Ess-Erziehung
Wie Kinder dem Kiosk-Naschwerk widerstehen
Gummitiere, Brausepulver, Erdbeerschnüre - welchen Verlockungen Kinder auf dem Schulhof oder dem Schulweg ausgesetzt sind, können die Eltern kaum bestimmen. Wo bleibt da die gesunde Ernährung? Wie erhalten Kinder die für die Konzentration so wichtigen Vitamine? Kein Grund zu kapitulieren: Ein liebevoll bereitetes Pausenbrot kann konkurrieren.
Immer mehr Kinder sind deutlich übergewichtig, und auch die Zahl der Grundschüler mit kariösen Zähnen ist alarmierend. Das erstaunt nicht, geben doch viele Grundschulkinder ihr gesamtes Taschengeld für Süßigkeiten aus.
Die Situation ist teilweise so gravierend, dass Professor Hermann Giesecke, Autor des Buches "Wozu ist die Schule da?", sich persönlich einschaltet: "Wenn ich sehe, wie Kinder sich morgens mit Süßigkeiten vollstopfen, spreche ich mit ihnen und rufe die Eltern an, um sie auf den Wahnsinn einer solchen Ernährung hinzuweisen." Gefördert werde die Sucht nach Süßem besonders durch die Kioske an vielen Schulen, meint Giesecke. Der Pädagoge appelliert deshalb an die Schulen, den Verkauf von Süßigkeiten auf ihrem Gelände zu unterbinden.
Nahrhaftes Frühstück macht resistent gegen Naschereien
Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) warnt vor den Süßwaren. Diese Lebensmittel sind in der Regel zu zuckerhaltig und fett. Auch enthalten sie kaum Vitamine, die für die Konzentrationsfähigkeit so wichtig sind. Ein nahrhaftes Frühstück und ein vollwertiger Pausensnack hingegen liefern ausreichend Energie und Nährstoffe für den anstrengenden Schultag. Kinder, die gut gefrühstückt haben, verspüren zudem kaum das Verlangen, sich kurz danach den Bauch mit Süßigkeiten vollzuschlagen.
Tipps für einen kindgerechten Pausensnack
Um Kindern das Frühstücks- und Pausenbrot schmackhaft zu machen, sollten Eltern es möglichst abwechslungsreich gestalten, empfiehlt die DGE. Auch optisch lässt sich einiges machen: So sind mundgerechte Häppchen mit einem Salatblatt garniert besonders appetitanregend. Auch Obst und Gemüse reizen Kinder mehr, wenn sie in fantasievolle Formen geschnitten sind.
Mit Nüssen oder Trockenfrüchten kann das Pausenbrot vollwertig versüßt werden. Tipp: In einer Brotbox bleibt das Pausenbrot appetitlicher als in Butterbrotpapier. Hier können auch mal kleine Überraschungen mit eingepackt werden.
Kuchen und Nuss-Nougat-Creme sind ungeeignet
Fertige Müslimischungen, die Zucker-, Honigzusätze oder Schokolade enthalten sowie besonders zuckerhaltige und klebrige Lebensmittel, wie Nuss-Nougat-Creme, Schokolade oder Kuchen, eignen sich nicht als Pausensnack. Sie enthalten viel Zucker und Fett und gehören deshalb nicht auf den Speisezettel.
Eltern sollten lieber auf Milch und ungezuckerte Milchprodukte sowie Vollkornbrot zurückgreifen. Dünn bestrichen mit Butter, Margarine oder Frischkäse und belegt mit magerem Schinken, fettarmer Wurst, Käse oder einem vegetarischen Brotaufstrich aus Gurkenscheiben, Tomaten, Paprika oder Salatblättern bieten diese Snacks eine leckere und vor allen Dingen gesunde Alternative zu Schokolade & Co. Auch frisches Obst sollte in der Schultasche nicht fehlen, zum Beispiel ein Apfel oder eine Banane. Mineralwasser oder Früchtetees sowie Säfte ohne Zucker löschen den Durst und wirken sättigend.
In die Schulen kommt Bewegung
Wichtig ist, dass Eltern, Lehrer, Ärzte und Krankenkassen in Sachen gesunder Ernährung an einem Strang ziehen und das Thema in den Unterricht integrieren. Es gibt bereits Ansätze: So organisieren immer mehr Lehrer im Fach Gesundheitserziehung gemeinsame Mahlzeiten mit den Kindern.








