Sprachentwicklung
Therapiemöglichkeiten für Kinder mit Sprachstörungen
Sprachstörungen können unterschiedliche Ursachen haben. Eine individuell angepasste Therapie verbessert die sprachliche Kommunikationsfähigkeit der Kinder.
Gleich vorweg: Sprachstörungen sind keine Sprechstörungen. Kinder mit Sprechstörungen haben keine Schwierigkeiten, sich grammatikalisch korrekt auszudrücken und die richtigen Wörter zu finden, sondern können sich aufgrund von Störungen des Sprechbewegungsapparats nicht ohne weiteres ausdrücken. Bei einer Sprachstörung hingegen sind der Sprachaufbau und das Sprachvermögen beeinträchtigt. Dabei kann die Entwicklung der Sprache je nach Ursache verzögert sein, oder aber vollständig ausbleiben. In jedem Fall kann und sollte eine solche Störung behandelt werden, denn eine frühzeitige Therapie kann eine Störung der Sprachentwicklung deutlich lindern oder sogar beheben.
Ursachen und Erscheinungsformen
Ist die Entwicklung der Sprache gestört, ohne dass das Kind sonstige Entwicklungsverzögerungen zeigt, liegt eine primäre Sprachstörung vor. Eine Störung auf sprachlicher Ebene kann sich jedoch auch als Folge einer anderen, angeborenen Beeinträchtigung, etwa einer Taubstummheit oder geistigen Behinderungen entwickeln. Zu den erworbenen Störungen der Sprache zählt die "kindliche Aphasie", die durch Hirnschädigungen wie Schädel-Hirntrauma oder entzündliche Erkrankungen verursacht werden kann. In diesem Fall sind Sprachfähigkeiten beeinträchtigt, die bereits erworben waren.
So verschieden die Ursachen einer Sprachstörung sein können, so unterschiedlich kann sie sich im Einzelfall auswirken. Allen betroffenen Kindern ist gemein, dass die Entwicklung ihrer Sprache im Vergleich zu den Altersgenossen verzögert, zu langsam oder unvollständig erfolgt. Dabei haben manche Kinder Schwierigkeiten, Laute richtig zu kombinieren oder die passenden Wörter zu finden. Andere wiederum haben einen eingeschränkten Wortschatz oder haben Probleme mit der Grammatik von Wörtern und Sätzen.
Wie die Logopädie helfen kann
Eine harmlose Sprachschwäche kann sich zu einer langwierigen Sprachstörung entwickeln, wenn sie nicht frühzeitig behandelt wird. Ein möglichst früher Therapiebeginn schafft die besten Voraussetzungen dafür, dass die betroffenen Kinder deutlich besser mit ihrer Umwelt kommunizieren können. In der Regel werden Sprachstörungen nach Bestätigung der Diagnose von einem Logopäden behandelt. Die Eltern werden kontinuierlich über Fortschritte informiert und können die Sitzungen teilweise hinter einer Einwegscheibe mitverfolgen.
Die Therapie setzt sich zumeist aus verschiedenen spielerischen Sprachübungen zusammen, mithilfe derer die sprachliche Entwicklung gefördert, bzw. im Falle der erworbenen Sprachstörung die verloren sprachlichen Fähigkeiten wiederhergestellt werden. Aber auch die Eltern sind gefragt, denn betroffene Kinder brauchen intensive sprachliche Anregung. Eltern und ältere Geschwister sollten das Kind zum Sprechen animieren, ihm vorlesen und mit ihm singen. Das Auswendiglernen von Reimen oder Spiele wie „Koffer packen“ verbessern die Sprechfähigkeit zusätzlich.








