Entspannt schlafen
Was passiert eigentlich im Schlaf?
Ein Drittel seines Lebens schläft der Mensch. Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 75 Jahren sind dies immerhin 25 Jahre! Wissenschaftler gehen davon aus, dass unsere grauen Zellen sich im Schlaf regenerieren und dabei Gelerntes im Gedächtnis festigen.
So sollen insbesondere während des sogenannten REM-Schlafs erlebte Situationen im Traum verarbeitet und aufgenommene Informationen zum Teil im Langzeitgedächtnis gespeichert werden. Die Rolle der Träume wird dabei im Einzelnen noch erforscht. Schlafforscher gehen aber schon jetzt davon aus, dass wir im Traum versuchen, Lösungsstrategien für Situationen zu finden, die uns am Tage belastet haben - ein guter Grund für Manager also, sich ausreichend Schlaf zu gönnen.
Während der Nacht verändern sich unsere Körperfunktionen unmerklich. Die Herzfrequenz nimmt ab und die Muskulatur erschlafft. Am langsamsten schlägt unser Herz gegen sechs Uhr morgens. Atemfrequenz, Blutdruck und Körpertemperatur sinken im Schlaf auf ein Minimum.
Einige Stoffwechselfunktionen, so die Hormonproduktion, sind hingegen besonders aktiv. Auch unsere Sexualorgane ruhen nachts keineswegs: Während der REM-Schlafphasen kommt es bei gesunden Männern fast regelmäßig zu Erektionen, während bei Frauen die Vagina stärker durchblutet wird.
Schlafphasen
Schlaf ist nicht gleich Schlaf: In der Nacht durchlaufen wir verschiedene Schlafstadien. Sie werden abhängig von der Schlaftiefe mit den Buchstaben A-E bezeichnet. Stadium A entspricht dem Wachzustand, Stadium E dem Tiefschlaf. Ungefähr drei- bis fünfmal pro Nacht wechseln sich diese Schlafstadien in Zyklen von cirka anderthalb Stunden Dauer ab.
Die so genannten REM-Schlafphasen verteilen sich über die ganze Nacht. In solchen Phasen führen unsere Augen rasche, horizontale und vertikale Bewegungen aus. Von diesen Augenbewegungen - rapid-eye-movements - leitet sich auch der Name ab. Hier spielen sich hauptsächlich erlebnisverarbeitende Träume ab.
Zu Beginn der Nacht sind die REM-Schlaf-Phasen noch relativ kurz, gegen Ende der Nacht können sie bis zu 30 Minuten lang sein. Bei Erwachsenen machen sie ungefähr 20 Prozent des Nachtschlafes aus. Säuglinge verbringen dagegen bis zur Hälfte ihrer Schlafzeit im REM-Schlaf.
Schlecht schlafen
Schlafstörung ist nicht gleich Schlafstörung. Wer über einen Zeitraum von sechs Wochen zum Einschlafen länger braucht als eine halbe Stunde, leidet wahrscheinlich an einer Einschlafstörung.
Wer nachts aufwacht und mehr als 30 Minuten braucht, um wieder einzuschlafen, leidet vermutlich an einer Durchschlafstörung. Doch nicht nur die Schlafstörungen, auch die Folgen am nächsten Tag sind lästig: Vermehrte Schläfrigkeit oder Müdigkeit beeinträchtigten nicht nur das Wohlbefinden und die Gesundheit, sondern erzeugen auch Stress. Sie führen auf Dauer zu beruflicher wie privater Überlastung.
Schlafstörer können sein
Umwelteinflüsse:
- Lärm
- Zu helles Licht
- Zu hohe Temperatur
- Zu niedrige Luftfeuchtigkeit
- Verbrauchte und schlechte Luft
Psychische Faktoren:
- Stress
- Anspannung
- Alltagsprobleme
- berufliche Schwierigkeiten
- Überreizung
- Burnout-Syndrom
- Angst
- Nervosität
Lebensgewohnheiten:
- spätes und kalorienreiches Essen
- Alkohol in größeren Mengen
- Tee und Kaffee am Abend
- Rauchen
- Fernsehen
Krankheiten:
- Atemstörungen wie das Schlaf-Apnoe-Syndrom
- Depression
- Kopfschmerzen
- Magen-Darmbeschwerden
Nebenwirkungen von Medikamenten:
- Appetitzügler
- Antibiotika
Schlaflos-Check
Sie fühlen sich tagsüber nicht ausreichend leistungsfähig und fragen sich, woher das kommt? Vielleicht liegt die Ursache in Ihrem Schlafverhalten? Antworten Sie auf mehrere der folgenden Fragen mit "ja", könnte bei Ihnen eine Schlafstörung vorliegen.
- Schnarchen Sie?
- Wachen Sie nachts plötzlich auf?
- Fühlen Sie sich bei Ihrer Arbeit nicht ausreichend leistungsfähig?
- Sind bei Ihnen Atempausen im Schlaf aufgefallen?
- Leiden Sie unter Gedächtnisstörungen?
- Schwitzen Sie nachts mehr als gewöhnlich?
- Fühlen Sie sich morgens unausgeschlafen?
- Leiden Sie unter Kopfschmerzen?
- Sind Sie trotz ausreichend Schlaf tagsüber müde?
- Schlafen Sie bei monotonen Tätigkeiten leicht ein?
- Leiden Sie unter Bluthochdruck?




