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FAQs

Häufig gestellte Fragen zur Hormonspirale

Kann die Hormonspirale durch zu schweres Tragen verrutschen? Wie lang sollte der Rückholfaden sein und kann es dadurch Probleme beim Sex geben? Diese und weitere, von Anwenderinnen häufig gestellte Fragen und Antworten zur Hormonspirale finden Sie hier zusammengestellt.


Verändert die Hormonspirale den natürlichen Zyklus?

Die Antwort lautet nein: Die Hormonspirale zeichnet sich durch ein „lokales“ Wirkprinzip aus: Die kontinuierliche Abgabe sehr geringer Mengen des Hormons Levonorgestrel führt zu einer Verdickung des Gebärmutterschleims, was die Spermien am Eindringen hindert, sowie zu einem verminderten Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, wodurch sich eine befruchtete Eizelle nicht einnisten kann. Der weibliche Zyklus wird auf diese Weise kaum beeinflusst, die Funktion der Eierstöcke bleibt normal erhalten, der Eisprung findet in der Regel statt. Anders ist dies bei Pille, Dreimonatsspritze und Hormonimplantat. Die Hormonkonzentrationen sind hier deutlich höher. Ziel bzw. ein wichtiges Wirkprinzip ist es bei diesen Methoden, den Eisprung zu hemmen und dadurch eine Empfängnisverhütung zu erreichen.

Warum sind die Blutungen schwächer oder finden nach einem Jahr plötzlich nicht mehr statt?

Die Ursache dafür, dass die Blutung bei Anwenderinnen der Hormonspirale häufig geringer ausfällt, liegt darin, dass das Hormon Levonorgestrel den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut vermindert, entsprechend blutet weniger ab. Bei einigen Frauen (ca. 20 Prozent) führt dies dazu, dass die Blutung nach einiger Zeit der Anwendung ganz ausbleibt. Der Zyklus läuft trotzdem unverändert ab. Ein Ausbleiben der Blutung z.B. erst nach einem Jahr lässt sich damit erklären, dass sich erst nach dieser Zeit so viel Gestagen in der Gebärmutterwand angereichert hat, dass die Schleimhaut kaum noch aufgebaut wird. Levonorgestrel wird zwar sofort nach dem Einsetzen in die Gebärmutterhöhle abgegeben, aber immer nur in ganz geringen Mengen. Trotzdem ist die Verhütungssicherheit zu jeder Zeit gegeben.

Kann die Hormonspirale durch zu schweres Tragen oder Sport verrutschen?

Auch das Anheben und Tragen von schweren Gegenständen oder sportliche Betätigung führt in der Regel nicht zu einem Verrutschen der Hormonspirale. Für Anwenderinnen der Hormonspirale gelten hier keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen. Treten jedoch anhaltende ziehende Schmerzen nach einer genannten Aktivität auf, sollte der Arzt aufgesucht werden. Wichtig auch: Schweres und falsches Heben kann allgemein - bei allen Frauen - z.B. dem Beckenboden schaden. Daher besser nicht zu schwer und mit der richtigen Technik (gerader Rücken, Beckenboden anspannen) heben.

Wie lang sollte der Rückholfaden sein und stört er womöglich beim Sex?

Welche Länge der Faden hat, hängt davon ab, auf welche Länge ihn der Arzt beim Einlegen der Hormonspirale abschneidet. In der Regel wird er etwa zwei Zentimeter aus dem Gebärmutterhals in die Scheide hineinragen und lässt sich mit dem Finger ertasten. Sollte er beim Sex stören, kann der Arzt ihn kürzen. Aus der Scheide herausragen sollte der Faden nicht.

Besteht die Gefahr, dass man sich die Hormonspirale aus Versehen selbst zieht?

Frau Dr. Ilkhanipur, Ärztin und Expertin im Lifeline-Expertenrat: „Ich habe es bisher in meiner Praxis noch nie erlebt, dass sich eine Frau selbst oder der Partner ihr die Spirale aus Versehen entfernt. Ich kann es mir auch nur schwer vorstellen, weil die Vagina zu lang ist für einen Pinzettengriff der Finger (man kommt nur mit einem Finger dran, kann die Spirale aber nicht mit einem Finger ziehen!).“

Kann jede Frau eine Hormonspirale anwenden?

Prinzipiell ist dies für jede Frau möglich, sofern der Arzt keine gesundheitlichen Risiken feststellt. Er wird daher vorab verschiedene Untersuchungen, z.B. eine Tast- und Ultraschalluntersuchung, sowie eine Befragung der Frau durchführen, um Kontraindikationen - also Gründe, die gegen einen Einsatz der Hormonspirale sprechen - festzustellen. Dazu zählen zum Beispiel bestimmte Fehlbildungen der Gebärmutter, eine zu kleine Gebärmutter, Infektionen und Entzündungen im Genital- oder Beckenbereich oder Zustände und Erkrankungen, die mit einem erhöhten Infektionsrisiko verbunden sind. Auch junge Mädchen und Frauen können die Hormonspirale prinzipiell anwenden, obgleich sie bei ihnen in der Regel nicht als Verhütungsmittel der ersten Wahl anzusehen ist. Dazu wird der Arzt im Einzelfall beraten.

Verursacht die Hormonspirale Depressionen?

Die meisten Anwenderinnen kommen mit der Hormonspirale sehr gut zurecht und schätzen die Vorteile der Langzeitverhütung und die zumeist geringere Blutungsstärke. Wie bei allen Hormonen kann es natürlich auch bei Levonorgestrel, dem Hormon der Hormonspirale, bei manchen Frauen zu Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten kommen. Beispielsweise können gelegentlich depressive Verstimmungen und Stimmungsschwankungen auftreten. In diesen Fällen sollten sich betroffene Frauen vom Arzt beraten lassen und auf eine alternative Verhütungsmethode umsteigen.

Quelle:
Rote Liste Service GmbH: Fachinformation Mirena®, Stand: Januar 2009;

Dr. med. Ina Ilkhanipur, Gernsbach, Gynäkologin. In: Lifeline-Expertenrat Hormonspirale (Fragen und Antworten vom November 2010 bis März 2011). URL: http://www.lifeline.de/spirale/forum/actionViewIntro.html?board=214&intro=3 (Stand: 15.03.2011);

Grüne, B.; Gröger, S.: Kontrazeption. In: Diedrich, K.; Holzgreve, W.; Jonat, W., Schultze-Mosgau A., Schneider, K.-T. M. und Weiss J. M. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. 2. Aufl. Heidelberg: Springer 2007, S. 125-162;

Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG), Deutsche Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin (DGGEF), des Berufsverbands der Frauenärzte (BVF): Empfängnisverhütung - Familienplanung in Deutschland. Stand: Mai 2008


Autor: Claudia Urban
Stand: Apr 15, 2011


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