Hepatitis D
Trittbrettfahrer bei Hepatitis B
Auslöser der Hepatitis D ist das Hepatitis-D-Virus. Dieses kann sich ohne den Erreger der Hepatitis B, dem Hepatitis-B-Virus, nicht vermehren. Eine Hepatitis D ohne gleichzeitige HBV-Infektion gibt es daher nicht.
In Deutschland kommt die Hepatitis D nur sehr selten vor und tritt vor allem in bestimmten Risikogruppen auf, z.B. bei Drogenabhängigen, die sich ihre Suchtmittel spritzen. Der Erreger der Hepatitis D ist das Hepatitis-D-Virus (HDV), das sich, wie bereits erwähnt, ohne das Hepatitis-B-Virus (HBV) nicht vermehren kann. Weltweit lassen sich bei etwa fünf Prozent der Personen mit chronischer HBV-Infektion gleichzeitig auch Hepatitis-D-Viren nachweisen.
Die Hepatitis D kommt in der ganzen Welt vor, gehäuft allerdings z.B. in Mittelmeerländern, Nordafrika, im mittleren Osten oder Südamerika. Dementsprechend besteht daher in diesen Gebieten die größte Gefahr sich anzustecken.
Verschiedene Ansteckungswege
Das Hepatitis-D-Virus kann wie auch der Erreger der Hepatitis B beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Kontakt mit infiziertem Blut oder infizierten Blutprodukten sind weitere Wege der Ansteckung. So kann das Virus z.B. durch das gemeinsame Benutzen von Spritzen, vor allem bei Drogenabhängigen, von einem Menschen zum anderen gelangen. Aber auch Nadelstichverletzungen, die sich medizinisches Personal z.B. beim Blutabnehmen zuziehen kann, oder Bluttransfusionen sind Übertragungswege. Außerdem kommt es - wenn auch sehr selten - vor, dass sich ein Neugeborenes während der Geburt von der Mutter mit dem Virus ansteckt.
Herold G (Hrsg.): Innere Medizin 2007. Selbstverlag
Robert Koch-Institut:
- Niedrig M et al.: Steckbriefe seltener und importierter Infektionskrankheiten . Hepatitis D: S. 22 f. (Steckbrief)
- Zur Situation bei wichtigen Infektionskrankheiten in Deutschland - Virushepatitis B, C und D im Jahr 2008. Epidemiologisches Bulletin Nr. 20 18. Mai 2009: 189-199 (Epidemiologisches Bulletin Nr. 20)
Hadem J, Wedemeyer H et Manns MP: Hepatitis als Reisekrankheit. Internist 2004; 45 (6): 655-668





