Sicherer Langzeitschutz
Für wen ist die Hormonspirale geeignet?
Eine sichere, aber gleichzeitig auch verträgliche und bequeme Verhütungsmethode - das wünschen sich viele Frauen. Die Hormonspirale ist eine gute Alternative für alle, die nach einem Langzeitschutz suchen.
Empfängnisverhütung spielt im Sexualleben der meisten Frauen eine große Rolle, unabhängig davon, ob sie bereits Kinder geboren haben oder nicht. Zuverlässig soll die Verhütungsmethode sein, dabei aber auch gut verträglich und bequem durchzuführen.
Sicher verhüten, aber nicht täglich daran denken müssen
Gerade für Frauen ab 30 lohnt es sich, nochmals ihre Verhütungsmethode zu überprüfen. Viele haben dann ihre berufliche Ausbildung abgeschlossen, die Arbeit oder die Betreuung der Kinder sind anspruchsvoll und herausfordernd. Zahlreiche Frauen wollen in dieser Situation den Kopf frei haben und sind es leid, wie bei der Pille, Tag für Tag an die Verhütung denken zu müssen.
Für diese Frauen könnte sich die Hormonspirale anbieten. Sie muss nicht jeden Tag aufs Neue angewendet werden, sondern wirkt - einmal eingesetzt - fünf Jahre lang. Bei Kinderwunsch oder wenn anderweitige Gründe vorliegen, kann sie jederzeit wieder entfernt werden. Darüber hinaus ermöglicht die Hormonspirale eine sehr sichere Verhütung einer ungewollten Schwangerschaft. In ihrer Verhütungssicherheit ist sie vergleichbar mit einer modernen Pille bzw. der Pille sogar noch überlegen.
Auch geeignet, wenn noch kein Kind da ist
Auch Frauen, die noch keine Kinder geboren haben, können mit der Hormonspirale verhüten. Zwar muss der Arzt beim Einlegen besondere Vorsicht walten lassen, jedoch ist die Anwendung der Spirale möglich. Sie sollte vor allem dann in Betracht gezogen werden, wenn andere sichere Verhütungsmethoden z.B. aus gesundheitlichen Gründen nicht eingesetzt werden können. Ein späterer Kinderwunsch ist kein Problem: Die schwangerschaftsverhütende Wirkung der Hormonspirale wird sofort nach ihrer Entfernung wieder aufgehoben, da sie den natürlichen Hormonzyklus nahezu unbeeinflusst lässt. Allerdings sollten Frauen, die sich vorstellen können, innerhalb der nächsten Jahre ein Kind zu bekommen, den Einsatz der Hormonspirale überdenken: Der Aufwand des Einlegens lohnt sich nach Aussage von Prof. Dr. med. Thomas Römer, dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Endoskopie e.V. der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V., gerade finanziell erst dann, wenn die Spirale mindestens zwei bis drei Jahre liegen bleibt.
Nach der Geburt eines Kindes
Nach der Geburt eines Kindes wollen sich Frauen oftmals Zeit bis zur nächsten Schwangerschaft lassen und brauchen eine sichere Verhütungsmethode. Die Hormonspirale eignet sich gut, da sie auch während der Stillzeit angewendet werden kann. Etwa sechs bis zwölf Wochen nach der Geburt (dies ist individuell verschieden) hat sich die Gebärmutter wieder so zurückgebildet, dass die Hormonspirale eingelegt werden kann.
Bei starken Blutungen
Das Hormon der Hormonspirale Levonorgestrel verhindert den natürlichen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut im Zyklus. Aus diesem Grund müssen bei der Monatsblutung weniger Schleimhautreste und Blut abgestoßen werden, sodass die Blutungen meistens schwächer, kürzer und weniger schmerzhaft sind. Leiden Frauen in ihrem Monatszyklus unter heftigen Blutungen und starken Regelschmerzen, kann ihnen mithilfe der Hormonspirale Linderung verschafft werden. Studienergebnissen zufolge scheint sie auch gut für Patientinnen geeignet zu sein, die an einer Endometriose (Ansiedlung von Gebärmutterschleimhautinseln außerhalb der Gebärmutter) oder einer Adenomyosis (gutartige Wucherung der Gebärmuttermuskulatur) erkrankt sind.
Bei erhöhtem Thromboserisiko
Beim Einsatz der Hormonspirale werden keine Östrogene angewendet, zudem wirkt das Hormon Levonorgestrel vorwiegend „lokal“ in der Gebärmutter. Dadurch ist die Hormonspirale weniger risikobehaftet als beispielsweise hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille oder der Hormonring und führt seltener zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Das spielt vor allem eine Rolle, wenn bereits andere Risikofaktoren für bestimmte Erkrankungen vorliegen. Dazu zählen beispielsweise Risikofaktoren, die gefäßverstopfende Blutgerinnsel, sogenannte venöse Thrombosen, begünstigen. Ab einem Alter von 35 Jahren nehmen solche Risikofaktoren, zu denen u.a. starkes Übergewicht, Bluthochdruck oder Diabetes mellitus gehören, zu. Hormonelle Verhütungsmethoden wie die Pille oder der Hormonring begünstigen ihrerseits das Entstehen venöser Thrombosen. Die Hormonspirale stellt in diesen Fällen eventuell eine mögliche Alternative dar. Allerdings sollte bei vorhandenen Risikofaktoren auch vor der Anwendung der Hormonspirale immer eine Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.
Anstelle einer Sterilisation
Wenn sich Frauen sicher sind, dass sie keine Kinder mehr bekommen möchten, ziehen sie nicht selten eine Sterilisation in Betracht. Dabei werden die Eileiter entweder mit Hitze verschweißt oder mit einem Clip abgeklemmt, sodass der Weg für die Eizelle vom Eierstock in die Gebärmutter abgeschnitten ist. Der Monatszyklus und die Blutungen verändern sich in der Regel nicht. Die Sicherheit dieser „Verhütungsmethode“ ist sehr hoch. Allerdings handelt es sich um einen operativen Eingriff, der mit gewissen Risiken behaftet ist und nicht oder nur sehr schwer rückgängig gemacht werden kann. Die Entscheidung dafür sollte deshalb wohl überlegt sein. Im Leben können jederzeit Veränderungen eintreten, die einen Kinderwunsch plötzlich wieder aufleben lassen. Die Hormonspirale bietet eine Alternative zur Sterilisation, die solchen eventuellen Veränderungen Rechnung trägt und trotzdem einen effektiven Langzeitschutz auf unkomplizierte Weise bietet. Wird sie aus der Gebärmutter entfernt, ist eine Schwangerschaft jederzeit wieder möglich.
Vor den Wechseljahren
Auch für Frauen, die kurz vor den Wechseljahren stehen, aber noch verhüten müssen, ist die Hormonspirale eine geeignete Methode, ungewollte Schwangerschaften zu verhindern. Sie bietet einerseits lang anhaltenden Schutz, ohne täglich erneuert werden zu müssen, und reduziert andererseits die Monatsblutungen und die damit verbundenen Beschwerden.







