
Bloß ein Husten?
Warum schnelles Handeln bei akuter Bronchitis so wichtig ist
Husten oder Schnupfen sind in der kalten Jahreszeit nichts Ungewöhnliches. Doch Vorsicht: Schnell kann sich aus einem banalen Infekt eine akute Atemwegsentzündung entwickeln.
Lungenexperten warnen vor einem gefährlichen Trend: akut entzündliche Atemwegserkrankungen - insbesondere die akute Bronchitis - werden in Deutschland häufig als Bagatellerkrankungen abgetan. Im Klartext heißt das: Die meisten Patienten, die unter einem akuten Atemwegsinfekt leiden, gehen weder zum Arzt noch nehmen sie Medikamente ein.
Achtung: Bronchitis im Anmarsch!
Infolgedessen wird der Infekt verschleppt und kann sich auf mehrere Wochen ausdehnen. Bei einer simplen Erkältung ist das zwar für die Betroffenen belastend, aber im Prinzip harmlos. Nicht so bei der akuten Bronchitis. Hier kann eine Verschleppung im Einzelfall gefährliche Konsequenzen haben.
Akute Bronchitis - Grundstein für gefährliche Lungenerkrankungen
Bei der akuten Bronchitis, einer Entzündung der Schleimhaut in den Bronchien, ist schnelles Handeln angezeigt. Sie tritt meistens von Herbst bis zum Frühjahr auf und wird fast immer von Erkältungsviren hervorgerufen. Die Patienten leiden vor allem unter Husten und Auswurf, deswegen sprechen Experten auch von HA-Patienten.
Bei ca. 50% der Patienten dauert der Husten bis zu drei Wochen lang an, bei 25% bis zu vier Wochen. Chronische Verläufe von mehr als 8 Wochen sind nicht selten die Folge. Das heutige Gesundheitssystem hat für die Bronchitis-Therapie geeignete Medikamente der Selbstmedikation zum rezeptfreien Verkauf in der Apotheke überlassen. Jedoch ohne Orientierung für den Verbraucher, wie er sich bei akuten Atemwegsinfekten verhalten sollte. Selbst viele Experten waren bis vor kurzem der Meinung, dass eine akute Bronchitis in der Regel keiner speziellen ärztlichen Therapie bedürfe.
Eine Studie jedoch brachte neue Erkenntnisse an den Tag und führte zu einer neuen Bewertung der akuten Bronchitis. Prof. Dr. Rainer Willy Hauck, Chefarzt vom Zentrum für Innere Medizin und Pneumologie im Lungenzentrum des KKH Bad Reichenhall: "Lungenspezialisten sind sich mittlerweile sicher, dass der akuten Bronchitis - zumindest bei wiederholtem Auftreten - eine Vorläuferfunktion für das Entstehen von chronischen Lungenerkrankungen zukommt."
Hintergrund für diesen Meinungswechsel: Bei einer Studie mit 119 Personen, die eine akute Bronchitis aufwiesen, stellte sich in der dreijährigen Nachbeobachtung heraus, dass inzwischen bei 19% der Personen ein Asthma bronchiale vorlag. 15% litten unter chronischer Bronchitis. Fazit: Ein Drittel der Studienteilnehmer litt also mittlerweile unter einer ernsthaften Erkrankung der Atemwege.
Der Weg zur chronischen Krankheit ist kurz
Aus medizinischer Sicht ist es also risikoreich, eine akute Bronchitis als Bagatellerkrankung abzutun. Bei einer Nichtbehandlung drohen chronische Verlaufsformen bis hin zur chronisch obstruktiven Bronchitis ? der lebensgefährlichen COPD. Dabei kann eine akute Bronchitis durch sofortige Behandlung bei den meisten Patienten problemlos ausgeheilt werden. Erst durch inkonsequente Therapie oder bei belasteter Atemluft durch Zigarettenrauch wird ein gefährlicher Prozess in Gang gesetzt.
Dann besteht die Gefahr, dass der HA-Patient zu einem AHA-Patienten (Atemnot-Husten-Auswurf) wird und somit der Grundstein für eine dauerhafte Lungenerkrankung, wie Asthma bronchiale oder chronische Bronchitis bis hin zur chronisch-obstruktiven Verlaufsform, gelegt wird. Deshalb sollte nicht mit der geeigneten Therapie (Selbstmedikation aus der Apotheke) gezögert werden. Sollten sich die Symptome nicht nach ein paar Tagen bessern, ist ein Arztbesuch angebracht.









