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Grundlagen

Was ist eine Erkältung?

Eine Erkältung ist ein Infekt der oberen Luftwege, der durch circa 200 unterschiedliche Viren ausgelöst werden kann. In unseren Breiten treten Infektionen der oberen Atemwege vor allem in den Herbst- und Wintermonaten auf. Schnupfen, Husten und Halsschmerzen sind typische Anzeichen einer Erkältung.

Durchschnittlich erkrankt jeder Mensch etwa zwei- bis dreimal im Jahr an einer Erkältung. Kinder können bis zu zehn Erkältungen pro Jahr bekommen. Da sich das kindliche Immunsystem - ebenso wie der gesamte kindliche Organismus - noch im Aufbau befindet, ist die Fähigkeit Erkältungserreger abzuwehren, zeitweise geringer als die von Erwachsenen. Zu unterscheiden ist die Erkältung von einer schweren Grippe, auch als „Influenza“ bekannt, die deutlich schwerer verläuft.

Die Ursache von Erkältungen und grippalen Infekten sind in der Regel Viren - z.B. Rhino-, RS-, Adeno-oder Influenzaviren. Das Erkältungsvirus dringt in die Schleimhäute des Nasen-Rachen-Raumes ein und vermehrt sich dort. Unser Abwehrsystem versucht die Eindringlinge abzuwehren, und eine Ausbreitung zu verhindern. Ist das Immunsystem zu schwach um sich gegen die Viren zur Wehr zu setzen, beginnt die Krankheit mit einer deutlich erkennbaren Rötung und Schwellung der Schleimhäute in Nase und Rachen. Zwischen dem Virusbefall und dem Ausbruch der Erkrankung können bis zu vier Tage vergehen. Eine zusätzliche Besiedlung der vorgeschädigten Schleimhäute durch Bakterien kann den Infektverlauf akut verschlechtern bzw. deutlich verlängern.

Eine Erkältung ist per Tröpfcheninfektion leicht auf andere Menschen übertragbar. Beim Niesen, Husten und Schnupfen, sogar beim Sprechen werden Viruspartikel in die Atmosphäre freigesetzt, die z.B. an Händen und Gegenständen hängen bleiben. Selbst auf Essbesteck und Taschentüchern sind die Mikroorganismen noch zwei Stunden lang aktiv. Die Ansteckungsgefahr ist zwei bis vier Tage nach Ausbruch der Krankheit am größten.

Erkältungsinfekte verlaufen meist unkompliziert und heilen in rund einer Woche wieder ab. Wird das Immunsystem durch die Viren stark beansprucht, besteht jedoch die Gefahr, dass sich die am Krankheitsgeschehen beteiligten Viren und Bakterien zunehmend ausbereiten. Dadurch werden die Schleimhäute der oberen Atemwege zusätzlich geschädigt, weitere - bislang unbeteiligte - Krankheitserreger können sich ansiedeln. Ärzte sprechen dann von einer Superinfektion der oberen oder unteren Luftwege. Diese kann sich als Nasennebenhöhlenentzündung, Bronchitis, Mittelohrentzündung und - wesentlich seltener - sogar in Form einer Herzmuskel- oder Lungenentzündung äußern. Abwehrgeschwächte sind besonders gefährdet. Sportler haben ein erhöhtes Risiko an einer Herzmuskelentzündung zu erkranken, wenn sie mit einem herzkreislaufbelastenden Training nicht abwarten, bis der Infekt vollständig auskuriert ist.


Quelle: Tauchnitz C., Miksits M. (2009): Infektionen des oberen Respirationstrakts. In: Hahn H., Kaufmann S.H., Schulz T.F., Suerbaum S. (2009): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, 6. überarbeitete Auflage, Springer Verlag, Heidelberg.
Loren J.(2007) Erkrankung der oberen Atemwege. In: Schölmerich J. (2007): Medizinische Therapie 2007/2008. 3 überarbeitete Auflage, Springer Verlag, Heidelberg.
Herrmann, M. (2009): Was Sie gegen Husten und Schnupfen tun können. MMW-Fortschritte der Medizin (2009), 47:26-30.
Autor: Springer Medizin, überarbeitet von Verena Horsthemke
Stand: Dec 21, 2010


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