Süssigkeiten

Ess-Erziehung

Wie Kinder lernen, moderat zu naschen

Hoher Zuckerkonsum verursacht Karies, Vitaminmangel und Konzentrationsschwäche. Kinder sollten deshalb nur wenig Süßigkeiten und gezuckerte Lebensmittel essen. Von sich aus können sie den Verlockungen aber kaum widerstehen. Doch für Eltern gibt es Wege, den Konsum in Grenzen zu halten, ohne dass der Nachwuchs sich gestraft fühlt.

In einer 1998 im British Medical Journal veröffentlichten Untersuchung über den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Süßigkeiten und der Lebenserwartung, kamen Ärzte und Wissenschaftler zu einem überraschenden Fazit: Wer ab und zu Süßes isst, hat bessere Chancen ein hohes Lebensalter zu erreichen als Menschen, die wenig Süßes essen.

Es kann also nicht darum gehen, Süßes grundsätzlich zu verdammen. Doch Eltern sollten alles daran setzen, ihre Kinder zu "moderaten Naschern" zu erziehen. Denn nur wenn sich Naschen in Grenzen hält, ist es gesundheitsverträglich.

Ein "Süßigkeitentag" in der Woche

Süßigkeiten oder Süßspeisen sollten so selten wie möglich auf dem Speisezettel stehen. Eltern sammeln geschenkte Süßigkeiten deshalb am besten und veranstalten einmal in der Woche, etwa am Sonnabend, einen "Süßigkeitentag", rät Wolfgang Strickling, Zahnarzt in Haltern. Denn nicht die Menge, sondern die Häufigkeit der Zuckeraufnahme sei maßgebend für Zahnschäden.

Keine Vorräte anlegen

Zudem rät Strickling von großen Süßigkeitenvorräten ab, da diese nur zum Naschen verführen. Kinder finden schnell heraus, wo die begehrte Schokolade versteckt ist, und werden trotz aller Verbote heimlich davon nehmen. Um Ärger zu vermeiden, sollten Eltern nur hin und wieder eine Tafel Schokolade oder eine Tüte Bonbons im Haus haben und diese an immer wieder wechselnden Orten aufbewahren.

Alternativen: Salzstangen, zuckerfreier Kaugummi und Obstsalat

Ab und zu können Eltern auch Chips und Salzstangen anbieten - wegen des hohen Fettgehalts aber nicht eine ganze Tüte, sondern für jedes Kind ein kleines Schälchen. Da fast alle Kinder Kaugummis lieben, bieten sich als Alternative zu Süßigkeiten auch zuckerfreie Kaugummis an. Mit Obstsalat, Apfelmuß und Bananen können Eltern den Appetit ihrer Kinder auf Süßes ebenfalls gut kompensieren.

Auch mit verdünnten Fruchtsäften sowie Milchprodukten mit (ungezuckerten) Fruchtzubereitungen können Eltern das Bedürfnis nach Süße befriedigen.

Ebenfalls hilfreich: Zuwendung und draußen spielen

Eltern können ihre Kinder also durchaus vor der Sucht nach Süßem bewahren - besonders wenn sie noch Folgendes beachten:


  • Süßigkeiten sollten die Kleinen immer nur in kleinen Portionen erhalten.

  • Zähneputzen nach jeder süßen Mahlzeit bietet Schutz vor Karies und macht Kindern die Gefahr von Süßigkeiten bewusster.

  • "Betthupferl" nach dem Zähneputzen am Abend sollten tabu sein.

  • Nach dem Mittagessen muss es nicht immer ein süßes Dessert sein - ein Apfel oder eine Schale mit ungesüßten Erdbeeren sind nicht nur besser für die Zähne, sondern sorgen auch für die nötige Vitaminzufuhr.

  • Viel Bewegung an der frischen Luft sorgt für einen gesunden Appetit. Nach einem ausgefüllten Spielnachmittag im Freien werden Kinder eher nach einer kräftigen Mahlzeit verlangen als nach Süßigkeiten.

  • Eltern sollten Kindern ein Vorbild sein und selbst so wenig wie möglich naschen.

  • Der beste Schutz gegen maßloses Naschen ist immer noch elterliche Zuwendung.


Autor: Springer Medizin
Stand: May 3, 2002


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