ADHS
Kinder, die beidhändig gut schreiben können, neigen eher zu Hyperaktivität
Kinder, die mit der rechten und linken Hand gleichermaßen gut umgehen können, entwickeln einer Studie zufolge wahrscheinlicher Symptome einer Hyperaktivität.
Die europaweite Untersuchung von Forschern des Imperial College London konnte zeigen, dass beidhändige Kinder im Alter von sieben und acht Jahren doppelt so häufig Lernprobleme in der Schule haben und sich mit Sprachschwierigkeiten herumschlagen wie ihre Klassenkameraden. Gerade in den ersten Schuljahren sind ihre Leistungen häufiger mangelhaft und liegen nicht selten unter dem Klassendurchschnitt.
Erreichen die Kinder das 15. Lebensjahr, kommt eine weitere Auffälligkeit hinzu. So stellten die Forscher fest, dass händisch beidseitig „begabte“ Jugendliche doppelt so häufig an psychischen Erkrankungen leiden wie gleichaltrige Rechtshänder. Besonders oft sind sie vom Aufmerksamkeitsdefizitstörung ADHS betroffen. Doch nicht nur die Häufigkeit beurteilten die Forscher als auffällig, auch die Symptome der Störung scheinen stärker ausgeprägt zu sein als die von Kindern mit einer dominanten Schreibhand.
Für ihre Studie analysierten die Forscher um Dr. Alina Rodriguez die Daten von 8000 Kindern aus Finnland. 87 von ihnen konnten die linke und rechte Hand gleichermaßen gut im Alltag einsetzen. Die Forscher zeigen sich überrascht von den Ergebnissen und mutmaßen, dass die beobachteten Unterschiede etwas mit der Verschaltung im Gehirn zu tun haben. Rodriguez erläutert: „Beidhändigkeit ist eine verblüffende Fähigkeit – wir wissen nicht, wieso manche Menschen beide Hände benutzen, obwohl der größte Teil der Menschheit eindeutig eine Hand bevorzugt.“
Eine mögliche Erklärung der Forscher lautet, dass Beidhänder nicht über die normale Dominanz einer Gehirnhälfte verfügen. Das würde zumindest erklären, wieso sie keine Hand bevorzugen. Weitere Untersuchungen sollen den genauen Ursachen auf die Schliche kommen. Alina Rodriguez fügt an, dass betroffene Kinder nicht in jedem Fall von Lernschwierigkeiten betroffen sein müssen oder gar eine Aufmerksamkeitsstörung entwickeln. Eltern und Pädagogen sollten jedoch nicht außer Acht lassen, dass ihr Risiko erhöht ist.








