Gehirnforschung
Lernen will gelernt sein
Lebenslanges Lernen ist wichtig für Arbeit und Privatleben. Im Rahmen einer Veranstaltung der Aktionsgemeinschaft Körper und Seele e.V. in Berlin erläuterte der Hirnforscher Prof. Dr. Dr. Spitzer die komplexe Verbindung von Arbeit, Gesundheit und Lernen.
Mal etwas anderes machen - damit fängt Lernen schon an. Ob 30 Minuten Joggen oder Urlaub in einer ungewohnten Umgebung, Lernen heißt das Gehirn verändern, erklärte Prof. Dr. Manfred Spitzer, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Universität Ulm. Den Zusammenhang zwischen Lernen und Arbeit ernst zu nehmen, ist Spitzer besonders wichtig: " Nur wer lebenslang lernt, kann in der heutigen Arbeitswelt bestehen." So kritisiert der Hirnforscher auch die mangelhafte berufliche Weiterbildung, die sich nicht dem Lernen an sich, sondern eher der Vertiefung bekannten Wissens widme. Jedoch könne schon die Ausübung eines Hobbys, z.B. Bogenschießen, Geige spielen oder Joggen, das nicht mit der beruflichen Tätigkeit zusammenhängt, durchaus einen positiven Effekt auf die generelle Lernfähigkeit haben und damit der beruflichen Qualifikation dienen.
Auch die Frühförderung von Kindern muss laut Spitzer wesentlich verstärkt werden, denn Kinder im Alter von 3-6 Jahren lernen effizienter als Erwachsene. Das liegt daran, dass Kinder Neues in sehr großen Lernschritten erfassen. "Die Größe der Lernschritte nimmt - beginnend mit dem zweiten Lebensjahrzehnt - mit zunehmendem Alter deutlich ab", sagte Spitzer. Als Beispiel nannte er den Spracherwerb: Kleinen Kindern fällt das Erlernen unterschiedlicher Sprachen "leichter" als Erwachsenen.
Verschiedene Faktoren können die Lern- und Leistungsfähigkeit jedoch beeinflussen. Zur Zeit führt Spitzer Studien mit Grundschülern durch, um den Zusammenhang zwischen einem gesunden Frühstück und der Leistungsfähigkeit in der Schule genauer zu erforschen. Auch die Untersuchung von Lese-Rechtschreib-Schwächen und Verhaltensstörungen bei Grundschulkindern in Folge von zu viel Fernsehen und anderen Einschränkungen der kindlichen Lernfähigkeit ist ein Forschungsschwerpunkt.








