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Medikamentöse Krebstherapie

Die Chemotherapie mit Zytostatika

Zytostatika sind Medikamente, die Krebszellen in ihrem Wachstum hemmen und abtöten können. Krebszellen teilen sich im Vergleich zu körpereigenen Zellen besonders schnell und vermehren sich unkontrolliert Die heute zur Verfügung stehenden Zytostatika haben zwar sehr unterschiedliche Wirkmechanismen, alle stören aber letztlich den Vorgang der Zellteilung.

Die meisten körpereigenen Zellen teilen sich im Unterschied zu den Krebszellen nur sehr selten oder gar nicht mehr. Die Zytostatika können ihnen daher nichts anhaben. Allerdings gibt es Ausnahmen wie zum Beispiel die Zellen der Schleimhäute, der Haarwurzeln oder die Zellen im Knochenmark, die für die Blutbildung verantwortlich sind. Diese gesunden Körperzellen teilen sich ebenfalls relativ rasch und sind daher anfällig für die Schädigung durch Zytostatika. Daraus leiten sich eine Reihe möglicher Nebenwirkungen ab, die bei allen Zytostatika ähnlich sind. Hierzu gehören Schleimhautentzündungen im Mund und Darm, Haarausfall oder Schädigungen des Knochenmarks mit einer Abnahme von weißen und roten Blutkörperchen und Blutplättchen.

Zytostatika werden als Infusion in die Armvene verabreicht

Die Chemotherapie verläuft in der Regel in Zyklen. Zu einem Zyklus - auch Kurs genannt - gehört immer eine Behandlungsphase von ein bis fünf Tagen in denen die Zytostatika verabreicht werden, gefolgt von einer Behandlungspause. Diese Pause ist notwendig, damit sich die gesunden Zellen von der Behandlung erholen können.Wie viele solcher Zyklen eine Therapie umfasst, ist je nach Art und Stadium einer Erkrankung sehr unterschiedlich. Auch das Behandlungsziel und das Ansprechen auf die Medikamente können eine Rolle spielen.

Am häufigsten werden die Zytostatika als Infusion in die Armvene verabreicht. Je nach Art des Medikaments kann dies wenige Minuten bis mehrere Stunden dauern. Manchmal kann es sinnvoll sein einen bleibenden Zugang zu einer Vene zu schaffen, um nicht jedesmal wieder stechen zu müssen.Durch tragbare oder implantierbare Medikamentenpumpen können auch länger dauernde Infusionen heute außerhalb des Krankenhauses durchgeführt werden. Einige Zytostatika muss der Patient als Tabletten einnehmen.

Die Chemotherapie kann verschiedene Zielsetzungen haben:

Kurative Therapie: Der Patient soll durch die Therapie vollständig geheilt werden. Nur bei einigen wenigen Krebserkrankungen wie zum Beispiel Leukämie (Blutkrebs) ist dies durch alleinige Chemotherapie möglich.

Adjuvante Therapie: Die Therapie soll zusätzlich zur Operation oder Strahlentherapie die Heilung unterstützen. Man hofft unerkannte "Nester" von Krebszellen zu zerstören.

Neoadjuvante Therapie: Hier wird die Chemotherapie vor einer geplanten Operation eingesetzt um den Tumor zu verkleinern und dann besser operieren zu können.

Palliative Therapie: Die Chemotherapie soll hier bei einem unheilbaren Krebsleiden den Krankheitsverlauf aufhalten und den Tumor zurückdrängen. Ziel ist die Linderung von Beschwerden und eine Lebensverlängerung.


Autor: Springer Medizin
Stand: Jul 23, 2008


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