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Geburt & Kaiserschnitt

Eröffnungs- und Austreibungsphase bei der Geburt

Mit der Entbindung endet die etwa 40 Wochen dauernde Schwangerschaft. Dabei gibt es drei Geburtsphasen: Die Eröffnungsphase, die Austreibungsphase und die Nachgeburtsphase.

Während der Eröffnungsphase wird der Muttermund hochgezogen, öffnet und dehnt sich immer weiter aus.

In der Austreibungsphase wird das Baby durch den Geburtskanal geschoben und geboren.

In der Nachgeburtsphase lösen sich Placenta und Eihäute von der Gebärmutterwand und werden ebenfalls ausgestoßen.

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Die Eröffnungsphase

Die Monate der Schwangerschaft und der Vorbereitung auf die Geburt des Babys nähern sich dem Höhepunkt. Die Schwangere verspürt die ersten regelmäßigen Wehen. Aus medizinischer Sicht beginnt die Eröffnungsphase, wenn durch die Kontraktionen die Dehnung und Ausdünnung (Verstreichen) des Gebärmutterhalses erfolgt. Sie ist abgeschlossen, wenn der Gebärmutterhals verstrichen und der Muttermund entfaltet ist. Gemeinsam mit der Gebärmutter bilden sie nun den Geburtskanal. Nun kann die Hebamme bestätigen, dass der Muttermund vollständig eröffnet ist.

Fruchtwasserabgang

Normalerweise reißt die Fruchtblase erst am Ende der Eröffnungsphase völlig schmerzlos, obwohl das natürlich auch jederzeit vorher während der Wehen geschehen kann. Je nachdem, wo der Riss liegt und ob der Kopf des Kindes den Geburtskanal verschließt, schießt das Fruchtwasser im Schwall heraus oder tröpfelt nur langsam. Bei spontanem Blasensprung vor dem Geburtstermin setzen meist innerhalb kurzer Zeit Wehen ein. Manchmal lassen sie jedoch auch auf sich warten, zum Beispiel wenn das führende Kindsteil sich noch nicht im Geburtskanal eingestellt hat oder das Kind nicht optimal mit dem Kopf nach unten liegt.

Die drei Phasen der Eröffnungsphase

Die Latenzphase ist die längste und dauert beim ersten Kind etwa acht Stunden. Die Wehen nehmen an Häufigkeit und Länge zu, sind aber gut erträglich. Der Gebärmutterhals verkürzt sich auf etwa zwei Zentimeter, der Rest wird durch die Kontraktionen ausgewalzt. In dieser Phase sollten Frauen versuchen, mit ihrer Kraft hauszuhalten, denn der Körper wärmt sich jetzt erst für die folgenden, eher anstrengenden Phasen auf.

Die nächste Phase, die aktive Phase, ist kürzer und dauert drei bis fünf Stunden. Jetzt wird der Gebärmutterhals komplett entfaltet und ausgewalzt, so dass der Gebärmutterkanal entsteht. Die Kontraktionen sind nun schmerzhafter und eventuell ist auch ein Schmerzmittel notwendig. In manchen Kliniken wird dazu auch Akupunktur eingesetzt.

Die Übergangsphase ist die kürzeste und intensivste Wehenphase in der Eröffnungphase. Sie dauert meist nicht einmal eine Stunde und geht der Geburt unmittelbar voraus. An ihrem Ende ist der äußere Muttermund rund zehn Zentimeter weit geöffnet. Wenn die Stärke der Wehen zunimmt, fällt der Frau die Entspannung zwischendurch schwer. Der Drang zu pressen ist jetzt groß, sollte aber aber bis zur vollen Entfaltung des Muttermundes unterdrückt werden. Die großen Schmerzen machen eventuell sehr reizbar und aggressiv, manchmal entsteht auch das Gefühl, nicht mehr weiter zu können. Zum Glück hat die Natur für diese Situation stille Reserven angelegt.

