Vaterliebe
Väter sollten nicht verunsichert sein
Vor allem für Väter ist das Thema Missbrauch verunsichernd. Es ist heikel, macht betroffen und wütend. Viele Väter stellen sich die Frage, wann denn ein Missbrauch anfängt.
Ist die aus bestem Wissen und väterlicher Liebe gezeigte Zuneigung schon der Anfang eines Missbrauchs oder könnte sie so gedeutet werden? Was ist mit dem zärtlichen Knuddeln und Kuscheln oder dem gemeinsamen Bad mit Sohn oder Tochter? Was, wenn die Tochter auf dem Schoß sitzt?
Zärtlichkeit und Hautkontakt ist für Kinder ein wesentlicher Entwicklungsfaktor, der Kindern wie Eltern Freude macht und lebensnotwendig ist. Kinder brauchen Zärtlichkeit von Mutter UND Vater. Jedoch: Achten Sie auf die Reaktionen Ihrer Kinder. An ihren Blicken, ihren Gesten und ihrem körperlichen Verhalten merken Sie genau, ob den Kindern die gezeigte Zuneigung und Zärtlichkeit gefällt. Wendet sich das Kind zum Beispiel ab, erstarrt es wie in einem Schreck oder stemmt es sich gegen ihre Umarmung, ist das ein eindeutiges STOP-Signal.
Aus Versehen?
Niemand kann ein Mädchen oder einen Jungen aus Versehen missbrauchen. Sexueller Missbrauch beginnt dort, wo der Erwachsene Zärtlichkeit benutzt zur Anregung oder Befriedigung seiner Sexualität, wo versucht wird, ein Mädchen oder einen Jungen zu Zärtlichkeiten zu überreden oder zu nötigen, wo Geheimhaltung eingefordert wird, wo das Kind sich nicht mehr wohl und geborgen, sondern bedrängt oder benutzt fühlt, schreibt Gisela Braun im Ratgeber "Gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen"








