die Verdachtsdiagnose bereits weiter einzuengen. Besonderes Augenmerk wird der Arzt dabei auf den Kreislauf legen und auf Blässe der Haut, den Puls, Blutdruck und die Herztöne. Ganz wichtig ist auch das Abhören (Auskultation) der Lunge. Abgesehen davon, dass die Atemgeräusche einen Hinweis auf die Erkrankung geben können, kann der Arzt beim Abhören eventuell auch feststellen auf welcher Seite der Lunge die Blutung lokalisiert ist, denn oft ist es dem Betroffenen nicht möglich, dies sicher anzugeben.

Die Ergebnisse der Befragung und der körperlichen Untersuchung erhärten die Verdachtsdiagnosen des Arztes oder engen zumindest die Zahl möglicher Ursachen ein und bestimmen die weiteren Untersuchungen. Bleibt zunächst unklar, ob die Blutung aus der Lunge oder dem Nasen-Rachen-Raum oder dem Magen-Darm-Trakt stammt, kann eine Spiegelung des Rachens und Kehlkopfs beziehungsweise eine Magenspiegelung notwendig sein.

Röntgenuntersuchung

Die Röntgenuntersuchung des Brustkorbs ist meist unerlässlich, sie hat eine große Bedeutung. Zum einen liefert sie möglicherweise wertvolle Hinweise auf das Ausmaß der Blutung; zum anderen gehen viele Erkrankungen, die Bluthusten (Hämoptyse) verursachen, mit krankhaften, teilweise sehr typischen Veränderungen des Röntgenbildes einher. So zeigt die Röntgenaufnahme Veränderungen bei einer Lungenentzündung, einem Lungenabszess, der Tuberkulose, vielen bösartigen Erkrankungen oder Herzerkrankungen. Eine normale Röntgenaufnahme dagegen findet sich häufig bei Lungenembolien, sehr kleinen oder zentral sitzenden Tumoren, Bronchiektasen, Verschlucken von Fremdkörpern oder Blutgerinnungsstörungen. Ein weiteres Bild gebendes Verfahren unter Verwendung von Röntgenstrahlen ist die Computertomographie. Durch sie erfolgt die Röntgendarstellung des Brustkorbs in feinsten Schichten. Mit diesem Verfahren können schon sehr kleine krankhafte Prozesse in der Lunge, der Bronchien, der Gefäße und aller anderen im Brustkorb bedeutsamen Strukturen gefunden und genauer zugeordnet werden.

Bronchoskopie

Die Spiegelung der Lunge (Bronchoskopie) ist eine wegweisende Maßnahme zur Diagnostik und gegebenenfalls zur Therapie einer Blutung. Während der Bronchoskopie wird versucht, die Blutungsquelle genau zu lokalisieren. Dies kann allerdings schwierig sein, wenn die Blutung bereits aufgehört hat. Aber auch wenn die Blutung sehr stark ist, kann ihr Ursprung oft nicht festgestellt werden, weil für den untersuchenden Arzt die Sicht durch die Blutung möglicherweise behindert ist. Die Lokalisation der Blutung ist wichtig; zumindest muss festgestellt werden, auf welcher Seite der Lunge (links oder rechts) es blutet: Für eine möglicherweise notwendige notfallmäßige Operation muss der Chirurg genau wissen, wo sich die Blutungsquelle befindet. Die Bronchoskopie kann auch zur Therapie einer Blutung dienen: Während der Bronchoskopie können beispielsweise blutstillende Medikamente direkt in das Bronchialsystem gegeben werden. Auch können während der Bronchoskopie Blutungen aus Tumoren gestillt werden, indem elektrischer Strom oder Laser-Licht angewandt wird, mit denen das blutende Gewebe regelrecht verkocht wird.

Eine weiter gehende Diagnostik mit Bronchoskopie und Computertomographie ist beispielsweise dann nicht unbedingt notwendig, wenn es sich um eine einzelne Episode von Bluthusten handelt, das Röntgenbild unauffällig ist, eine wahrscheinliche Ursache vorliegt (zum Beispiel akute Bronchitis) und zudem Risikofaktoren wie zum Beispiel eine Rauchervorgeschichte und höheres Alter fehlen.

Es kann zunächst das zu Grunde liegende Krankheitsbild behandelt und abgewartet werden, ob im weiteren Verlauf erneut Bluthusten auftritt. Eine abschließende Bronchoskopie und/oder Computertomographie wird trotzdem meist aus Sicherheitsgründen empfohlen.

Zusätzliche Untersuchungen

Möglicherweise sind noch zusätzliche, sehr unterschiedliche Untersuchungen notwendig. Diese können sein:

  • Lungenfunktionsuntersuchung
  • Blutgasanalyse
  • EKG (Elektrokardiogramm)
  • Ultraschall-Untersuchung des Herzens
  • Herzkatheteruntersuchung

Therapie: Stillen der Blutung

Die Behandlung hängt davon ab, wie ausgeprägt der Bluthusten ist. Bei massivem Bluthusten muss beispielsweise versucht werden, die Blutung zu stillen.

