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Bauchkrämpfe

Wie man krampfartige Bauchschmerzen in den Griff bekommt

Bauchkrämpfe sind in Wellen wiederkehrende, in der Regel von Schmerzen und einem Gefühl des Zusammenziehens begleitete Anspannungen der Muskulatur von inneren Organen des Bauchraums. Diese spezielle Muskulatur unterliegt nicht der Willenskontrolle. Sie bewirkt in der Regel Transportvorgänge in den inneren Organen, insbesondere im Magen-Darm-Trakt. In ihrer schwersten Ausprägung werden Bauchkrämpfe als Koliken bezeichnet.

Frau mit Wärmflasche
Zur Linderung akuter, aber eher harmloser Bauchkrämpfe eignet sich zum Beispiel Wärme. Häufig
(c) George Doyle

Bauchkrämpfe gehen von den inneren Organen des Bauchraums aus. Verkrampfungen der Muskulatur der Bauchwand werden üblicherweise nicht als Bauchkrämpfe bezeichnet, da die Muskeln der Bauchwand im Gegensatz zur Muskulatur innerer Organe willentlich angespannt und entspannt werden können.

Die häufigsten Ursachen für Bauchkrämpfe sind Durchfall, zum Beispiel durch eine Infektion des Magen-Darm-Trakts. Aber auch Regelschmerzen sowie eine Schwangerschaft zählen zahlenmäßig zu den gängigen Auslösern.

Bauchkrämpfe kommen selten allein

Vielfach wird der Schmerz bei Bauchkrämpfen von weiteren Symptomen begleitet. Dazu gehören zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen, Durchfall (Diarrhö), Blähungen, Schwächegefühl, Blässe, Schweißausbruch, Kälte- oder Hitzewallung und körperliche Unruhe.

Dumpfe, stechende oder brennende Schmerzen, deren Ausgangspunkt exakt angegeben werden kann, sprechen eher gegen eine Verkrampfung im Bauchraum als Ursache der Beschwerden.

In diesen Organen können Bauchkrämpfe entstehen

Die wichtigsten Bauchorgane, die über eine eigene, nicht durch den Willen steuerbare Muskulatur verfügen und deshalb Ausgangsort von Bauchkrämpfen sein können, sind:

  • der Magen-Darm-Trakt
  • die Gallenblase und Gallenwege
  • der Harnleiter, der den Harn von der Niere zur Blase transportiert
  • die Harnblase
  • bei Frauen die Eileiter und die Gebärmutter

Linderung bei akuten Bauchkrämpfen können Hausmittel wie zum Beispiel Ruhe, Wärme oder entsprechende Tees verschaffen. Entkrampfende Medikamente können gezielt helfen, den Schmerz zu lindern und die Muskulatur zu entspannen.

Bauchkrämpfe: Diese Ursachen können dahinterstecken

Bauchkrämpfe treten bei einer großen Zahl von Erkrankungen als Symptom auf. Die Lage der Beschwerden im Bauchraum kann einen Hinweis auf das betroffene Organ geben, so dass auch ohne weiterführende Untersuchungen in begrenztem Umfang Vermutungen über die Ursache der Bauchkrämpfe angestellt werden können.

Auslöser der Schmerzen bei Bauchkrämpfen sind Kontraktionen der Muskulatur von inneren Organen. Diese Muskelanspannungen führen in vielen Fällen zu erhöhtem Druck in den betroffenen Organen, der als Schmerz empfunden wird.

Unterleibsschmerzen – das sind die Ursachen

Ursachen für Bauchkrämpfe im Überblick

Je nach betroffenem Organ gibt es eine Vielzahl von Ursachen für Bauchkrämpfe, zum Beispiel:

Magen-Darm-Trakt:

Gallenblase und Gallenwege:

(Beschwerden oft gürtelförmig im rechten Oberbauch, eventuell mit Ausstrahlung in die rechte Schulter)

Nieren und ableitende Harnwege:

(Beschwerden oft einseitig am Rücken im Bereich der untersten Rippen, in den Leisten oder im Genitalbereich)

Eileiter und Gebärmutter:

(Beschwerden vorrangig im Unterbauch)

Bauchkrämpfe: Was bei der Diagnose passiert

Aufgrund der zahlreichen in Frage kommenden Ursachen von Bauchkrämpfen kann es mitunter schwierig sein, die korrekte Diagnose zu stellen. Neben der Krankengeschichte (Anamnese) und der körperlichen Untersuchung werden Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren zur Bestimmung einer möglichen Erkrankung herangezogen.

Arzt erfragt Schmerzcharakter und Dauer der Bauchkrämpfe

Am Anfang der Diagnose durch den Arzt stehen das Gespräch mit dem Patienten und die körperliche Untersuchung. Der Arzt wird dabei den genauen Charakter der Beschwerden (z.B. bohrend, nagend, dumpf), ihren zeitlichen Verlauf (zum Beispiel in Schüben, an- und abschwellend) und ihre Lokalisation im Bauch erfragen und durch die Untersuchung überprüfen. Dabei ergeben sich oft bereits entscheidende Hinweise auf die Ursache.

Laboruntersuchungen von Blut, Harn, Stuhlproben oder Abstrichen engen die in Frage kommenden Erkrankungen weiter ein, etwa indem Entzündungszeichen, Nierenwerte, Stoffwechselprodukte, Hormone oder Infektionen bestimmt bzw. nachgewiesen werden.

