Ess-Erziehung
Auch Kinder dürfen vegetarisch essen
Angesichts der zahlreichen Fleischskandale fragen sich Eltern heute oft, ob eine Ernährung ohne Schnitzel und Steak für ihren Nachwuchs nicht gesünder sei. Generell ist gegen eine vegetarische Ernährung für Kinder nichts einzuwenden. Der Speiseplan muss aber abwechslungsreich und sorgfältig zusammengestellt sein, da anderenfalls Mangelerscheinungen drohen.
Kinder und Jugendliche müssen alle notwendigen Nährstoffe in ausreichender Menge zu sich nehmen, damit sie sich gesund entwickeln können. Da sie noch wachsen, ist ihr Bedarf an bestimmten Nährstoffen im Vergleich zu Erwachsenen relativ hoch.
Eine rein pflanzliche Ernährung ist gefährlich
Eine ausschließliche pflanzliche Ernährung (vegan) birgt für Kinder große gesundheitliche Risiken. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät Eltern daher ausdrücklich davon ab.
Eine ausgewogene vegetarische Ernährung dagegen mit Milch, Milchprodukten und eventuell Eiern ist für Kinder geeignet. Doch ist es bei einer vegetarischen Ernährung wichtig, die Lebensmittel richtig auszuwählen und zu kombinieren, damit das Kind alle notwendigen Nährstoffe auch in ausreichender Menge erhält.
So mangelt es an nichts
Eine vegetarische Ernährung, die aus viel Vollkornprodukten, Gemüse, Hülsenfrüchten und Obst zusammengesetzt ist, ist reich an Stärke, Ballaststoffen,
- Eisen ist bei fleischloser Ernährung ein Problem: Es wird aus Pflanzen bis zu zehnmal weniger gut aufgenommen als aus Fleisch. Daher müssen ausreichend eisenreiche Pflanzen verzehrt werden, wie Vollkorngetreide, Vollkornreis, Salat, Hülsenfrüchte, Gemüse wie Spinat, Fenchel, Schwarzwurzeln, Karotten, Rote Beete und Brokkoli sowie Obst, etwa getrocknete Aprikosen, Rosinen und Pflaumen. Damit das Eisen besser aufgenommen werden kann, sollten Eltern auch vitamin-C-reiche Produkte anbieten wie ein Glas Orangensaft, Obst (Orangen) und Gemüse (Paprika).
- Eiweiß aus Pflanzen besitzt eine geringere biologische Wertigkeit als tierisches Eiweiß. Um diese zu verbessern, sollten verschiedene proteinreiche Lebensmittel in einer Mahlzeit kombiniert werden: etwa Milch und Kartoffeln, Kartoffeln und Hülsenfrüchte oder Kartoffeln mit Eiern.
- Kalzium aus einem halben Liter Milch, zwei Scheiben Käse und Jogurt sichert den Tagesbedarf. Außerdem ist Kalzium auch in Milchprodukten, Grünkohl, Lauch, Fenchel und Brokkoli enthalten.
- Jod sollte das Kind über Jodsalz und daraus hergestellten Produkten zu sich nehmen.
- Vitamin B12 ist in Eigelb und Milch enthalten.
- Babybreie als Beikost für fleischfrei ernährte Säuglinge sollten Gemüse, Kartoffeln und Getreide enthalten und mit einem vitamin-C-haltigen Saft versetzt sein, rät das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund. Gemüse-Kartoffel-Breie sollten überdies milchfrei sein, da der Organismus das Eisen anderenfalls nicht so leicht aufnehmen kann.








