Stillzeit
Stillen: So bleiben Busen und Bauch straff
Beim Blick auf ihre milchgefüllten Brüste kommt manche Frau ins Grübeln: Wird ihr Busen nach der Stillzeit noch straff sein? Muss sie nicht mit Streifen und Falten rechnen? Auch der oft noch kugelige Bauch macht mancher Wöchnerin Kummer. Doch die Sorgen sind meistens unbegründet: Stillende Frauen haben seltener Probleme, wieder in Form zu kommen, als Mütter, die die Flasche geben.
Wegen des hohen Energieverbrauchs, mit dem das Stillen einhergeht, dauert es bei vielen Müttern nicht einmal drei Wochen, bis sie wieder ihr Ausgangsgewicht erreicht haben. Frauen, die trotz Stillens noch einige Kilos zu viel wiegen, können - entgegen früheren Empfehlungen - eine moderate Diät machen: "Untersuchungen haben gezeigt, dass bei wohlgenährten Müttern eine Reduktion der Kalorienzufuhr bis auf 1.500 kcal erfolgen kann, ohne dass dies einen Einfluss auf die Milchproduktion hat", heißt es bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA).
Gewichtsreduktion ohne viel Selbstbeherrschung möglich
Normalerweise gilt: Eine Frau braucht etwa 2.000 kcal täglich; stillt sie, sind 500-600 kcal mehr notwendig. Das bedeutet: Wenn eine Stillende täglich 2.000 kcal verzehrt, nimmt sie schon ab. Es ist in der Stillzeit wunderbarerweise keine besondere Disziplin notwendig, um das Gewicht zu reduzieren.
Bei Müttern, die ihren Kindern die Brust geben, verschwindet auch die Wölbung am Bauch rasch, die kurz nach der Entbindung noch fortbesteht: Durch das Stillen wird im Hypothalamus die Bildung des Hormons Oxytocin angeregt, das auf die Gebärmutter wirkt: Der Uterus zieht sich zusammen und verkleinert sich. Dadurch sinkt zugleich die Gefahr von Nachblutungen.
Effektive Übung für den Busen schon für die ersten Tage geeignet
Geburts- und Krankenhäuser bieten zudem eine spezielle Rückbildungsgymnastik an, die die Straffung von Busen und Bauch begünstigt. Hebammen und Ärzte empfehlen, etwa 6-8 Wochen nach der Geburt mit einem Kurs zu beginnen. Einige der Übungen können Wöchnerinnen allerdings schon vorher zu Hause praktizieren - darunter auch eine busenstraffende, die die Hebammenlehrerin Ramona Busch aus Hamburg-Wandsbek für besonders wirkungsvoll hält: die Arme auf Schulterhöhe heben, anwinkeln und die Handflächen mehrere Male kräftig gegeneinander pressen. Manche Frauen können dabei sogar beobachten, wie der Busen durch die darunter liegenden Muskeln angehoben wird.
Vorsicht vor Sit-ups
Auf eine gerade unter Frauen sehr beliebte Bauchmuskelübung, die Sit-ups, sollten junge Mütter allerdings verzichten. "Sie handeln sich bei dieser Übung leicht eine Harninkontinenz ein", sagt Astrid Landmesser, Physiotherapeutin und Referentin der Gesellschaft für Inkontinenzhilfe (GIH). Denn bei dem raschen Aufschnellen aus der Rückenlage werden die Organe im unteren Becken durch die angespannten Bauchmuskeln auf den noch weichen Beckenboden gedrückt. Dadurch leiern die Beckenbodenmuskeln leicht aus. Kräftige Beckenbodenmuskeln sind aber wichtig, damit eine Frau ihre Blase bei Belastungen im Bauchraum - wie Husten, Niesen, Heben - kontrollieren kann. Für junge Mütter ist es besser, Bauchmuskelübungen im Vierfüßlerstand zu praktizieren, da in dieser Position kein Druck auf den Beckenboden wirkt.
Neben Gymnastik können zur Straffung von Busen und Bauch außerdem beitragen:
- Vitamin-E-reiches Öl, wie Oliven- oder Mandelöl: Dabei immer daran denken, das Öl nach dem Duschen oder Baden auf die noch feuchte Haut aufzutragen - anderenfalls trocknet die Haut leicht aus
- Massagen: Die BzgA empfiehlt z.B. eine Massage mit der flachen Hand: Brust mit der flachen Hand von unten stützen, mit der anderen Hand von oben am Brustansatz ansetzen und leichten Druck ausüben, mit kreisenden Bewegungen den Druck rund um die Brust fortsetzen
Die Wirkung von Ölen und Massagen sei allerdings begrenzt, meint Ramona Busch. Gegen Schwangerschaftsstreifen könnten sie nichts ausrichten. Die gefürchteten Risse in der Haut seien eher eine Typfrage. "Ich beobachte sie vor allem bei voluminösen Frauen, die jahrelang keinen Sport getrieben haben", sagt die Geburtshelferin.
Worauf stillende Frauen nach Meinung von Ramona Busch im Interesse einer straffen Haut aber in jedem Fall achten sollten:
- langsam abstillen, so dass sich das Gewebe allmählich zurückbilden kann
- beim Stillen immer die Brust zuerst nehmen, die sich härter anfühlt (kig)
Quellen: BSMO-Gespräch mit Astrid Landmesser, Physiotherapeutin und Referentin der Gesellschaft für Inkontinenzhilfe (GIH); BSMO-Gespräch mit der Hebammenlehrerin Ramona Busch aus Hamburg-Wandsbek; "Stillen und Muttermilch", herausgegeben von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), Köln, 2001