Bildgebung zur Abklärung von Bauchkrämpfen

Bei den bildgebenden Verfahren kommt insbesondere dem Ultraschall eine herausragende Rolle zu. Dieses nebenwirkungsfreie Verfahren kann die inneren Organe und oft auch deren krankhafte Veränderungen sichtbar machen. So lassen sich beispielsweise oft und Nierensteine (Nephrolithen), entzündliche Veränderungen, Darmbewegungen, Lufteinlagerungen im Darm, die Durchblutung der Organe und vieles mehr erkennen.

Ergänzend werden je nach Ergebnis der Voruntersuchungen Spiegelungen (direkte Organbetrachtung mittels Spezialinstrumenten) des oberen (Magen und Zwölffingerdarm) bzw. unteren Abschnitts (Dickdarm, Ende des Dünndarms) des Magen-Darm-Trakts, der Gallengänge, der Harnblase und der Scheide vorgenommen. Ebenso ist es möglich, Röntgen-, Computertomografie- oder Magnetresonanztomografiebilder anzufertigen. Hinzu kommen unter Umständen weitere, spezielle Untersuchungen, die stark von der jeweiligen Vermutung des Arztes über die Erkrankungsursache abhängen.

Bauchkrämpfe: So werden sie behandelt

Leichte Bauchkrämpfe können in der Regel mit Hausmitteln bzw. geeigneten, freiverkäuflichen Medikamenten behandelt werden. Ein Arztbesuch empfiehlt sich immer dann, wenn die Ursache der Bauchkrämpfe nicht sicher bekannt ist oder die Beschwerden über mehrere Tage bestehen bleiben. Die ärztliche Therapie richtet sich nach der Ursache der Bauchkrämpfe. Störungen im Magen-Darm-Trakt werden anders behandelt als Erkrankungen der Gallenwege, der Harnwege oder der weiblichen Genitalien.

Zur Linderung akuter aber eher harmloser Bauchkrämpfe – zum Beispiel als Symptom von Regelbeschwerden – eignen sich in der Regel zahlreiche Hausmittel wie zum Beispiel Ruhe, Wärme oder entsprechende Tees. Auch spezielle Medikamente können helfen, den Schmerz zu lindern und die Muskulatur zu entkrampfen (Spasmolytika). In der Regel können Bauchkrämpfe auf diese Weise schnell und zuverlässig gelindert werden.

Wann muss man mit Bauchkrämpfen zum Arzt?

Kommt es allerdings zu einer Zunahme der Beschwerden oder halten diese über mehrere Tage unverändert an, sollte nicht gezögert werden, einen Arzt aufzusuchen. Das gilt insbesondere für jüngere Kinder, deren Stoffwechsel und Wasserhaushalt schon innerhalb weniger Stunden deutlich aus dem Gleichgewicht geraten kann. Bauchkrämpfe mit Erbrechen und Durchfall müssen deshalb bei kleinen Kindern stets sehr ernst genommen und von einem Arzt entsprechend behandelt werden.

Sollte beim Arzt eine konkrete Ursache für die Bauchkrämpfe gefunden worden sein, ist es wichtig, dass auch ursächlich behandelt wird. Hat sich beispielsweise ein Stein im Harnleiter verklemmt und löst heftige Schmerzen aus, hilft nur eine gezielte Behandlung durch den Urologen.

Schmerzmittel sollten bei der Behandlung von Bauchkrämpfen unbekannter Ursache in der Regel nicht über einen längeren Zeitraum eigenmächtig eingenommen werden. Schmerzmedikamente verschleiern unter Umständen das tatsächliche Ausmaß der Erkrankung und können gefährliche Komplikationen wie z.B. den lebensgefährlichen Durchbruch eines Zwölffingerdarmgeschwürs in die Bauchhöhle überdecken und die notwendige operative Behandlung entscheidend verzögern. Starke oder anhaltende Beschwerden sollten daher immer Anlass sein, einen Arzt aufzusuchen.

Autor: Jan Groh
Letzte Aktualisierung: 16. Februar 2015
Durch: sw
Quellen: Gemeinsame Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM). S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie. Z Gastroenterol 2011; 49: 237 – 293. S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechsel- krankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) zu Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie intestinaler Motilitätsstörungen. Z Gastroenterol 2011; 49: 374 – 390. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten zusammen mit dem Kompetenznetz Chronisch entzündliche Darmerkrankungen. Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn. (Stand 06.2008) Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen. Diagnostik und Therapie der Colitis ulcerosa. Ergebnisse einer "evidenz"-basierten Konsensuskonferenz. (Stand: 02.2004) Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen und der Deutschen Gesellschaft für Viszeralchirurgie. Diagnostik und Therapie von Gallensteinen. (Stand: 07.2007) LEITLINIEN ZUR DIAGNOSTIK, THERAPIE UND METAPHYLAXE DER UROLITHIASIS des Arbeitskreises „Harnsteine“ der Akademie der Deutschen Urologen und des Arbeitskreises „Endourologie und Steinerkrankung“ der Österreichischen Gesellschaft für Urologie in Zusammenarbeit mit der „Sektion Laparoskopie und Endoskopie“ des Arbeitskreises „Operative Techniken“, der Akademie der Deutschen Urologen und der „Deutschen Gesellschaft für Stoßwellen-Lithotripsie e.V.“. (Stand: 16.02.2009)

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