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Sexuell übertragbare Krankheiten

Hormonspirale schützt davor nicht

Die Hormonspirale ist eine sichere Verhütungsmethode - vor einer Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheitserregern wie HIV, Syphilisbakterien oder Hepatitis B schützt sie jedoch nicht.

Die Hormonspirale kann eine Schwangerschaft mit hoher Sicherheit verhüten. Die Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheitserregern kann sie jedoch - ebenso wenig wie die meisten anderen Verhütungsmittel - verhindern.

Verschiedenste Erreger sind sexuell übertragbar

Verschiedenste Krankheitserreger, sowohl Bakterien als auch Viren, können auf sexuellem Weg übertragen werden. Beispiele sind neben HIV die Erreger der Gonorrhoe und der Syphilis sowie Hepatitis B- und C-Viren.

• HIV

Der HIV-Erreger (Humanes Immundefektvirus) gehört zur Gruppe der Retroviren und verursacht das infektiöse, erworbene Immundefektsyndrom AIDS. Auch wenn der Krankheitsverlauf durch neuere Medikamente heutzutage lange verzögert werden kann - heilbar ist AIDS noch immer nicht.

• Gonorrhoe (Tripper)

Die Gonorrhoe ist weltweit eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten. Sie wird durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae hervorgerufen und verursacht Beschwerden im Genital- und Harnwegsbereich (z.B. wässrigen Ausfluss aus der Scheide, Schmerzen beim Wasserlassen, häufigen Harndrang), in der Analregion sowie im Mund- und Rachenbereich. Wiederholte Infektionen mit Gonorrhoe sind möglich. Unbehandelt kann eine Gonorrhoe zur Unfruchtbarkeit führen.

• Syphilis

Auch bei der Syphilis (Lues) handelt es sich um eine weltweit verbreitete Geschlechtskrankheit. Sie wird durch den Erreger Treponema pallidum hervorgerufen und verläuft in drei Stadien: - Primär-Syphilis: etwa drei bis vier Wochen nach der Ansteckung, derbe Papeln bzw. Geschwüre im Genitalbereich („harter Schanker“)- Sekundär-Syphilis: zwei bis fünf Monate nach der Ansteckung, großflächiges Exanthem im Genitalbereich- Tertiär-Syphilis: etwa fünf bis 30 Jahre nach der Ansteckung, knotige Bereiche (Granulome) an der Haut und Schleimhaut in nahezu allen Organen möglich

• Hepatitis B und C

Hepatitis B und C werden durch Blut und andere Körperflüssigkeiten wie Sperma, Scheidensekret, Tränenflüssigkeit und Speichel übertragen. So gehen in Deutschland nach Schätzungen rund zwei Drittel der Neuinfektionen mit Hepatitis B auf sexuelle Übertragung zurück. Die Viren lösen eine akute Entzündung der Leber aus, die in einer chronischen Entzündung münden kann. Chronische Hepatitis B- und C-Infektionen sind ein Risikofaktor für die Entstehung von Leberzirrhose mit Leberversagen sowie Leberzellkrebs (Leberzellkarzinom).

Kondom plus Hormonspirale – die sichere Kombi

Die meisten mechanischen und hormonellen Verhütungsmittel wie die Kupferspirale, die Pille, der Vaginalring, Hormonpflaster oder eben die Hormonspirale können eine Übertragung von Krankheitserregern beim Geschlechtsverkehr nicht verhindern. Sicheren Schutz hingegen bietet das Kondom (auch Gummi, Präservativ oder Pariser genannt) - sofern es richtig angewendet wird. Die dünne Hülle aus Gummi sollte deshalb insbesondere bei wechselnden Partnern immer dabei sein. Sie wird vor dem Verkehr über den erigierten Penis des Mannes gestreift und anschließend vorsichtig wieder entfernt.

Das Kondom kann mit anderen Verhütungsmitteln wie der Hormonspirale kombiniert werden, da es keinen Einfluss auf den Hormonhaushalt hat, und deshalb keine Wechselwirkungen zu befürchten sind.

Hygiene schützt ebenfalls

Eine gute Körperhygiene bietet ebenfalls Schutz vor Infektionen. Dazu gehören schon einfachste Maßnahmen wie gründliches Händewaschen etwa nach dem Toilettengang. Denn Krankheitserreger können durch Kontaktinfektion übertragen werden, wenn kleinste Kotteilchen beim Stuhlgang auf die Hände und von dort auf Gegenstände, z.B. ein Handtuch, oder den Partner übertragen werden. Im Scheidenbereich sollte zudem auf den Gebrauch von Seifen und Intimsprays verzichtet werden, da diese zum Austrocknen der Scheide führen können, wodurch das Eindringen von Krankheitserregern begünstigt wird.


Quelle: „Empfängnisverhütung. Familienplanung in Deutschland“, AWMF-Leitlinie 015/015 (S1), Hrsg. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Deutsche Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin (DGGEF) sowie Berufsverband der Frauenärzte (BVF) (Stand: August 2008). URL: http://www.dggg.de/_download/unprotected/g_02_01_01_empfaengnisverhuetung.pdf; „Gib AIDS keine Chance“, Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (Stand: 15.08.2010). URL: http://www.gib-aids-keine-chance.de/index.php; Riede, U.-N. & Schaefer, H.-E.: Allgemeine und spezielle Pathologie. 5. Aufl. Stuttgart: Thieme, 2004
Autor: Kathrin Sommer
Stand: Aug 31, 2010


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