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Verhütungsmethoden

Möglichkeiten der hormonellen Schwangerschaftsverhütung

Zur Verhütung einer Schwangerschaft gibt es eine Vielzahl von Methoden. Sie unterscheiden sich nicht nur in ihren Wirkprinzipien, sondern auch hinsichtlich der Sicherheit, mit der sie eine Schwangerschaft verhindern. Die größte Bedeutung haben hormonelle Verhütungsmittel.

Hormonelle Verhütung: Pille, Vaginalring, Hormonspirale u.a.

Hormonelle Verhütungsmittel enthalten künstlich hergestellte Hormone, die in etwa die gleiche Wirkung entfalten wie die körpereigenen Hormone Östrogen und Progesteron. Sie sind hierzulande von allen Verhütungsmitteln am gebräuchlichsten. Mehr als 40 Prozent der Frauen in Deutschland nutzen hormonelle Verhütungsmittel, unter den 16- bis 30-Jährigen sind es sogar über 60 Prozent. Wichtige Vertreter sind die Pille, die es in verschiedenen Varianten gibt, die Hormonspirale, der Vaginalring, Verhütungspflaster, Verhütungsstäbchen und die Drei-Monats-Spritze.

Pille

Die Pille ist das am häufigsten verwendete und beliebteste Verhütungsmittel in Deutschland - nicht zuletzt, weil sie als sicher in der Wirkung und unkompliziert in der Anwendung gilt. Nur bei einer bis neun von 1.000 Frauen tritt pro Jahr trotz Anwendung der Pille eine Schwangerschaft ein. Die hohe Sicherheit der Pille ist allerdings nur bei konsequenter täglicher Einnahme gewährleistet. Die verschiedenen Varianten der Pille unterscheiden sich in ihrem Östrogen- und Gestagengehalt.

Kombinationspräparate enthalten ein Östrogen und ein Gestagen. Sie wirken, indem sie die Eireifung im Eierstock unterdrücken und den Eisprung verhindern. Zusätzlich verändern sie den Schleimpfropf am Gebärmutterhals, sodass die Spermien nicht in die Gebärmutter gelangen. Das dritte Wirkprinzip besteht darin, dass sie den monatlichen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verhindern. Sollte es nach dem Geschlechtsverkehr doch zu einer Befruchtung einer Eizelle kommen, kann diese sich nicht in die Gebärmutterschleimhaut einnisten. Heute werden meist sogenannte Mikropillen verordnet, dies sind Kombinationspräparate mit einer besonders niedrigen Östrogenkonzentration.

Neben den Kombinationspräparaten können Pillen, die lediglich ein Gestagen enthalten - sogenannte Gestagenpräparate - zum Einsatz kommen. Eine wichtige Rolle spielt hier die sogenannte Minipille. Die enthaltene Gestagendosis ist so gering, dass die Eireifung und der Eisprung nicht beeinflusst werden. Stattdessen wird der Schleimpfropf am Gebärmutterhals verändert und dadurch der Eintritt der Spermien in die Gebärmutter gehemmt. Zudem verhindert die Minipille den monatlichen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und damit, dass sich die Eizelle im Falle einer erfolgten Befruchtung einnisten kann. Die Minipille ist eine sichere Verhütungsmethode. Die Zahl der ungewünschten Schwangerschaften trotz Anwendung der Minipille ist jedoch etwas höher als bei den Kombinationspräparaten.

Welche Pille im individuellen Fall geeignet ist, wird der behandelnde Frauenarzt/die behandelnde Frauenärztin beim Arztbesuch mit der Patientin besprechen.

Vaginalring

Beim Vaginalring handelt es sich um einen Ring aus durchsichtigem, flexiblem Kunststoff, der Östrogen und Gestagen enthält. Er wird wie ein Tampon in die Scheide eingeführt und an deren oberem Ende platziert. Eine gleichmäßige Hormonfreisetzung bewirkt die gleichen Effekte wie bei der Pille. Nach 21 Tagen wird der Ring entfernt, nach der Monatsblutung wird ein neuer Ring eingesetzt. Der Vaginalring gilt, eine sachgerechte Anwendung vorausgesetzt, als sichere Verhütungsmethode. Vier bis knapp sieben von 1.000 Frauen werden pro Jahr trotz seiner Anwendung schwanger.

Hormonspirale

Die Hormonspirale ist ein kleines, T-förmiges Gebilde aus Kunststoff, das einen Depotzylinder mit dem Gestagen Levonorgestrel enthält. Sie wird vom Frauenarzt am besten während der Monatsblutung in die Gebärmutter eingesetzt und kann dort maximal fünf Jahre verbleiben und ihre Wirkung entfalten. Durch die gleichmäßige Freisetzung des Gestagens wird der Schleimpfropf am Gebärmutterhals beeinflusst, sodass die Spermien beim Geschlechtsverkehr nicht oder nur erschwert in die Gebärmutter eindringen. Außerdem werden die Beweglichkeit und Funktionsfähigkeit der Spermien verändert und der monatliche Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verhindert, weshalb sich die Eizelle im Falle einer Befruchtung nicht einnisten kann. Die Sicherheit der Hormonspirale ist hoch. Im ersten Anwendungsjahr werden ca. zwei von 1.000 Frauen pro Jahr trotz Anwendung der Hormonspirale schwanger, über fünf Jahre Anwendung fünf bis elf von 1.000 Frauen. Die Hormonspirale eignet sich vor allem für Frauen, die auf längere Sicht eine Schwangerschaft verhüten wollen.

Drei-Monats-Spritze, Verhütungsstäbchen, Hormonpflaster

Gestagenhaltige, ebenfalls länger wirksame Verhütungsmittel sind die Drei-Monats-Spritze und das Verhütungsstäbchen. Die Drei-Monats-Spritze wird alle drei Monate in den Gesäß- oder Oberarmmuskel gespritzt. Beim Einsetzen des Verhütungsstäbchens ist ein kleiner chirurgischer Eingriff notwendig. Es wird unter die Haut auf der Innenseite des Oberarms gesetzt und verbleibt dort maximal drei Jahre. Während das Verhütungsstäbchen wie die Minipille wirkt, unterbindet die Drei-Monats-Spritze auch den Eisprung. Beide Verhütungsmethoden gelten als sicher bzw. sehr sicher: Beim Verhütungsstäbchen geht die Zahl der Frauen, die ungewollt schwanger werden, gegen Null, bei der Drei-Monats-Spritze sind es zwei bis 14 von 1.000 Frauen, die trotz Anwendung schwanger werden. Hormonpflaster hingegen, die drei Wochen im Monat getragen werden (auswechseln jede Woche nötig) und wie die Mikropille wirken, gelten nur bei Frauen unter 90 Kilogramm als sicher.


Quelle: Nach Informationen von Frauenärzte im Netz, hrsg. v. Berufsverband der Frauenärzte e.V. in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.; Leitlinie „Empfängnisverhütung. Familienplanung in Deutschland“, AWMF 015/015 (S1), Hrsg. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, Deutsche Gesellschaft für gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin, Berufsverband der Frauenärzte (Stand: August 2008); Strowitzki, T. & Rabe, T.: Hormonale Kontrazeption. Der Gynäkologe 2005, 38(11):1007-1020
Autor: Kathrin Sommer
Stand: Apr 28, 2010


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