Behandlungsansätze bei Krebs
Heilung und Erhalt der Lebensqualität stehen im Vordergrund
Bei der Behandlung von Krebs spielen verschiedene Faktoren wie das Erkrankungsstadium und der Gesundheitszustand des Patienten eine Rolle. Neben der Heilung steht der Erhalt der Lebensqualität an erster Stelle.
Die Therapie von Krebserkrankungen wird von verschiedenen Faktoren wie dem allgemeinen Gesundheitszustand und Lebensalter des Patienten, dem Stadium und Ausbreitungsgrad des Tumorleidens sowie den biologischen Eigenschaften des Tumors beeinflusst. Wenn die Diagnose in allen Einzelheiten feststeht, beraten Ärzte und Patient über die Zielsetzung der Behandlung und stellen ein geeignetes Therapiekonzept auf. Vorrangig geht es dabei um die Heilung der Erkrankung. Mitunter ist jedoch der Krebs bereits so weit fortgeschritten, dass dies nicht mehr möglich erscheint. In solchen Fällen sind schonendere Therapien unter Umständen geeigneter, die Lebenszeit zu verlängern und gleichzeitig unnötige Belastungen durch schwere Nebenwirkungen zu vermeiden. Dadurch kann den Patienten eine gute Lebensqualität erhalten werden.
Kurative Therapie: Heilung ist möglich
Erstes Ziel der Krebsbehandlung ist eine kurative Therapie, d.h. die Heilung der Erkrankung durch die Zerstörung und Beseitigung aller Krebszellen. Am ehesten kann dieses Ziel erreicht werden, wenn der Tumor zu einem frühen Zeitpunkt entdeckt wurde und sich noch nicht weit in den Körper ausgebreitet hat. Bei vielen Krebsarten ist die Operation die Methode, mit deren Hilfe die vollständige Entfernung des Tumors gelingen kann. Medikamentöse Therapien (z.B. Chemo-, Hormon-, Immuntherapie) oder eine Strahlentherapie werden oft unterstützend vor oder nach der Operation (neoadjuvant bzw. adjuvant) eingesetzt, um sicher zu gehen, dass auch verbliebene Krebszellen noch zerstört werden. Diese unterstützenden Therapien können mitunter starke, teils vorübergehende, teils auch bleibende Nebenwirkungen verursachen. Diese werden jedoch in Kauf genommen, da die Heilungsaussichten dann in vielen Fällen sehr gut sind. Ohne die Therapien hingegen ist das Rückfallrisiko hoch, und es besteht oft eine große Wahrscheinlichkeit, an der Erkrankung zu versterben.
Palliative Therapie: Keine Heilung, sondern Lebenszeitverlängerung
Ist der Tumor schon weit fortgeschritten und hat sich im Körper ausgebreitet, ist eine Heilung oft nicht mehr möglich. Durch geeignete Therapien kann in diesen Fällen jedoch das Tumorwachstum vorübergehend aufgehalten und die Lebenszeit verlängert werden. Gleichzeitig werden mit der Krankheit verbundene Beschwerden gelindert, sodass den Betroffenen eine gute Lebensqualität erhalten bleibt. Dieses Konzept der Krebstherapie wird palliative Therapie genannt. Dabei wird oft versucht, Therapien einzusetzen, die weniger Nebenwirkungen verursachen, um unnötige Belastungen zu vermeiden.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Palliativmedizin ist das Angebot der häuslichen Krankenpflege in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung. Sie kann von qualifizierten Ärzten und Pflegekräften in sogenannten „Palliative Care Teams" übernommen werden. Anspruch auf diese Versorgung haben gesetzlich krankenversicherte Krebspatienten, denen es sehr schlecht geht oder bei denen die Sterbephase absehbar ist. Eine Sterbebegleitung im engeren Sinne umfasst die Palliativversorgung allerdings nicht. Diese liegt in der Verantwortung ambulanter Hospizdienste oder stationärer Hospize.
Supportive Therapien: Begleittherapien gegen Beschwerden
Neben den eigentlichen Krebstherapien, die sich unmittelbar gegen das Krebsleiden richten, spielt bei der Behandlung von Krebs die sogenannte Supportivtherapie eine wichtige Rolle. Hierbei handelt es sich um Begleittherapien zur Besserung von erkrankungs- und therapiebedingten Beschwerden. Dazu zählen beispielsweise die Schmerztherapie, Therapien zur Bekämpfung von Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie, die Behandlung des Erschöpfungssyndroms (Fatigue), die Behandlung von Knochenmetastasen sowie Psychotherapie bei Depression und Ängsten.
Die Krebstherapie gibt es nicht
Die Behandlung von Krebserkrankungen ist heute sehr individualisiert und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Krebstherapie gibt es also längst nicht mehr, genauso wenig, wie es den Krebs oder den Patienten gibt. Ein Medikament, das bei einem Tumor gut anschlägt, kann bei einem anderen völlig wirkungslos sein. In jedem Einzelfall muss der behandelnde Arzt alle Faktoren berücksichtigen, um das bestmögliche Therapiekonzept aufzustellen. Oft arbeiten Ärzte verschiedener Fachrichtungen eng zusammen, beraten über die richtige Behandlung und stimmen sich untereinander ab.
Häufig werden mehrere Therapien, z.B. Chemo-, Hormon- und zielgerichtete Therapien, miteinander kombiniert, um die unterschiedlichen Wirkweisen auszunutzen.
Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg http://www.krebsinformationsdienst.de/leben/pflege/krankenpflege-adressen.php (Stand: 09.11.2010)




