Risikofaktoren
Simpler Fragebogen entlarvt Hochrisikopatienten für Lungenkrebs
Wie kann man in einer Allgemeinarztpraxis ohne großen Aufwand Patienten herausfischen, die ein hohes Lungenkrebsrisiko haben? In Colorado wurde in einer Hausarztpraxis ein Screening mittels eines einfachen Fragebogens erprobt.
Der kurze Fragebogen war auf Risiken, Umwelt und Genetik fokussiert. Spezifische Fragen betrafen das Rauchverhalten, das Arbeitsumfeld (Bergbau, Konstruktion oder Eisenbahn), die Chemikalienexposition und die Familienanamnese (neben Lungenkarzinomen wurde auch nach Speiseröhren- und Kehlkopfkarzinomen in der Familie gefragt). 1256 Patienten (Alter über 50 Jahre) füllten den Fragebogen vollständig aus. Bei 430 Patienten wurde das Lungenkrebsrisiko als hoch eingeschätzt, weil sie (Ex-)Raucher und/oder beruflich belastet waren und/oder eine positive Familienanamnese hatten. Diese Patienten wurden mithilfe der Spirometrie untersucht. 126 hatten eine obstruktive Lungenkrankheit, bei 304 war das Spirometrieergebnis unauffällig.
Weiterführende Untersuchungsmethoden deckten in der Hochrisikogruppe mit obstruktiven Atemwegserkrankungen acht Lungenkarzinome auf. Bei den 304 Patienten mit normaler Atmung wurden zehn Karzinome nachgewiesen. Insgesamt wurden bei 430 Patienten, die der einfache einseitige Fragebogen als Risikopatienten identifiziert hatte, 18 Lungenkarzinome (4,2 Prozent) ermittelt.
Kommentar
Ein in einer Hausarztpraxis selbst entwickelter einfacher Fragebogen hilft, Patienten mit einem hohen Lungenkrebsrisiko zu identifizieren. Wenn weitere Studien das bestätigen sollten, könnte diese Methode helfen, ohne großen Aufwand Patienten für das Screening* auszuwählen.
Glossar
Screening (englisch u.a. für Durchleuchtung/Aussieben): Untersuchungsverfahren, das der Früherkennung von Krankheiten dient.Obstruktive Lungenerkrankung: Lungenerkrankungen, die mit einer Verengung (Obstruktion!) bzw. Verlegung der Atemwege einher gehen. Beispiel sind u.a. COPD und das Asthma bronchiale.



