Gesellschaftlicher Status und Gesundheit
Sozial schwache Kinder häufiger übergewichtig
Schüler aus Familien mit höherem sozialen Status und Bildungsniveau sind weniger oft übergewichtig und insgesamt fitter als sozial schwächer gestellte Altersgenossen.
Der soziale Status scheint einen erheblichen Einfluss auf die Fitness von Kindern zu haben. So neigen Kinder aus sozial schwachen Familien eher zu Übergewicht. Damit profitieren sie stärker von zusätzlichen Schulsport-Angeboten als ihre Klassenkameraden aus Familien mit höherem sozialen Status. Dies sind zwei der wichtigen Ergebnisse einer aktuellen Studie der Universität Leipzig, die jüngst auf der 76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) vorgestellt wurde.
Immer mehr Schulkinder und Jugendliche bringen zu viel auf die Waage. Bereits ein Viertel der europäischen Schulkinder ist übergewichtig oder sogar fettleibig. Wissenschaftler der Universität Leipzig suchten nun nach Wegen, den gewichtigen Trend aufzuhalten. Sie untersuchten hierfür, ob sich zusätzlicher Schulsport positiv auf die körperliche Leistungsfähigkeit und die Herzgesundheit von Gymnasialschülern und Mittelschülern auswirkt. Außerdem beleuchteten die Forscher, ob sich der soziale Status, der sich von der Schulzugehörigkeit und dem Bildungsstatus der Eltern ableiten lässt, auf die körperliche Fitness der Schüler auswirkt.
Mittelschüler haben tatsächlich einen höheren durchschnittlichen Body-Mass-Index als Gymnasiasten. Auch ihr Körperfettanteil ist höher. Mittelschüler zeigen außerdem schlechtere koordinative Fähigkeiten und sind weniger fit als die Schüler des Gymnasiums. Nach Einführung zusätzlicher Sportstunden in einem Gymnasium und einer Mittelschule schwanden diese Unterschiede deutlich. Die Mittelschüler verloren reichlich Gewicht und hatten eine bessere Fitness. Die Gymnasiasten waren in etwa auf dem alten Niveau geblieben.








