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Vergesslichkeit

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Die „normale“ Vergesslichkeit kann mit steigendem Alter etwas zunehmen.
(c) Copyright: 2009 Helder Almeida

Definition:

Vergesslichkeit ist ein Phänomen, das wohl jeder kennt. Wem ist es nicht schon passiert, dass er etwas verlegt, einen Namen nicht mehr erinnert oder einen Termin verschwitzt hat. Bis zu einem gewissen Grad ist dies völlig normal. Besonders wenn ungünstige Einflüsse wie z.B. Stress und zu wenig Schlaf ins Spiel kommen, steigt das Risiko, dass selbst Organisationstalente mal etwas vergessen.

Die „normale“ Vergesslichkeit kann mit steigendem Alter etwas zunehmen. Das liegt ganz einfach daran, dass manche biologische Vorgänge im Alter verlangsamt ablaufen. Solange keine weiteren Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit hinzukommen, ist dies noch kein Grund zur Sorge.

Eine Gedächtnisstörung bzw. die krankhafte Vergesslichkeit - auch im Alter - ist mehr. Von ihr ist auszugehen, wenn sich die individuelle Gedächtnisleistung stark verschlechtert hat, sodass sich deutliche Einschränkungen im Alltag, z.B. beim Einkaufen, bei der Hausarbeit oder beim Wahrnehmen von Terminen ergeben.

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Eine umfassendere Symptomatik liegt bei einer Demenzerkrankung (also einer organischen Hirnerkrankung wie z.B. Alzheimer) vor, bei der charakteristischerweise weitere geistige Fähigkeiten wie z.B. Konzentrationsvermögen, Orientierungssinn und/oder Lernfähigkeit beeinträchtigt sind. Häufig geht eine Demenz auch mit Persönlichkeitsveränderungen einher. Betroffene sind womöglich reizbarer, aggressiver oder ängstlicher als früher. Typisch für eine Demenz ist ferner ein fortschreitender Krankheitsverlauf. In der Regel tritt eine Demenzerkrankung eher im höheren Lebensalter auf.

Krankhafte Vergesslichkeit ist jedoch kein ausschließliches Problem des Alters. Auch jüngere Menschen können von einer Gedächtnisstörung betroffen sein. Als Ursachen kommen neben den sogenannten primären Demenzerkrankungen wie z.B. Alzheimer auch andere organische und psychische Ursachen sowie Alkoholmissbrauch und Medikamente in Betracht. Schädigungen können sich aber mitunter durch eine angemessene Behandlung wieder zurückbilden.

 

Eine möglichst frühzeitige Diagnosestellung und Behandlung durch den Arzt sind häufig ausschlaggebend. Demenzerkrankungen wie Alzheimer lassen sich zwar nicht heilen, können aber durch Medikamente teils günstig in ihrem Verlauf beeinflusst werden. Daher ist es in jedem Fall wichtig, zum Arzt zu gehen, wenn übermäßige Vergesslichkeit auftritt bzw. nicht nur vorübergehend besteht.

Autor: Claudia Urban für DVGE Verlag für Gesundheit und Ernährung
Letzte Aktualisierung: 14. Dezember 2011
Quellen: Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM – Leitlinie Nr. 12): „Demenz“ (Stand: 2008) URL: http://leitlinien.degam.de/uploads/media/LL-12_Langfassung_TJ_03_korr_01.pdf (Stand: 08.12.2011) Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN)- S3-Leitlinie: "Demenzen" (Stand: November 2009). URL: http://www.dgn.org/images/stories/dgn/leitlinien/ll_demenz/ll-demenz-lang-170210.pdf (Stand: 08.12.2011) MayoClinic.com: Memory loss: When to seek help. 07.07.2011. URL: http://www.mayoclinic.com/health/memory-loss/HQ00094 (Stand: 08.12.2011) Arbeitsblätter Stangl, W.: Das Vergessen. URL: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/GEDAECHTNIS/Vergessen.shtml (Stand: 10.12.11) Verdacht auf Demenz? Umfassende Basisdiagnostik ist unverzichtbar. In: Ärzte Zeitung vom 30.07.2010 Voelcker-Rehage, C.; Godde, B.; Staudinger, U. M.: Bewegung, körperliche und geistige Mobilität im Alter. In: Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung -Gesundheitsschutz (6) 2005, S. 558–566 Haberstroh, J.; Pantel, J.; Neumeyer, K: Kommunikation bei Demenz. Ein Ratgeber für Angehörige und Pflegende. Springer-Verlag GmbH (2011) Eiden, P.: Wenn die Gehirnfunktion nachlässt. In: Heilberufe (7) 2009, S. 37-39

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