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HPV-Test

Zum Screening auf Gebärmutterhalskrebs geeignet?

Der Test auf humane Papillomviren (HPV) könnte aktuellen Untersuchungen zufolge geeignet sein, die Vorsorge von Gebärmutterhalskrebs zu verbessern. Noch gehört er allerdings nicht zu den Kassenleistungen.

Das Früherkennungsangebot der gesetzlichen Krankenkassen bezüglich Gebärmutterhalskrebs beinhaltet derzeit die jährliche gynäkologische Untersuchung und den Abstrich vom Gebärmutterhals mit anschließendem Pap-Test. Unter Experten wird darüber hinaus diskutiert, ob ein Test auf eine Infektion mit krebserregenden Humanen Papillomviren (HPV) als Screeninguntersuchung für die Vorsorge von Gebärmutterhalskrebs geeignet oder sogar effektiver sein könnte. Die Ergebnisse zweier Studien aus Italien und China scheinen diese Vermutung zu unterstützen.

Vergleich von HPV- und PAP-Test

In der italienischen Studie verglichen die Forscher die Effektivität von HPV- und Pap-Test bei mehr als 90.000 Frauen im Alter von 25 bis 60 Jahren. Die Hälfte der Teilnehmerinnen erhielt zunächst einen Standard-Pap-Test, die andere Hälfte einen HPV-Test plus eine sogenannte Dünnschichtzytologie. Bei letzterer Untersuchung handelt es sich um eine technische Weiterentwicklung des herkömmlichen Pap-Tests. Während beim einfachen Pap-Test der Zellabstrich direkt auf einem Glasplättchen ausgestrichen wird, werden bei der Dünnschichtzytologie zunächst Verunreinigungen wie Blut, Schleim und Entzündungszellen entfernt, bevor die eigentlichen zu untersuchenden Zellen in einer dünnen Schicht auf einem Objektträger verteilt werden. Das auf diese Weise entstandene Präparat ist für den Untersuchenden einfacher zu beurteilen.

In einer zweiten Screening-Runde wurde dann bei einem Großteil der Frauen entweder ein Pap-Test oder ein HPV-Test durchgeführt. Beim ersten Screening wurden mit dem Pap-Test ähnlich viele Fälle von Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert wie mit dem HPV-Test. Gleichzeitig wurden mit dem HPV-Test im ersten Screening etwa doppelt so viele anhaltende hochgradige Krebsvorstufen, sogenannte zervikale intraepitheliale Neoplasien CIN3, gefunden wie mit dem Pap-Test. Sie konnten behandelt werden, sodass sich kein Krebs daraus entwickelte. Beim zweiten Screening wurden dann mit dem HPV-Test keine Gebärmutterhalskrebsfälle mehr gefunden, hingegen neue Fälle mit dem Pap-Test. Einige davon waren die als besonders aggressiv geltenden Adenokarzinome. Dies zeige, so die Interpretation der Studienautoren, dass das HPV-Screening - mit oder ohne zytologische Untersuchung - effektiver für die Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs sei als die zytologische Untersuchung allein.

Zu einem ähnlichen Ergebnis gelangten Wissenschaftler in einer aktuellen Studie aus China.

Altersunterschiede

Allerdings scheint es Unterschiede bezüglich der Effektivität eines HPV-Screenings in verschiedenen Altersgruppen zu geben. So räumten die italienischen Wissenschaftler nach genauerer Analyse der Daten ein, dass bei Frauen vor dem 35. Lebensjahr durch das HPV-basierte Screening vermehrt CIN2-Läsionen gefunden worden seien, die sich im jüngeren Lebensalter von selbst zurückbilden und deshalb nicht unbedingt behandelt werden müssten. Allerdings zeigen die Daten der chinesischen Studie, dass mit dem HPV-Test auch bei Frauen vor dem 35. Lebensjahr behandlungsbedürftige CIN3-Läsionen sicher erkannt werden könnten.

Leitlinien empfehlen HPV-Test als Ergänzung

In der aktuellen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) wird der HPV-Test als sinnvolle Ergänzung zum Pap-Abstrich für die Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs bei Frauen über 30 Jahren empfohlen. Bei jüngeren Frauen sollte er nur dann durchgeführt werden, wenn sich bei anderen Untersuchungen Auffälligkeiten ergeben. Der Test ist bisher für die meisten Patientinnen ein IGeL-Angebot („Individuelle GesundheitsLeistungen“), weshalb sie die Kosten dafür selbst übernehmen müssen. Die GKV bezahlt nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei einem unklaren Pap-Befund.


Quelle: Ronco, G. et al.: Efficacy of human papillomavirus testing for the detection of invasive cervical cancers and cervical intraepithelial neoplasia: a randomised controlled trial. In: The Lancet Oncology 11(3), (2010), S. 249-257
Ronco, G.: HPV test shows low sensitivity of Pap screen in older women — Authors' reply. In: he Lancet Oncology 11(6), (2010), S. 510-511
Zhao, F.-H. et al.: Performance of high-risk human papillomavirus DNA testing as a primary screen for cervical cancer: a pooled analysis of individual patient data from 17 population-based studies from China. In: The Lancet Oncology 11(12), (2010), S. 1160-1171
Impfprävention HPV-assoziierter Neoplasien. S3-Leitlinie der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie (AG HPV-Management-Forum), Deutschen STD-Gesellschaft, Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. Nr. 082/002. Stand: 06/2008
Prävention, Diagnostik und Therapie der HPV-Infektion und präinvasiver Läsionen des weiblichen Genitale. S2-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). Nr. 015/027. Stand: 06/2008
Autor: ikr / letzte Bearbeitung Kathrin Sommer
Stand: Jan 14, 2011


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