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Verhütungsmethoden

Welche Alternativen gibt es zu hormonellen Methoden?

Neben den hormonellen können weitere Verhütungsmittel zum Einsatz kommen. Sie eignen sich z.B. für Frauen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht hormonell verhüten können, bzw. die nicht hormonell verhüten wollen.

Kondome

Das Kondom zählt zu den mechanischen Verhütungsmitteln, deren Wirkprinzip es ist, den Eintritt der Samenflüssigkeit in die Scheide bzw. die Gebärmutter zu verhindern, sodass die Spermien die befruchtungsfähige Eizelle nicht erreichen können. Vor einer Schwangerschaft schützt das Kondom nur dann, wenn es richtig angewendet wird. Anwendungsfehler sind in der Praxis jedoch häufig, weshalb das Kondom zu den eher unsicheren Verhütungsmethoden zählt. Etwa 20 bis 120 von 1.000 Frauen werden bei Anwendung des Kondoms pro Jahr ungewollt schwanger. Ein besonderer Vorteil des Kondoms allerdings besteht darin, dass es neben der Schwangerschaftsverhütung auch vor Infektionen mit sexuell übertragbaren Krankheitserregern wie HIV, Hepatitis B, Chlamydien oder Syphilis schützt. Deshalb eignet sich die Anwendung des Kondoms insbesondere bei häufigem Wechsel des Sexualpartners, um ein Ansteckungsrisiko zu vermeiden.Andere mechanische Methoden neben dem Kondom wie das Diaphragma und die Portiokappe spielen bei der Verhütung eine eher geringe Rolle.

Spirale (auch Intrauterinpessar, IUP)

Bei der Spirale handelt es sich um ein Plastikstück in T-Form, das in die Gebärmutterhöhle eingesetzt wird. Besteht sie nur aus Plastik, bewirkt sie wie ein Fremdkörper eine leichte Entzündung der Gebärmutterschleimhaut. Diese ist nicht schädlich, verhindert aber das Einnisten der befruchteten Eizelle. Bei der sogenannten Kupferspirale ist das T-Stück mit feinem Kupferdraht umwickelt, der nach dem Einsetzen in die Gebärmutterhöhle nach und nach Kupferionen freisetzt. Diese hemmen die Beweglichkeit der Spermien und erschweren dadurch die Befruchtung der Eizelle nach dem Geschlechtsverkehr. Der Kupfergehalt erhöht die Sicherheit der Spirale hinsichtlich der Schwangerschaftsverhütung. Pro Jahr werden etwa neun bis 30 Frauen von 1.000 ungewollt schwanger, obwohl sie die Kupferspirale benutzt haben. Diese zählt damit zu den sicheren Verhütungsmitteln. Eine Weiterentwicklung bzw. Verbindung zwischen den Wirkweisen der Pille und der Kupferspirale stellt die Hormonspirale dar.

Chemische Verhütung: Cremes, Zäpfchen u.a.

Chemische Verhütungsmittel, die in Form von Cremes, Gels, Scheidenzäpfchen, Scheidenfilm und Schaum angewendet werden, enthalten Substanzen zum Abtöten der Spermien. Sie bieten keinen sicheren Schutz vor einer Schwangerschaft und werden deshalb nur in Verbindung mit mechanischen Verhütungsmitteln empfohlen.

Natürliche Verhütung

Die natürliche Verhütung basiert auf der Beobachtung des Zyklus und der Vermeidung von Sexualverkehr während der fruchtbaren Phase. Zu den natürlichen Verhütungsmethoden zählen die Basaltemperaturmethode (tägliche Messung der Körpertemperatur nach dem Aufwachen, wobei ein Temperaturanstieg um Zweizehntel Grad Celsius den Eisprung anzeigt) und die Schleimbeobachtung. Werden beide Methoden zusammen angewendet, wird dies als symptothermale Verhütung bezeichnet. Bei sehr zuverlässiger Anwendung lässt sich durch diese Methode eine ähnliche Sicherheit wie mit der Pille erreichen. Allerdings erfordert dies ein Höchstmaß an Selbstdisziplin, das viele Frauen im Alltag nicht umsetzen können oder wollen.

Sterilisation

Bei der Sterilisation werden operativ die Eileiter durchtrennt. Damit ist eine Schwangerschaft praktisch nicht mehr möglich. Da eine Sterilisation nicht rückgängig gemacht werden kann, ist sie erst nach abgeschlossener Familienplanung zu empfehlen.


Quelle: Nach Informationen von Frauenärzte im Netz, hrsg. v. Berufsverband der Frauenärzte e.V. in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.; Leitlinie „Empfängnisverhütung. Familienplanung in Deutschland“, AWMF 015/015 (S1), Hrsg. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, Deutsche Gesellschaft für gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin, Berufsverband der Frauenärzte (Stand: August 2008)
Autor: Kathrin Sommer
Stand: Apr 28, 2010


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