Gesellschaft
Jungs auf der Verliererstraße
Männliche Schüler sind die Verlierer des Bildungssystems, das hat die Publikumspresse vielfach berichtet. Seit letztem Jahr gibt es auch eine Studie des Bildungsministeriums, die diese Diagnose bestätigt.
Erst Bewegung, so eine These der Neurobiologie, schafft ein optimales Zusammenspiel beider Gehirnhälften. Jungen, so der niedergelassene Kinderarzt Dr. Bernhard Stier, Butzbach, tendieren stärker als Mädchen dazu, dieses „Hilfsmittel des Denkens“ zu benutzen. Dem werde aber im Bildungssystem zu wenig Rechnung getragen. Mangelnde jungenspezifische Entfaltungsräume sowie fehlende männliche Leitbilder behinderten eine gesunde Entwicklung. Hinzu komme eine vorwiegend auf Frauen ausgerichtete Gesundheitspolitik. So gebe es eine ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau, aber kein entsprechendes Pendant für Männer. Stier bietet deshalb in seiner Praxis seit mehreren Jahren eine spezifische Jungenmedizin an, und fordert Kollegen auf, es ihm gleichzutun.








