Sexueller Missbrauch
Ein Trauma, das ein Leben lang bleibt?
Sexueller Missbrauch ist ein traumatisches Erlebnis. Für die Betroffenen bedeutet das gewalttätige Eindringen über die eigenen physischen, psychischen und emotionalen Grenzen hinweg ein existentiell bedrohendes Ereignis, das lebenslange Spuren hinterlassen kann.
Es kommt vor, dass Erwachsene sich an einen Missbrauch nicht erinnern können, oft aber unter diffusen Symptomen leiden. Dazu zählen beispielsweise Ängste, Suchtverhalten, Beziehungsprobleme, Depressionen, Essstörungen, Sexualprobleme, psychosomatische Probleme etc.
Menschen mit massiven Grenzverletzungserfahrungen können später Schwierigkeiten bei der Definition ihrer Grenzen und der Grenzen des Gegenüber entwickeln. Sie spüren nicht, wann ihre eigenen Grenzen überschritten werden und sie selbst überschreiten die Grenzen der anderen unter Umständen unbemerkt. Ein "Nein, das tut mir nicht gut und das will ich jetzt nicht" oder "Ja, das ist jetzt o.k. für mich" muss erst neu gelernt und erspürt werden.
Grundsätzlich ist es aber möglich das traumatische Erlebnis zu überleben, damit weiterzuleben und das Trauma zu verarbeiten. In der Regel ist dazu die Hilfe eines erfahrenen Psychotherapeuten und/oder einer Selbsthilfegruppe notwendig.
In der Trauma-Therapie entwickelten sich in den letzten Jahren interessante und erfolgversprechende Therapieansätze, beispielsweise die Trauma-Arbeit von Peter A. Levine und Ann Frederick (Somatic Experience).








