Moderne Verhütung
Was ist die Hormonspirale?
Viele Frauen, die in der nächsten Zeit kein Kind bekommen möchten, denken über andere längerfristig wirkende Methoden zur Schwangerschaftsverhütung als z.B. die Pille nach. Eine sichere Möglichkeit ist die Hormonspirale.
Dank moderner Verhütungsmethoden wie der Pille haben Frauen die Planung einer Schwangerschaft heute weitgehend selbst in der Hand. Doch nach Jahren der Pilleneinnahme, insbesondere wenn sich der Wunsch nach Kindern bereits erfüllt hat oder in den nächsten Jahren keine Kinder gewollt sind, wünschen sich viele eine komfortablere und trotzdem sichere und langfristige Verhütungsmethode. Eine gewisse Müdigkeit, tagtäglich an die Einnahme denken zu müssen, aber auch Nebenwirkungen durch die Pille und steigende Risiken ab dem 35. Lebensjahr können Anlass dafür sein, über andere Wege der Verhütung nachzudenken. Die Hormonspirale kann eine Alternative sein.
Wirkprinzip, das Pille und Kupferspirale vereint
Viele Frauen wissen, dass mit einer „Spirale“ Schwangerschaften verhütet werden können. Doch die Hormonspirale ist nicht mit der herkömmlichen Kupferspirale zu verwechseln. Sie verhindert eine Schwangerschaft wie die Pille auf hormonellem Wege, wirkt jedoch wie die Kupferspirale „lokal“, also unmittelbar in der Gebärmutter. Damit verbindet die Hormonspirale in gewisser Weise die Wirkprinzipien von Pille und Kupferspirale.
Die Hormonspirale besteht aus elastischem, latexfreiem Kunststoff in Form eines „T“ und ist 32 Millimeter lang und 32 Millimeter breit. In ihrem Inneren enthält sie einen Zylinder, in dem sich ein Hormondepot mit Levonorgestrel befindet. Im Unterschied zur Pille enthält sie nur dieses eine Hormon und kein Östrogen.
Der Hormonhaushalt bleibt weitgehend unbeeinflusst
Die Anwendung der Hormonspirale ist unkompliziert. Sie wird vom Frauenarzt in die Gebärmutter eingelegt. Über einen Zeitraum von fünf Jahren werden dann aus dem Hormondepot langsam und gleichmäßig geringe Mengen Levonorgestrel freigesetzt. Es sorgt dafür, dass eine Schwangerschaft mit hoher Sicherheit verhindert wird. Gleichzeitig verändert sich das Blutungsverhalten: Die Monatsblutung wird meistens schwächer und kürzer oder entfällt bei einigen Anwenderinnen sogar ganz.
Der Eisprung selbst und damit der natürliche Zyklus werden anders als bei der Pille und anderen hormonellen Verhütungsmethoden nicht beeinflusst. Grund dafür ist die vorwiegend örtliche Wirkung der Hormonspirale in der Gebärmutter, der Hormonhaushalt des Körpers an sich bleibt nahezu unverändert.
Wie sicher verhütet die Hormonspirale?
Das Levonorgestrel wird, solange die Spirale nicht entfernt wird, gleichmäßig über fünf Jahre freigesetzt. Eine Schwangerschaft kann in diesem Zeitraum mit hoher Sicherheit verhindert werden. Die Hormonspirale wirkt mindestens ebenso sicher und zuverlässig wie die meisten modernen Pillen. Nach fünf Jahren sollte die Hormonspirale entfernt werden. Besteht dann weiterhin der Wunsch nach Verhütung, ist es möglich, sofort eine neue Spirale einzusetzen.
Nach dem Entfernen ist eine Schwangerschaft kein Problem
Bei Kinderwunsch kann der Frauenarzt die Hormonspirale jederzeit auf unkomplizierte Weise entfernen. Da der Hormonhaushalt des Körpers und der monatliche Zyklus durch die Hormonspirale nahezu unbeeinflusst bleiben, ist eine Schwangerschaft unmittelbar nach Entfernung der Spirale wieder möglich. Auch in diesem Punkt unterscheidet sich die Hormonspirale von der Pille: Nach deren Absetzen müssen die betroffenen Frauen oftmals einige Zeit warten, bevor sich ihr Zyklus normalisiert und sie wieder schwanger werden können.
„Lokale" Hormonwirkung
Die von der Hormonspirale kontinuierlich freigesetzte Menge des Hormons Levonorgestrel ist gering, Östrogene sind bei dieser Verhütungsmethode gar nicht beteiligt. Aus diesem Grund wird die Hormonspirale von den meisten Frauen gut vertragen. Wie bei jedem anderen Arzneimittel können jedoch auch Nebenwirkungen auftreten. Mögliche Nebenwirkungen sind u.a. Kopfschmerzen, Spannungen in der Brust oder regelähnliche Bauchschmerzen, gutartige Zysten im Bereich der Eierstöcke, depressive Verstimmungen oder irreguläre Blutungen. Die Nebenwirkungen treten jedoch häufig nur innerhalb der ersten drei Monate nach dem Einsetzen der Spirale auf.







