
Frühgeburt
Lakritz - Süßigkeit mit Nebenwirkungen
Lakritz ist eine Süßigkeit mit Nebenwirkungen. Ihre blutdrucksteigernde Wirkung ist bereits seit längerem bekannt. Eine neue Studie zeigt, dass vor allem Schwangere Lakritz nur in Maßen essen sollten. Regelmäßiger starker Lakritzkonsum erhöht das Risiko für Frühgeburten, berichtet das American Journal of Epidemiology.
Finnische Wissenschaftler um Timo Strandberg vom Department of Medicine der Universität Helsinki untersuchten den Lakritzkonsum von insgesamt 202 schwangeren Frauen. Dabei zeigte sich: Bei 107 Frauen fand die Geburt zum errechneten Termin statt, 95 der Probandinnen hatten eine Frühgeburt. Mit Hilfe eines detaillierten Fragebogens zum Lakritzgebrauch kalkulierten die Forscher, wie viel Glycyrrhizin die Frauen zu sich genommen hatten. Diese Substanz ist in der Wurzel der Süßholz-Pflanze enthalten, aus deren Extrakt Lakritz hergestellt wird. Glycyrrhizin greift in den Mineralkortikoid-Stoffwechsel ein und kann den Blutdruck erhöhen.
Die Forscher unterteilten die Frauen nach der Menge des aufgenommenen Glycyrrhizins in drei Gruppen: geringe Aufnahme (weniger als 250 mg pro Woche), mittlere Aufnahme (zwischen 250 und 499 mg pro Woche) und starker Konsum (mehr als 500 mg pro Woche).
Es stellte sich heraus: Frauen, die viel Lakritz aßen, hatten ein zweifach höheres Risiko, vor der 37. Schwangerschaftswoche zu entbinden, als Frauen, die nur wenig Lakritz zu sich nahmen. Dieser Zusammenhang wurde noch offensichtlicher, betrachteten die Forscher nur Frühgeburten vor der 34. Schwangerschaftswoche.
Da Süßholzextrakt nicht nur zur Herstellung von Lakritz verwendet wird, sondern auch in der chinesischen Medizin eine entscheidende Rolle spielt, sollten schwangere Frauen chinesische Kräutermixturen genau auf ihre Inhaltstoffe prüfen, raten die Wissenschaftler.








