30 und pillenmüde?
Die Verhütungsmethode überdenken
Jenseits der 30 wünschen sich viele Frauen eine sichere und bequeme Methode zur Langzeitverhütung. Die Hormonspirale ist eine Möglichkeit.
Viele Frauen nehmen den 30. Geburtstag zum Anlass, ihren bisherigen Lebenslauf zu überdenken. Die berufliche Ausbildung ist bei den meisten in diesem Alter abgeschlossen, sie sind in ihrem Job fest etabliert, haben Verantwortung übernommen und engagieren sich in ihrer Freizeit. Andere sind durch die Erziehung ihrer Kinder stark beansprucht und erleben es als besondere Herausforderung, Job und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen. Und auch die Partnerschaft will gepflegt sein. Diese oft stressige Lebensphase fordert „die ganze Frau“.
Suche nach einer „bequemeren“ Verhütungsmethode
Viele Frauen jenseits der 30 wollen nicht mehr Tag für Tag an die Empfängnisverhütung denken müssen. Sie sind pillenmüde geworden. Gleichzeitig wünschen sie sich aber unbeschwerten Sex ohne Angst vor einer Schwangerschaft. Andere Frauen suchen nach einer Möglichkeit zur langfristigen Empfängnisverhütung, weil sie bereits Kinder haben und in der nächsten Zeit kein weiteres bekommen möchten. In dieser Situation kann es sinnvoll sein, die bisher genutzte Verhütungsmethode auf den Prüfstand zu stellen.
Sicherer Langzeitschutz durch die Hormonspirale
Die Hormonspirale bietet sicheren Langzeitschutz vor einer Schwangerschaft. Sie wirkt nach dem Einlegen fünf Jahre lang und kann dann problemlos ausgetauscht werden. Die Sicherheit der Hormonspirale ist hoch, etwa vergleichbar mit modernen Pillen. Weniger als eine von 100 Anwenderinnen wird über die Gesamtliegedauer von fünf Jahren ungewollt schwanger. Gleichzeitig ist die Wirkung der Hormonspirale reversibel. Sie kann jederzeit entfernt werden. Nach dem Entfernen ist eine Schwangerschaft sofort im nächsten Zyklus wieder möglich, da die Hormonspirale vorrangig lokal in der Gebärmutter wirkt und den natürlichen Hormonzyklus des Körpers nahezu unbeeinflusst lässt. Die Schwangerschaftsrate unter den Frauen, die in dem Jahr unmittelbar nach Entfernen der Hormonspirale schwanger werden, ist vergleichbar mit der Schwangerschaftsjahresrate von Frauen, die vorab nicht verhütet haben.
Lästige Blutungen loswerden
Auch in anderer Hinsicht kann die Hormonspirale eine gute Alternative sein. So manche Frau wird von der Monatsblutung regelrecht krank: Starke Blutungen, Unterleibsschmerzen, Krämpfe, Kopf- und Rückenschmerzen oder Übelkeit sorgen dafür, dass sie sich in diesen Tagen elend fühlt. Zudem bringen die monatlichen Blutungen Einschränkungen mit sich, etwa beim Baden, in der Sauna oder beim Sex - Einschränkungen, die gerade im Urlaub, wenn man endlich mehr Zeit für die Kinder und den Partner hat, stören.
Durch die Anwendung der Hormonspirale geht die Blutungsstärke während der Menstruation häufig deutlich zurück. Die Blutungen werden meistens kürzer, weniger intensiv und schmerzfreier. Bei einigen Anwenderinnen bleiben sie sogar gänzlich aus. Aus medizinischer Sicht ist dies unproblematisch. Viele Frauen erleben diese blutungsreduzierende Wirkung der Hormonspirale als große Erleichterung.
Auch die Verträglichkeit der Verhütung ändert sich
Neben der Sicherheit und dem Komfort spielt bei der Wahl der Verhütung auch die Verträglichkeit eine wichtige Rolle. So wird ab dem 35. Lebensjahr die Verhütung mit hormonellen Methoden wie der Pille oder dem Hormonring problematischer, weil Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in diesem Alter zunehmen. Im Zusammenhang mit beispielsweise erblichen Blutgerinnungsstörungen, starkem Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Rauchen erhöht sich durch die Einnahme der Pille das Risiko für Blutgerinnsel, sogenannte venöse Thrombosen.
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob in diesen Fällen die Hormonspirale eine Alternative für Sie sein könnte. Sie ist einerseits östrogenfrei, andererseits wird ihr Hormon direkt in die Gebärmutter freigesetzt und wirkt vorwiegend „lokal“. Anders als bei der Einnahme von Hormonen gelangen nur geringe Mengen ihres Hormons, des Gestagens Levonorgestrel, in den Blutkreislauf, wodurch das Risiko für Nebenwirkungen oder auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sinkt.







