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Monatsblutung

Die Hormonspirale kann starke Blutungen mindern

Besonders heftige Monatsblutungen können mit der Hormonspirale abgeschwächt werden. Untersuchungen zeigen, dass diese Behandlung effektiv ist und von den Anwenderinnen sehr gut angenommen wird.

So manche Frau empfindet die monatliche Blutung als extreme Belastung, etwa wenn die Blutung so stark ist, dass Vorlagen im Ein- oder Zweistundentakt gewechselt werden müssen oder die Menstruation sieben Tage und länger anhält.

Die Menge des bei der Monatsblutung abgestoßenen Gewebes und Bluts variiert von Frau zu Frau und auch von Zyklus zu Zyklus. Es kann deshalb schwierig sein zu bestimmen, wann eine Monatsblutung „normal“ und wann sie tatsächlich besonders stark ist - auch wenn es dafür von medizinischer Seite Festlegungen gibt. Demnach gilt eine Blutung als schwere Blutung bzw. in der Fachsprache als Hypermenorrhoe, wenn eine Frau pro Menstruationszyklus mehr als 80 Milliliter Blut verliert. Subjektiv können Frauen allerdings auch bei einem geringeren Blutverlust bereits das Gefühl haben, unter schweren Monatsblutungen zu leiden, und sich eine wirksame Therapie dagegen wünschen.

Die Hormonspirale kann die Monatsblutung abschwächen

Die Hormonspirale schwächt in den meisten Fällen die Intensität und Dauer der Monatsblutung ab. Der Grund dafür ist das in der Gebärmutter freigesetzte Hormon Levonorgestrel. Es verhindert, dass die Gebärmutterschleimhaut im monatlichen Zyklus aufgebaut und für eine Einnistung der befruchteten Eizelle vorbereitet wird. Dadurch ist die Blut- und Schleimhautmenge, die während der Monatsblutung abgestoßen wird, in der Regel reduziert. Die Menstruation fällt zumeist deutlich geringer und kürzer aus - bei manchen Frauen findet sie sogar überhaupt nicht mehr statt.

Anwendung zur Therapie bei sehr starken Blutungen

Daher ist die Hormonspirale nicht nur eine Methode zur Verhütung. Bei besonders heftigen Blutungen, die zu einem hohen Leidensdruck bei den betroffenen Frauen führen, ist sie auch als Therapie einsetzbar und zugelassen. Voraussetzung ist selbstverständlich, dass aktuell nicht der Wunsch nach einer Schwangerschaft besteht. Untersuchungen zeigen, dass die Hormonspirale sowohl die Blutungsmenge als auch die Anzahl der Blutungstage erheblich reduzieren kann. Wird zu einem späteren Zeitpunkt doch eine Schwangerschaft gewünscht, kann die Spirale vom Frauenarzt leicht entfernt werden.

Eine Vorhersage darüber, wie stark die Hormonspirale die Monatsblutung schwächt und ob diese infolge der Anwendung sogar gänzlich ausbleibt, ist nicht möglich. In den Studien zeigten sich die Teilnehmerinnen jedoch sehr zufrieden mit der Wirksamkeit der Hormonspirale - und das, obwohl durchaus Nebenwirkungen wie Spannungen in der Brust oder Zwischenblutungen auftreten können.

Nicht alle wünschen eine Schwächung der Monatsblutung

Allerdings wünschen sich längst nicht alle Frauen eine Schwächung ihrer Monatsblutung. So möchte manche Frau ihren Zyklus ganz bewusst „erleben“ können und empfindet die monatliche Blutung als eine Art Reinigungsvorgang. Für diese Frauen ist die Hormonspirale auch als Verhütungsmethode eher ungeeignet, da nicht mit Sicherheit vorhergesagt werden kann, ob es durch die Anwendung nur zu einer Schwächung oder doch zum völligen Ausbleiben der Monatsblutung kommt.


Quelle: Lethaby, A. et al.: Progesterone or progestogen-releasing intrauterine systems for heavy menstrual bleeding. In: Cochrane Database of Systematic Reviews 4 (2005), Art. No.: CD002126. DOI: 10.1002/14651858.CD002126.pub2; Gemzell-Danielsson, K. et al.: Bleeding pattern and safety of consecutive use of the levonorgestrel-releasing intrauterine system (LNG-IUS) - a multicentre prospective study. In: Human Reproduction 25(2), (2010), S. 354-359; Heikinheimo, O. et al.: Predictors of bleeding and user satisfaction during consecutive use of the levonorgestrel-releasing intrauterine system. In: Human Reproduction (2010), Onlinevorabveröffentlichung doi:10.1093/humrep/deq079
Autor: Kathrin Sommer
Stand: Jul 20, 2010


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