Hormonspirale

Eine gute Alternative auch bei Leistungssport?

Prinzipiell eignen sich für Leistungssportlerinnen alle Verhütungsmethoden, die auch bei anderen Mädchen und Frauen zum Einsatz kommen. Sportlerinnen mit zyklusbedingten Beschwerden können unter Umständen allerdings auch leistungsmäßig von der Anwendung bestimmter hormoneller Verhütungsmittel wie der Hormonspirale profitieren.

Viele Frauen und Mädchen in Deutschland betreiben Leistungssport, verbunden mit einem hohen zeitlichen Aufwand, einer straffen Organisation und einer klaren Erfolgs- und Leistungsorientierung. Am Ende muss alles stimmen, damit die Anstrengung auch zum Erfolg führt - selbst die Auswahl der Verhütung. Denn Studien zeigen, dass die richtige Verhütungsmethode unter Umständen auch den sportlichen Erfolg beeinflussen kann.

Menstruationszyklus und Leistungssport

Hormonschwankungen und weitere Probleme im Rahmen des Menstruationszyklus können die körperliche Leistungsfähigkeit mitunter beeinträchtigen. Nachgewiesen ist dies z.B. bei Sportlerinnen mit prämenstruellem Syndrom (PMS), bei denen in den Tagen vor den Tagen z.B. depressive Verstimmungen, starke Bauchschmerzen, Wassereinlagerungen und weitere Symptome auftreten. Auch sehr starke Regelblutungen, verbunden mit einem erhöhten Blut- und Eisenverlust, können zu Leistungsminderungen führen. Hinzu kommen viele weitere Einflüsse wie etwa Regelschmerzen oder vermehrte Salz- und Flüssigkeitseinlagerungen mit Gewichtszunahme in bestimmten Zyklusphasen, die in bestimmten Fällen Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit herabsetzen können. Auch wenn die Einflüsse jeweils nur minimal sind, fallen sie beim Leistungssport, wo es um Hundertstelzeiten und -längen geht, besonders ins Gewicht. Daneben bereitet so mancher Sportlerin das Handling der Monatshygiene, z.B. aufgrund verstärkter Blutungen, Probleme.

Aspekte bei der Auswahl der Verhütung berücksichtigen

Auch wenn nicht für jedes Problem eine Lösung besteht, lassen sich einige Beschwerden doch positiv beeinflussen. Auch die Verhütung, insbesondere hormonelle Verhütungsmittel, spielen dabei eine nicht unwesentliche Rolle. Zum einen ermöglichen sie sicheren Empfängnisschutz. Andererseits können der Sportlerin – in Abhängigkeit vom Präparat und der individuellen Situation – bei der richtigen Auswahl des Verhütungsmittels bestimmte Zusatznutzen erwachsen.

So bessern sich bei Einnahme von Pillen der neuen Generation, die bestimmte Gestagene enthalten, häufig auch PMS-Symptome. Zudem eignet sich die Pille in vielen Fällen für Sportlerinnen, die unter starken Blutungen (Hypermenorrhö) oder Regelschmerzen (Dysmenorrhö) leiden.

Leistungssportlerinnen, die sich während Phasen des intensiven Trainings oder bei Wettkämpfen durch die Regelblutungen beeinträchtigt fühlen, können die Pille auch im Langzyklus (ohne Unterbrechung) einnehmen. Auf diese Weise lässt sich die Periode verschieben oder findet je nach Anwendungsdauer über mehrere Monate gar nicht statt.

Hormonspirale als Alternative

Eine gute Alternative stellt mitunter auch die Hormonspirale dar, die zum einen bei Frauen, die unter sehr starken Blutungen leiden, sehr effektiv ist, und darüber hinaus bei etwa 20 Prozent der Anwenderinnen dazu führt, dass die monatlichen Blutungen ganz ausbleiben – eine weitere Möglichkeit also für Sportlerinnen, um im Training oder im Wettkampf von Blutungsfreiheit oder nur geringen Blutungen zu profitieren.

Darüber hinaus muss die Sportlerin mit der Hormonspirale nicht auf die tägliche und vor allem pünktliche Anwendung der Verhütung wie bei der Pille oder Minipille achten. Vor allem bei der Minipille ist ein täglich exakt gleiches Zeitfenster bei der Einnahme erforderlich.

Der Arzt berät bei der Auswahl der individuell geeigneten Methode

Leistungssportlerinnen können sich bzgl. der richtigen Verhütungsmethode und zur Behandlung von Zyklusproblemen zur Beratung an ihren Frauenarzt wenden. Dieser berücksichtigt individuelle Besonderheiten, etwa ob Regelschmerzen und Blutungsstörungen vorliegen, welche Sportart trainiert wird oder auch welche individuellen Vorlieben bei der Sportlerin im Hinblick auf die Verhütung bestehen. Grundlegend für den Arzt sind zudem die gesundheitlichen Voraussetzungen der Frau. Diese gleicht er mit den möglichen Risiken und Nebenwirkungen der einzelnen Verhütungsmethoden ab und wird die Frau entsprechend beraten.


Quelle: M. Goeckenjan et al.: Kontrazeption bei Sportlerinnen. In: Gynäkologische Endokrinologie (4) 2010, S. 257-262;
Rote Liste Service GmbH: Fachinformation Mirena®, Stand: Januar 2009;
Grüne, B.; Gröger, S.: Hormonale Methoden der Empfängnisverhütung. In: Diedrich, K.; Holzgreve, W.; Jonat, W.; Schultze-Mosgau A., Schneider, K.-T. M. und Weiss J. M. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. 2. Aufl. Heidelberg: Springer 2007, S. 153;
Prof. Dr. med. Kleine-Gunk, B.: Das prämenstruelle Syndrom: Weit verbreitet, kaum erforscht. In: Gynäkologie und Geburtshilfe, 4 (2010), S. 28-31
Autor: Claudia Urban
Stand: Nov 22, 2011


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