Lohnt der finanzielle Aufwand?
Die Kosten für die Hormonspirale im Vergleich
Beim Einsetzen der Hormonspirale fallen zunächst vergleichsweise hohe Kosten an. Langfristig gesehen jedoch handelt es sich um eine eher günstige Verhütungsmethode.
Frauen, die sich für die Hormonspirale als Verhütungsmethode entscheiden, haben einen zunächst vergleichsweise hohen finanziellen Aufwand zu bewältigen: 250 bis 350 Euro kostet das Einsetzen der Spirale, inklusive Beratung und Untersuchung. Allerdings fällt dieser Betrag einmalig an, so dass damit alle Kosten für fünf Jahre Verhütung abgegolten sind. Die jährlich empfohlene Untersuchung beim Frauenarzt, der mithilfe von Ultraschall den Sitz der Hormonspirale überprüft, wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt und kann im Prinzip mit der gynäkologischen Krebsvorsorgeuntersuchung verbunden werden.
Langfristig gesehen eher günstig
Langfristig gesehen gehört die Hormonspirale damit eher zu den günstigen Verhütungsmethoden. Wird sie tatsächlich, wie empfohlen, erst nach fünf Jahren gewechselt oder entfernt, entstehen der Anwenderin Kosten von rund 4 bis knapp 6 Euro im Monat. Günstiger ist eigentlich nur die Kupferspirale. Ihr Einsetzen kostet etwa 120 bis 200 Euro. Doch auch bei der Kupferspirale hängt der reale Preis wesentlich von der Tragezeit ab, die sich in der Regel auf ca. drei bis fünf Jahre beläuft. Die monatlich anfallenden Kosten für die Kupferspirale liegen damit je nach Anwendungszeit zwischen etwa 2 bis 5,50 Euro.
Eine ebenfalls zum Teil günstige Verhütungsmethode ist die Pille. Hier belaufen sich die Kosten - in Abhängigkeit davon, welches Präparat in welcher Packungsgröße verordnet wird - auf etwa 5 bis 17 Euro pro Monat. Wird die Pille zur Behandlung einer Krankheit verschrieben, werden die Kosten auch bei Frauen nach dem 20. Lebensjahr von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet.
Generell teurer sind dagegen Hormonspritzen mit ca. 25 Euro bei einer Wirkung von acht bis zwölf Wochen, der Hormonring mit etwa 40 Euro für drei Monate, Hormonpflaster mit rund 38 Euro für drei Monate und Hormonimplantate mit einmalig 300 bis 350 Euro beim Einlegen und bis zu 50 Euro für die Entfernung bei einer Liegedauer von bis zu drei Jahren. Die Kosten für eine Sterilisation, die in der Regel nicht mehr rückgängig zu machen ist, belaufen sich auf mehrere hundert Euro. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten die Kosten für eine Sterilisation lediglich dann, wenn diese infolge einer Krankheit medizinisch notwendig wird (SGB V § 24b).
Bis zum 20. Lebensjahr zahlt die Krankenkasse
Für Mädchen und junge Frauen bis zum Alter von 20 Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Empfängnisverhütung, sofern diese vom Arzt verschrieben wird (SGB V § 24a). Nicht bezahlt werden beispielsweise Kondome oder Spermizide - also Mittel, die Spermien abtöten. Erstattet werden dagegen die Kosten für z.B. die Pille, die Hormonspirale, den Hormonring, Hormonpflaster und Hormonimplantate. Allerdings gehört die Hormonspirale bei jungen Frauen, die sich noch keinen Kinderwunsch erfüllt haben, ohnehin nicht zu den von Ärzten empfohlenen Verhütungsmethoden der ersten Wahl - auch wenn ihre Anwendung prinzipiell möglich ist.







