Ess-Erziehung
Süßes en masse macht Kinder krank
Die Vorliebe für Süßes ist offenbar angeboren: Bereits Säuglinge können zwischen ungezuckert und gezuckert unterscheiden und bevorzugen meist die süße Variante. Dass Kinder gern naschen, ist also normal - und unbedenklich, solange es in Maßen geschieht. Problematisch wird es jedoch, wenn das Verlangen nach Süßem zur Sucht wird. Dann drohen Vitaminmangel, Konzentrationsschwäche und Karies.
Durchschnittlich essen Siebenjährige täglich 60 bis 70 Gramm Zucker, fand das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund heraus - Tendenz steigend. Rund ein Viertel dieser Menge stammt allein aus gesüßten Getränken, der Rest zumeist aus Süßigkeiten, Puddings und Fruchtjoghurts.
Oft sind es die Erwachsenen, die die Kinder zu diesem exzessiven Konsum geradezu erziehen: Großeltern oder Verwandte bringen dem Nachwuchs Naschwerk mit, Eltern reichen Süßigkeiten als Trostmittel und als Belohnung, wenn das Kind den Teller leer gegessen hat oder besonders brav war.
Ständiges Naschen erschwert das Lernen
Eine einseitig süße Ernährung führt zu Leistungsabfall und Konzentrationsschwäche. Denn Süßigkeiten enthalten zwar jede Menge Kalorien, aber keine
Die Folgen der einseitig süßen Ernährung reichen noch weiter: Heute leiden schon Dreijährige und viele Schulanfänger unter Karies. Auch stellen Ärzte bei Kindern und Jugendlichen immer häufiger erhöhte Cholesterinwerte und Bluthochdruck fest.
Studie: Schokolade und Bonbons sind keine Dickmacher
Zu Übergewicht aber führt Naschen anscheinend nicht. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Studie von Ernährungswissenschaftlern der Universität Kiel, die das Institut der Deutschen Süßwarenindustrie kürzlich veröffentlichte. Die Untersuchung in der Altersgruppe der Fünf- bis Siebenjährigen zeigte, dass übergewichtige Kinder nicht häufiger Süßes verzehren als ihre normal- und untergewichtigen Altersgenossen: In beiden Gruppen naschen zwischen 20 und 25 Prozent der Kinder täglich. Dagegen liegt der Fast-Food-Konsum bei dicken Kindern im Vergleich zu Normal- und Untergewichtigen höher.
Im Erwachsenenalter drohen Krebs und Herzerkrankungen
Die Kieler Experten warnen jedoch, dass ein Zuviel an gezuckerten Speisen in der Kindheit vermehrt Stoffwechselerkrankungen im Erwachsenenalter hervorrufen kann - auch bei schlanken Kindern, die übermäßig naschen. Hinzu kommt: Oft werden falsche Essgewohnheiten im Erwachsenenalter beibehalten. Eine lebenslange Fehlernährung aber ist auch ein vieldiskutierter Risikofaktor für zahlreiche schwere Krankheiten wie Krebs und Herzerkrankungen.








