Abstillen
Am besten auf die sanfte Art
Für ein gestilltes Kind ist die Brust Lebensmittelpunkt. Wird sie ihm abrupt entzogen, kann seine kleine Welt ins Wanken geraten. Darum empfiehlt es sich, lieber Woche für Woche eine Mahlzeit zu ersetzen. So kann sich das Kind langsam auf die neue Kost umstellen. Und die Eltern müssen nicht in Panik geraten, wenn das Kleine zunächst nur zaghaft aus der Flasche trinkt.
Gerade an die Breinahrung gewöhnt sich das Baby meist nur langsam: Die Konsistenz, der Geschmack, das Essen vom Löffel - alles dies ist neu. Anfangs sollte das Kind nur eine sehr kleine Portion essen, damit sein Verdauungstrakt nicht überfordert wird, rät die Nationale Stillkommission. Nach und nach können die Eltern die Menge steigern.
Zuerst die Mahlzeit am Mittag und Nachmittag ersetzen
Als erste Breimahlzeit eignen sich Karotten- und Kartoffelmus sowie zerdrückte Banane. Im Laufe der nächsten Wochen können Fleisch, außerdem Blumenkohl, Kohlrabi, Brokkoli, Spinat, Birne und Aprikose hinzukommen. Die meisten Mütter ersetzen in der Abstillphase zuerst die Mittags- und die Nachmittagsmahlzeit. Denn morgens und zum Einschlafen genießen die Babys das Nuckeln an der Brust ganz besonders.
Für Allergiegefährdete empfiehlt sich hyperallergene Milch
Den ersten Brei dürfen Babys allerdings frühestens nach dem vollendeten vierten Monat essen. Stillt die Mutter bereits in den ersten Lebenswochen ab, muss sie die gesamten Brustmahlzeiten durch etwa sechs Fläschchen pro Tag ersetzen. Am besten füttert sie eine Pre-Nahrung, die der Muttermilch so weit wie möglich angepasst ist. Wenn das Baby etwa drei Monate alt und nicht allergiegefährdet ist, kann es eine Anfangsnahrung Stufe 1 bekommen, die durch Zugabe von Stärke sättigender ist. Eltern von allergiegefährdeten Säuglingen kaufen am besten eine hyperallergene Säuglingsanfangsnahrung.
Folgemilch nie vor dem vierten Monat geben
Mütter, die erst nach dem vierten Monat abstillen, können ihrem Kind schon Folgemilch geben, die mehr Kalorien, Eiweiß, Kalzium und Eisen enthält als die Anfangsnahrung. Vor dem abgeschlossenen vierten Monat dürfen Säuglinge diese Milch allerdings nicht bekommen, da ihr Verdauungstrakt noch nicht reif genug ist für gehaltvollere Nahrung.
Für die Fläschchennahrung eignet sich ein Sauger, der wie die Mutterbrust geformt ist, rät Kirsten Knuth, Stillbeauftragte des Hebammenverbandes Rheinland-Pfalz. Akzeptiert das Kind die Flasche nicht sofort, heißt es: immer wieder probieren. Unter keinen Umständen dürfen Eltern versuchen, dem Baby die Flasche durch einige Tropfen Sirup zu versüßen, denn das fördert Karies.
Allmähliches Abstillen ist auch für den Busen besser
Da Babys beim Saugen an der Flasche leicht Luft schlucken, tun Eltern gut daran, langsam zu füttern. "Es sind in der ersten Zeit auch Verstopfungen möglich - darauf muss man unbedingt achten", sagt Kirsten Knuth. Je sanfter aber der Übergang von der Mutter- zur Flaschenmilch ist, desto unwahrscheinlicher sind Komplikationen. Ein allmähliches Abstillen hat übrigens auch für die Mutter Vorteile: Die Brust kann die Milchproduktion langsam zurückbilden, so dass es nicht zum schmerzhaften Milchstau kommt. Außerdem bleibt der Busen besser in Form.