Bei der Behandlung muss zwischen leichtem und massivem Bluthusten unterschieden werden. Handelt es sich nur um geringe Blutmengen und erscheint der Betroffene hierdurch nicht gefährdet, so sind zunächst keine symptomatischen Maßnahmen notwendig, das heißt, es muss nichts gegen das Symptom Bluthusten unternommen werden. Es gilt, die Ursache zu suchen und diese, falls möglich, zu behandeln. Bettruhe ist sinnvoll – ist das Ausmaß des Bluthustens unsicher oder zunehmend, sollte der Betroffene stationär aufgenommen werden. Die Gabe von beruhigenden Medikamenten kann in Einzelfällen nützlich sein.

Da es durch andauernden Husten immer wieder zu Blutungen kommen kann, ist es manchmal sinnvoll, den Hustenreiz medikamentös zu unterdrücken. Man verabreicht dann sogenannte Antitussiva (zum Beispiel Codein), die den Hustenreflex im Hustenzentrum des Gehirns unterdrücken. Die Inhalation von gefäßverengenden Substanzen vermag manchmal, eine Blutung zu stoppen oder zu vermindern.

Blutstillung mit Hilfe der Bronchoskopie

Ist die Blutung massiv oder der Patient in seiner Atmung stark beeinträchtigt (etwa bei einer bestehenden Lungenerkrankung), so gilt es in erster Linie, die Blutung zum Stillstand zu bringen und die nicht blutenden Lungengebiete dadurch zu schützen. Bei fortbestehender Blutung würde Blut in die nicht blutenden Lungengebiete hineinlaufen und so die Atmung noch weiter beeinträchtigen, weil der Gasaustausch in den feinen Lungenbläschen behindert wäre. Die Blutstillung kann durch eine Lungenspiegelung (Bronchoskopie) versucht werden.

Bei sehr starken Blutungen ist es notwendig, während der Bronchoskopie eine Beatmung vorzunehmen, um die Atemwege freizuhalten und die Sauerstoffversorgung des Körpers sicherzustellen. Dafür kann man einen Beatmungstubus, ein dünnes, flexibles Plastikrohr, das über den Mund in die Luftröhre eingeführt wird, zusammen mit einem flexiblen Bronchoskop verwenden. Es kann auch ein starres Bronchoskop eingesetzt werden, bei dem ein starres Metallrohr durch den Mund in die Lunge eingeführt wird. Über das Bronchoskop können dann die zentralen Atemwege betrachtet werden können. Während der Bronchoskopie können blutstillende Medikamente direkt in das Bronchialsystem gegeben werden, und blutende Tumoren können mit Laserlicht oder Strom koaguliert (verkocht) werden.

Operation

Bei wiederholten Blutungen, eindeutig lokalisierbarer Blutung und bei bestimmten Erkrankungen (zum Beispiel Lungenkrebs, Lungenabszess, Gefäßmissbildungen) kann eine Operation mit Entfernung der Blutungsquelle notwendig werden. Ein solcher Fall kann beispielsweise eintreten bei Lungenkrebs, Lungenabszess oder Gefäßmissbildungen. (Eine bekannte Gefäßmissbildung ist der Blutschwamm. Ähnliche Missbildungen können neben der Haut auch im Körper auftreten und werden dann nicht bei der Geburt bemerkt, sondern später zufällig oder wegen einer Blutung).

Eine sofortige Operation wird nur in ausgesprochenen Notsituationen erfolgen. Vor einer Operation wird versucht, die Ursache und Lokalisation der Blutung genau zu klären und den Patienten in einen stabilen Zustand hinsichtlich der Funktion von Herz, Kreislauf und Atmung zu bringen.

Verödung von Gefäßen

Eine besondere Behandlungsform besteht in der Verödung von Blutgefäßen, die eine wiederkehrende und für den Patienten bedrohliche Blutungsquelle bilden. Solche Gefäße sind meist erweitert und können mittels einer Angiographie (Darstellung von Blutgefäßen im Röntgenbild nach Spritzen von Kontrastmittel) nachgewiesen werden. Hierzu kann unter Röntgenkontrolle ein Katheter gezielt in das betreffende Blutgefäß eingeführt werden, um ein Verödungsmittel spritzen zu können. Als Verödungsmittel verwendet man bevorzugt kleine Spiralen oder andere Fremdkörper, die sich an der Stelle, wo man sie einbringt, im Gefäß verkeilen und dort über ein Blutgerinnsel für einen dauerhaften Verschluss des Blutgefäßes sorgen und damit zum Versiegen der Blutung führen.

Behandlung der Grunderkrankung

Ist die Ursache bekannt, wird die Grunderkrankung durch gezielte Maßnahmen behandelt. Es werden Antibiotika bei Infekten eingesetzt,eine Operation, Chemotherapie oder Strahlentherapie bei bösartigen Erkrankungen durchgeführt. Die Gabe von Gerinnungsprodukten kommt bei Störungen der Blutgerinnung, eine medikamentöse Behandlung bei Herzschwäche infrage.

Gesunder Lebensstil senkt Risiko für Bluthusten

Es ist nicht möglich, Bluthusten direkt vorzubeugen. Eine gesunde Lebensweise senkt aber das Risiko der Erkrankung.

Da der Bluthusten in der Regel ein Symptom einer anderen Grunderkrankung ist, kann man ihm nicht direkt vorbeugen. Eine gesunde Lebensweise senkt jedoch wiederum das Risiko, eine Grunderkrankung zu bekommen, die zu Bluthusten führt. An erster Stelle ist hier der Verzicht auf das Rauchen zu nennen.

Die wichtigsten Untersuchungen beim Arzt

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Letzte Aktualisierung: 06. Februar 2017

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