Die Austreibungsphase

Gegen Ende der Übergangsphase ist der Muttermund ganz eröffnet. Das erste Anzeichen dafür ist meist ein beinahe unwiderstehlicher Drang zu pressen. Dann sollte der Muttermund auf vollständige Weite überprüft werden. Erst wenn er ganz eröffnet ist, darf die Frau diesem Impuls nachgeben.

Damit beginnt die eigentliche Ausstoßung des Kindes, sobald der Kopf durch den äußeren Muttermund tritt. Diese Phase dauert normalerweise bei Erstgebärenden durchschnittlich eine Stunde, bei nachfolgenden Schwangerschaften nicht mehr als 20 Minuten.

Die Austreibungswehen werden vom Druck des tiefer tretenden Kopfes auf den mütterlichen Beckenboden ausgelöst. Die Gebärende muss nun behutsam und stetig pressen, damit alle Muskelbewegungen geschmeidig und langsam erfolgen. Auf diese Weise haben die Muskeln und das Gewebe von Scheide und Damm Zeit, sich zu dehnen und Platz für den Kopf des Babys zu schaffen.

Während dieser Presswehen ist eine aufrechte Position der Mutter am wirksamsten, ganz gleich, ob sie im Gebärstuhl sitzt, mit den Armen um den Hals ihres Partners steht oder hockt. In aufrechter Position wirken die nach unten gerichtete Muskelkraft der Wehen und die Schwerkraft gemeinsam auf die Austreibung des Kindes. In Rückenlage müsste die Gebärende gegen die Schwerkraft ankämpfen. Das verzögert die Geburt und ist auch wesentlich anstrengender.

Beckenboden und Analbereich sollten in dieser Phase möglichst entspannt sein. Es kommt häufig vor, dass jetzt Stuhl oder Urin abgeht. Das sollte der werdenden Mutter nicht peinlich sein, denn für ihre Betreuer ist das nichts Neues!

Nach jeder Presswehe sind zwei tiefe Atemzüge, die das Ausatmen betonen, zum Entspannen sehr hilfreich. Die Lockerung der Muskulatur sollte jedoch nicht zu schnell erfolgen, da das Kind bei langsamem Loslassen seinen Weg stetiger fortsetzen kann.

Die Geburt

Das Vorwölben von Anus und Damm ist das erste Zeichen dafür, dass das Baby jetzt kommt. Mit jeder Wehe erscheint ein bisschen mehr vom kleinen Kopf in der Scheidenöffnung, bis er dann gar nicht mehr zurückgleitet.

Die Mutter verspürt in diesem Moment meist ein Brennen oder Stechen. Sie sollte dann sofort versuchen, mit dem Pressen aufzuhören und hechelnd weiter zu atmen, denn die Gebärmutterkontraktionen treiben das Kind von allein heraus. Fortgesetztes Pressen kann zu einem Dammriss führen. Die Muskeln des Beckenbodens sollten jetzt bewusst entspannt werden. Das Brennen dauert nur kurz an, weil das Scheidengewebe so stark gedehnt wird, dass die Nervenenden den Schmerz auf natürliche Weise blockieren. Droht ein starker Dammriss, wird nun eine Episiotomie (Dammschnitt) durchgeführt.

Jetzt prüft die Hebamme auch, ob die Nabelschnur um den Hals des Kindes liegt. In diesem Falle wird sie die Nabelschnur vorsichtig über den kindlichen Kopf heben und zu einer Schlaufe legen, durch die das Kind geboren werden kann. Wenn die Nabelschnur zu stramm sitzt, trennt sie sie durch. Tritt der Kopf aus, blickt das Baby zunächst nach unten, dreht den Kopf aber gleich nach links oder rechts, damit bei der nächsten Wehe die Schulter folgen kann. Die Hebamme wischt Augen, Nase und Mund des Kindes aus und entfernt die Flüssigkeit aus der Nase und den oberen Luftwegen.

Nun folgt eine etwa einminütige Wehenpause. Setzen die Wehen wieder ein, wird erst die erste und dann die zweite Schulter geboren, bevor schließlich der restliche Körper problemlos hinausgleitet.


Autor: Springer Medizin
Stand: Nov 24, 2007


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