Zartes Sinnesorgan
Pflege der Babyhaut
Die Haut ist das verbindende Sinnesorgan zwischen innen und außen. Durch sie werden nicht nur Berührungen wahrgenommen, sondern auch Schmerz und Temperatur.
Dies macht den äußerst komplexen Aufbau der Haut verständlich. Auf einem Quadratzentimeter Haut befinden sich ein Meter Blutgefäße, vier Meter Nervengeflecht und hunderte von Schweiß- und Talgdrüsen.
Gerade über seine Haut macht der Mensch die ersten sinnlichen Erfahrungen mit der Umwelt. Gleich nach der Geburt empfindet der Säugling die veränderten Temperaturen und die unterschiedlichen Qualitäten von Materialien, seien es Stoffe oder die Hände und die Haut von Vater, Mutter, Hebamme oder Arzt. Das kann manchmal erschreckend sein. Er fühlt und genießt aber auch den zwischenmenschlichen Kontakt durch zärtliche Berührungen, Streicheln und die warme Geborgenheit in der neuen Welt.
Die Haut eines Neugeborenen ist bei der Geburt noch nicht vollständig entwickelt, sondern stellt sich erst in den ersten Lebensmonaten auf ihre Funktion außerhalb des Mutterleibes ein. Babyhaut ist sehr zart und braucht daher besondere Pflege. Äußere Einflüsse wie Temperatur und Feuchtigkeit stellen hohe Ansprüche an die noch junge Haut. Pilzbefall durch zu häufiges Reinigen ist deshalb keine Seltenheit.
Die Babyhaut in den ersten Lebensmonaten
Nach der Geburt werden viele Ansprüche an die Haut des Babys gestellt. So muss sie jetzt zusätzlich die Temperatur durch Feuchtigkeitsabgabe regulieren. Im Vergleich zum Erwachsenen ist die Hautoberfläche eines Säuglings im Verhältnis zu seinem Körpergewicht doppelt so groß. Dadurch kann ein Kind schneller Flüssigkeit verlieren. Auch negative Umwelteinflüsse haben mehr Angriffsfläche.
Bei Hitze in der prallen Sonne kann die Haut nicht adäquat reagieren und verliert viel Feuchtigkeit. Die Eigenschutzmechanismen gegen Sonnenbestrahlung fehlen und die Gefahr eines Sonnenbrandes ist sehr groß. Babys im ersten Lebensjahr sollten daher möglichst nicht der prallen Sonne ausgesetzt werden.
Der Säureschutzmantel der Haut ist erst nach einigen Lebensmonaten vollständig entwickelt. Direkt nach der Geburt schützt die sogenannte Käseschmiere die Haut. Doch nach jedem Kontakt mit Wasser und Seife dauert es längere Zeit, bis sich wieder eine Schutzschicht aufgebaut hat. Das Baby sollte deshalb nicht zu oft und vor allem nicht mit Seife gewaschen werden. Spezielle Babyseife trocknet die Haut nicht so stark aus. Auch das Eincremen sollte nicht zu oft erfolgen.
Babyhaut und Pilzbefall
Ist der Säureschutzmantel der Haut durch häufiges Reinigen, Nahrung oder Umweltstoffe gestört, kommt es leicht zur Übersiedlung der gereizten Stellen durch Hautpilze. Besonders Mütter, die vor ihrer Schwangerschaft die Pille eingenommen haben, leiden häufig an einer unentdeckten Soorinfektion der Geburtswege und infizieren ihr Kind während der Geburt.
Soor-Infektionen werden durch den Candida-Pilz verursacht und sind erkennbar an einem weißlichen Belag auf den Schleimhäuten und auf der Haut. Die Erreger der Soorinfektion verharren oft im Magen-Darm-Trakt des Kindes, bevor sie auf gereizter Haut Symptome verursachen können. Diese Symptome treten meist im Windelbereich auf, wo sie juckende, runde Rötungen verursachen, die bei Kontakt mit Körperausscheidungen in der Windel brennen. Der Soorkeim kann durch einen Abstrich leicht identifiziert werden.
Oft besteht gleichzeitig ein Mundsoor (weißliche Beläge auf der Mundschleimhaut). Die infizierte und entzündete Haut wird mit speziellen Cremes behandelt. Besteht gleichzeitig ein Befall der Mundschleimhaut, können spezielle Tropfen helfen. Sonst gelangen immer wieder Erreger durch den Magen-Darm-Trakt in den Windelbereich und verursachen erneut Symptome. Stillende Mütter sollten daran denken, die Brustwarzen mit zu behandeln, da hier sonst eine mögliche Reinfektionsquelle bestehen bleibt.
Eine Infektion mit anderen Hautpilzen ist bei sonst gesunden Kindern sehr selten.








