Prävention
Mein Körper gehört mir
Es gibt keinen hundertprozentigen Schutz vor sexuellem Missbrauch - aber es gibt Möglichkeiten, schon Kinder so selbstbewusst und stark zu machen, dass sie Übergriffe möglichst bereits im Vorfeld erkennen, sich entsprechend wehren und Hilfe holen.
Ein Beispiel sinnvoller und wirksamer Prävention ist das Theaterprojekt "Mein-Körper-gehört-mir" der Theaterpädagogischen Werkstatt in der Lagerhalle e.V., Osnabrück. Kinder lernen in einem interaktiven Theaterstück konkrete Handlungsmöglichkeiten.
"Mein-Körper-gehört-mir" zeigt Kindern, dass ihr Körper ihr persönliches Eigentum ist. Sie lernen im Laufe des Projektes auf behutsame und vor allem kindgerechte Art und Weise zwischen ihren Ja-Gefühlen und Nein-Gefühlen zu unterscheiden und sich mit Hilfe der Sprache und des Körpers zu äußern, selbst wenn sie Angst haben. So lernen sie, sich selbst, ihren Körpersignalen und ihren Gefühlen zu trauen.
Begegnung mit Fremden
In der zweiten Phase des Theaterprojektes geht es um die Begegnung mit Fremden. Die Kinder lernen in konkreten Situationen mit Hilfe der Schauspieler drei Fragen, die sie sich selbst stellen können, wenn sie auf Fremde treffen:
- Habe ich ein Ja- oder ein Nein-Gefühl? Auch Erwachsenen gegenüber darf ich "Nein" sagen.
- Wenn ich tue, was der Fremde will, weiß eine vertraute Person, wo ich bin?
- Kann ich sicher sein, dass ich Hilfe bekomme, wenn ich welche brauche?
Schuld
Und schließlich geht es auch um das Thema "Schuld". Vor allem bei Inzest gehört die Verschiebung der Schuld auf das Kind zum System der Heimlichkeit, hinter dem sich Täter UND Mittäter verstecken. Sie verdrehen die Fakten und impfen ihrem Opfer Schuldgefühle ein. Es glaubt, den Missbrauch selbst herausgefordert zu haben und sogar durch den eigenen Wunsch nach Zuwendung für die sexuelle Ausbeutung bzw. Gewalttat mitverantowrtlich zu sein.
Die "erwachsene" Gesellschaft benutzt allzugerne das Bild der kindlich kokett und bewusst männerverführenden Lolita.
Für die Eltern
Den Theaterprojektwochen in den Grundschulen ist jeweils eine Sichtveranstaltung für Eltern und Lehrer vorangeschaltet. Es ist nicht leicht mit den eigenen Kindern über das Thema "sexueller Missbrauch" zu sprechen. Auch hier hilft das Theaterprojekt ein Stück weiter. Eltern und Lehrer erleben alle drei Abschnitte des dreiwöchigen Projektes an einem Abend. Die Schauspieler beziehen Eltern und Lehrer ebenso in das Stück mit ein, wie sie es später auch mit den Kindern in den Klassen durchführen werden.








